Yasemin Bekyol vom FAU Forschungszentrum Center for Human Rights Erlangen-Nürnberg gab einen Einblick in das von der Stiftung Mercator geförderte Projekt „Gesundheit! Teilhabe im Pflegesektor“, das nachhaltige Beschäftigung und soziale Teilhabe von Pflegekräften mit Migrationsgeschichte untersuchte. Internationale Migration sieht Yasemin Bekyol vor dem Hintergrund von Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel sowie der künftigen Zunahme der Pflegebedürftigen als Chance. Oft werde nur die Arbeitskraft statt die Person dahinter betrachtet. Es wurden zwei Erhebungen mit verschiedenen Akteursgruppen (auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene) durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass Vorstellungen im Herkunftsland oft nicht mit der Realität in Deutschland übereinstimmen: „Ich hatte mir das anders vorgestellt“; so eine Interviewpartnerin. Es gebe keine strukturierte Berücksichtigung der Teilhabe außerhalb des Arbeitsplatzes, sondern eine Verkettung von Hürden. Das Projekt formuliert daher für verschiedene Themenfelder (von Sprache bis Wohnen) Handlungsempfehlungen. Vor allem die Vernetzung mit kommunalen Strukturen sei eine Gelingensbedingung. zur Präsentation
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Online Forum - Teilhabe und Arbeit: Vorbereitung, Onboarding, Teilhabe im Pflegebereich
Fachkräftezuwanderung ist für den Pflegebereich unverzichtbar. Arbeitsüberlastung und Fachkräftemangel setzen Pflegeeinrichtungen und -Dienste massiv unter Druck und wirken sich negativ auf die Kunden sowie die Beschäftigten aus. Doch mit der Zuwanderung von Pflegekräften und ihrem Arbeitseintritt ist es nicht getan. Gute Vorbereitung, Onboarding und Teilhabemöglichkeiten sind entscheidend dafür, ob diese Fachkräfte bleiben oder zurück- bzw. weiterwandern möchten.
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Das ProjektCome2Care wurde von Johanna Lambertz präsentiert, ein Projekt von Arbeit und Leben in Berlin-Brandenburg, das innovative Onboarding-Prozesse für neu angekommene Pflegekräfte in Brandenburger Pflegeeinrichtungen entwickelt und dabei sprachliche, digitale und soziale Lernansätze verbindet. Come2Care kooperiert mit regionalen Betrieben und Bildungsträgern. Einerseits, so Johanna Lambertz, gebe es einen hohen Fachkräftebedarf in der Gesundheits- und Pflegebranche in Brandenburg, andererseits bestehen Hemmnisse bei der Arbeitsintegration, insbesondere Sprachbarrieren und Diskriminierungserfahrungen. So fehlten trotz B1/B2 Niveau vor allem berufsbezogene Sprachkenntnisse. Daher setzt Come2Care auf passgenaue berufsbezogene Sprachförderung während der Arbeitszeit und Stärkung der Willkommenskultur im betrieblichen Onboarding. Daneben gibt es Willkommensworkshops und digitale Qualifizierungsangebote auch rund um sinnvoll eingesetzte KI im Onboardingprozess. zur Präsentation
Duniel Cardenas-Rodriguez stellte Lingoda Healthcare vor, das internationale Fachkräfte von der Sprachförderung im Herkunftsland bis zur erfolgreichen Anerkennung in Deutschland begleitet. Lingoda setzt auf die Gründung Regionaler Fachkräfteallianzen, beispielsweise im Pflegebereich, und geht davon aus, dass Integration eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Nötig ist die Zusammenarbeit von Stadt/Landkreis, Einrichtungen, Beratungsstrukturen bis hin zu Wohnungsbaugesellschaften. Unternehmen, die durch die komplexen bürokratischen Anforderungen herausgefordert sind, brauchen konkrete Unterstützung von der Anwerbung bis hin zur Integration. Lingoda ist bereits in fünf Städten und Gemeinden unterwegs. Die Gründung einer Regionalen Fachkräfteallianz erfolgt nach einer Bedarfsabfrage. Anschließend erfolgt die Einrichtung einer Steuerungsgruppe und die Entwicklung regionaler Projekte zur Fachkräftegewinnung und Integration. zur Präsentation
Das Format Online Forum wird einmal pro Monat, mittwochs in der Mittagszeit, in der Regel von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr angeboten. Der nächste Termin findet am 24. Juni 2026 statt.


