Bundespräsident Joachim Gauck mit Liz Mohn bei der Verleihung des Reinhard Mohn Preises 2018
Kai Uwe Oesterhelweg

Reinhard Mohn Preis: Der Reinhard Mohn Preis 2018 – Ein Rückblick

Wie gelingt das Zusammenleben in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft? Der Reinhard Mohn Preis 2018 suchte nach Antworten auf diese Frage. Gerechte Teilhabe, politische Partizipation, Verbundenheit und Kontakt entscheiden darüber, wie gut es funktioniert.

Vielfalt leben – Gesellschaft gestalten

Mit der Verleihung des Reinhard Mohn Preises „Vielfalt leben – Gesellschaft gestalten“ am 7. Juni 2018 an den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck fand unser umfangreiches Projekt mit unterschiedlichen Studien, einer internationalen Good-Practice-Recherche und zahlreichen weiteren Veranstaltungen und Publikationen seinen Höhepunkt.

Machen Sie sich selbst ein Bild – hier finden Sie einige Impressionen vom Festakt zur Preisverleihung:

Auf der ganzen Welt und auch in Deutschland ringen Gesellschaften mit der Frage, wie ein erfolgreicher Umgang mit Vielfalt – darunter kultureller und religiöser Vielfalt – aussehen kann. 

Es braucht Brücken der Verständigung über kulturelle Grenzen hinweg. Diese Brücken bauen Menschen unterschiedlicher Kulturen am besten selbst, indem sie aufeinander zugehen und einander kennenlernen. Nur so kann Vertrauen entstehen – als Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben in Vielfalt.
Liz Mohn, Stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung

Die kulturell vielfältige Gesellschaft – Chancen und Herausforderungen

Das Zusammenleben in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft hat ganz unterschiedliche Facetten. Wenn Menschen mit verschiedenen Religionen, Herkünften und Muttersprachen ein Gemeinwesen bilden, so ergeben sich hieraus Chancen, aber es existieren auch Herausforderungen, die die Gesellschaft meistern muss.

Was kann Deutschland von der Welt lernen? Wo wird bereits vorbildlich mit kultureller Vielfalt umgegangen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt unseres Expertenworkshops zum Thema. Fachleute aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft diskutierten Strategien, Projekte und Initiativen aus elf Ländern, die die Anerkennung kultureller Vielfalt mit dem Ziel gleicher Teilhabe- und Partizipationschancen verbinden.  Unsere Experten kamen aus Deutschland, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Belgien und Israel zusammen.

Ausgewählte Themen haben wir durch die folgenden Studien vertiefend untersucht:

Der gelingende Umgang mit kultureller Vielfalt kann nur im konkreten Zusammenleben gelernt werden. Daher legte der Reinhard Mohn Preis 2018 ein besonderes Augenmerk auf Städte. Denn insbesondere dort gehört kulturelle Vielfalt zum Alltag. Grundlegend für ein gutes Miteinander erscheint vor allem Begegnung, Interaktion und Beziehungen. Diese entstehen jedoch nicht immer von allein. Vielmehr müssen hierfür gezielt Gelegenheiten und Räume geschaffen werden. Wir haben in sechs vielfältigen Städten nach guten Beispielen gesucht, wie Vielfalt aktiv gestaltet werden kann. 

In unserem Blog „Vielfalt leben – Gesellschaft gestalten“ haben wir darüber berichtet:

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Recherchereisen – Von Vorbildern lernen

Drei europäische Städte mit herausragenden Initiativen haben uns besonders fasziniert. Daher haben wir uns dort vor Ort umgeschaut:

Die zusammengefassten Ergebnisse der Recherche finden sich in der Publikation „Von der Welt lernen“. Unser Sammelband „Vielfalt leben – Gesellschaft gestalten“ beleuchtet die Chancen, aber auch die Herausforderungen kultureller Pluralität in Deutschland aus Expertensicht. 

Publikation: Von der Welt lernen

Was kann Deutschland im Umgang mit kultureller Vielfalt von der Welt lernen? Die Studie dokumentiert die Ergebnisse einer internationalen Recherche ...

Publikation: Vielfalt leben – Gesellschaft gestalten

Unterschiedliche Religionen, Traditionen und Sprachen sind seit jeher Realität in Deutschland. Wie ein gelingender Umgang mit kultureller Vielfalt ...

Die Preisverleihung – Der Festakt am 7. Juni 2018

Mit der Preisvergabe an Joachim Gauck würdigt die Bertelsmann Stiftung sein unermüdliches Einstehen für eine Gesellschaft, die auf selbstbewusste Weise vielfältig sein kann, weil sie um ihre eigenen Grundwerte weiß. Diese Verteidigung einer offenen, toleranten Gesellschaft war und ist für ihn, der in der DDR aufwuchs und dem SED-Regime stets kritisch gegenüberstand, eine Frage der persönlichen Haltung. Joachim Gauck hat formuliert, was ein lernfähiges und weltoffenes Deutschland ausmacht und warum alle – alteingesessene und zugewanderte – Bürger gefordert sind, es gemeinsam im demokratischen Sinne zu gestalten. Dabei hat er auch Herausforderungen und Probleme benannt und auf diese Weise denjenigen eine Stimme gegeben, die sich schwer damit tun, dass sich Deutschland durch Einwanderung verändert.

Joachim Gaucks unermüdliches Engagement für eine freie, weltoffene und tolerante Gesellschaft hat Deutschland geprägt. Stets hat er die Verständigung zwischen den Kulturen und Religionen gefördert und sich so als überzeugender Brückenbauer in einer vielfältigen Gesellschaft verdient gemacht.

Früher als viele andere hat Joachim Gauck erkannt: Wir müssen die anderen Kulturen kennen lernen. Erst, wenn wir alle mehr übereinander wissen, wenn wir uns darauf einlassen einander zu begegnen, kann das Zusammenleben gelingen. Nur dann kann etwas Neues, etwas Gemeinsames entstehen.
Liz Mohn in ihrer Rede anlässlich der Preisverleihung

Publikation: Preisträgerbroschüre zum Reinhard Mohn Preis 2018

Der Reinhard Mohn Preis 2018 zum Thema „Vielfalt leben – Gesellschaft gestalten“ ging unseren früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck. ...

Publikation: Reden auf dem Festakt zur Preisverleihung – Reinhard Mohn Preis 2018

Beim Festakt zur Preisverleihung des Reinhard Mohn Preises 2018 zum Thema „Vielfalt leben – Gesellschaft gestalten“ hielt Elhadj As Sy ...

Alles zum Reinhard Mohn Preis 2018

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