Veit Mette

Lehrerfortbildung: Wie Lehrerinnen und Lehrer mit der Vielfalt im Klassenzimmer umgehen

Gute Schule ist guter Unterricht – und der wird von guten Lehrerinnen und Lehrern gemacht. Darum braucht es passgenaue Unterstützungsangebote für Kollegien, mit denen die Kompetenzen zur individuellen Förderung gestärkt werden.

Lehrkräfte in Deutschland sehen sich mit stetig wachsenden Anforderungen konfrontiert: Die Schulen mit deutlich heterogener Schülerschaft nehmen zu, die daraus resultierende Notwendigkeit, Lernprozesse stärker zu individualisieren wird größer. Hinzu kommen Themen wie Inklusion und Ganztag. Die Frage ist, wie Lehrkräfte bei der Bewältigung dieser Herausforderungen unterstützt werden können. 

Es muss uns gelingen, allen Kindern und Jugendlichen in ihrer Vielfalt gerecht zu werden, sie zum Bildungserfolg zu führen und damit auch den sozialen Zusammenhalt im Land zu festigen. Der Schlüssel dazu liegt in einem Unterricht, der individuell fördert, der also jedes Kind und jeden Jugendliche  entsprechend des individuellen Lern- und Entwicklungsstandes unterstützt. 
Unterricht so weiterzuentwickeln, dass dies gelingt, fordert die einzelne Lehrkraft und das gesamte Kollegium. 

Wir setzen uns darum für wirksame Fort- und Weiterbildungsangebote ein, mit denen unter anderem die Kompetenzentwicklung von Kollegien und Teams hin zu professionellen Lerngemeinschaften gestärkt wird. Lehrerfortbildung muss bei den Bedarfen des Kollegiums ansetzen und den Schulentwicklungsprozess befördern. 

Kinder und Jugendliche in ihrer Vielfalt fördern – Unterricht fokussiert auf individuelle Förderung weiterentwickeln

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung (MSW) und die Bertelsmann Stiftung kooperieren im Projekt „Vielfalt fördern", um ein systematisches Fortbildungsangebot für Schulen der Sekundarstufe I im Bereich der individuellen Förderung zu entwickeln. 

Die Kooperationspartner möchten mit ihrem Projekt die Schulen und Lehrkräfte dabei unterstützen, sich besser auf die wachsende Heterogenität der Schülerschaft einzustellen. Damit soll ein Beitrag zur Verbesserung von Chancengleichheit, sozialer Gerechtigkeit und Leistungsfähigkeit des Schulsystems in Nordrhein-Westfalen geleistet werden. 

Ziel der Fortbildung ist die Weiterentwicklung des Unterrichts in den Schwerpunkten individuelle Förderung und Kompetenzentwicklung. Lehrkräfte sollen dabei unterstützt werden, sich besser auf die unterschiedlichen Lernausgangslagen, Potenziale und Interessen der Schüler einzustellen. Die Fortbildung richtet sich an ganze Schulen und, unter bestimmten Voraussetzungen, auch an Teilkollegien. Unterrichts- und Schulentwicklung sind bei Vielfalt fördern eng miteinander verknüpft.

Die Kollegien werden im Verlauf der Fortbildung dauerhaft von Moderatorinnen und Moderatoren der Kompetenzteams in NRW begleitet. Die Moderatoren bieten mit der Qualifizierung systematisch Inhalte und Lernanlässe zur Weiterentwicklung des Unterrichts fokussiert auf individuelle Förderung. Sie begleiten die Lehrpersonen in ihrem Lernprozess und lassen die Bedarfe aus der Praxis in die Weiterentwicklung der Qualifizierung einfließen.

Die Fortbildung ist modular aufgebaut: Die vier Module bestehen aus theoretischen Bausteinen, praktischen Trainingseinheiten und Reflexionen über die Weiterentwicklung des Unterrichts. Im Verlauf der Fortbildung werden zunehmend fachspezifische Elemente berücksichtigt, sodass auch Fachkonferenzen über die Kollegen nach und nach einbezogen werden.

  1. Modul: Teamentwicklung im Kollegium
  2. Modul: Identifizierung von Potenzialen und Interessen/ Evaluation (Diagnostik)
  3. Modul: Lernen und Lehren – Potenziale fördern und kompetenzorientiert unterrichten (Didaktik 1)
  4. Modul: Lernen und Lehren – Potenziale fördern und kompetenzorientiert unterrichten (Didaktik 2)

Die Fortbildung umfasst insgesamt 10 Tage bzw. 80 Stunden in einem Zeitraum von 2 Jahren. 

Das Projekt ist zunächst in ausgewählten Pilotregionen gestartet, soll sukzessive aber allen kreisfreien Städten und Landkreisen in NRW zur Verfügung stehen. In den inzwischen 18 Projektregionen in NRW nehmen momentan knapp 100 Schulen mit Sekundarstufe I teil. Ab dem Schuljahr 2016/17 haben Schulen in sechs weiteren Regionen die Möglichkeit, Vielfalt fördern für ihre Unterrichtsentwicklung zu nutzen.


Bezirksregierungen, Kompetenzteams und Regionale Bildungsbüros arbeiten in den Pilotregionen zusammen.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite des Projekts: http://www.vielfalt-fördern.nrw.de/

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Lehrerprofessionali­sierung – Vortrag von Andreas Schleicher (Kurzversion)

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