Ein Mann sitzt im Sessel und eine Frau steht und in der Mitte steht ein großes Fragezeichen

Online Forum - Teilhabe und Arbeit: Unterstützung bei Traumata

Migrationsbedingte Belastungen und Traumata können die Integration in Arbeit, Bildung und Gesellschaft erheblich erschweren. Krieg, Gewalt und Verfolgung sowie die Trennung von Familien sind Stressoren, die die Alltagsfunktionalität einschränken oder sogar zu posttraumatischen Störungen führen können, die behandelt werden müssen. Integrationshemmend sind auch Erfahrungen mit Rassismus, Diskriminierung oder auch das Gefühl, nicht willkommen zu sein, abgelehnt zu werden. Wohin kann man sich wenden, wenn man zeitnah Unterstützung benötigt oder die psychosoziale Versorgung in Deutschland den Bedarf nicht abdecken kann? Zu diesen beiden Themen haben wir zwei Beispiele vorgestellt.

Ansprechpartnerin

Content

Maryam Gardisi, Managing Director der Ipso (International Psychosocial Organisation) gGmbH, stellte die saba App vor. Die App ist ein niedrigschwelliges psychosoziales Unterstützungsangebot für geflüchtete Menschen und basiert auf dem Value Based Counseling (VBC)-Ansatz. Sie steht in verschiedenen Muttersprachen zur Verfügung und bietet neben digitalen Selbsthilfeelementen auch die Möglichkeit psychosozialer Beratungsgespräche. Das Angebot richtet sich an Menschen mit psychischer Belastung und soll frühzeitig unterstützen sowie – falls erforderlich – den Zugang zu weiterführenden Hilfen erleichtern. Mehr dazu: Was ist die saba app?.

Pelle Bernhold, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Ipso, stellte die Ergebnisse der Begleitstudie zur saba App vor. Die randomisierte Evaluation zeigt, dass die Nutzung des Angebots depressive und somatische Symptome bereits vier Wochen nach Beginn signifikant reduzieren kann. Dieser Effekt verstärkte sich im Follow-up nach vier Monaten. Gleichzeitig zeigte sich im Vergleich zur Wartekontrollgruppe eine Verbesserung des Zugehörigkeitserlebens. Mehr dazu: Wie unterstützt die saba app?
Zur Präsentation

Das refuKey-Projektwurde durch Vera Mohwinkel präsentiert, die für die Begleitforschung zuständig ist. Im Rahmen von refuKey kooperieren Psychosoziale Zentren des Netzwerks für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen (NTFN) zusammen mit Psychiatrischen Fachkliniken in Niedersachsen. Sechs solcher Zentren bestehen in Niedersachsen, u.a. in Oldenburg und Osnabrück. Multidisziplinäre Teams arbeiten in diesem Projekt. Das NTFN bietet mitunter ein sprachmittlungsgestütztes Beratungsangebot und unterstützt bei der Vermittlung in die Regelversorgung. Offene Sprechstunden ermöglichen einen niedrigschwelligen Erstkontakt. In einer Clearingphase werden die Bedarfe der Klient*innen gemeinsam ermittelt. Im Falle des Bedarfs einer fachpsychiatrischen, klinischen Intervention wird die Überweisung im Rahmen der Projektkooperation kurzfristig organisiert. So soll den Lücken in der psychosozialen Versorgung etwas entgegengesetzt werden. zur Präsentation

Das Format Online Forum wird einmal pro Monat, mittwochs, in der Mittagszeit, in der Regel von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr angeboten. Der nächste Termin findet am 2. September 2026 statt.