ein Mann ist hat einen Schraubschlüssel in der Hand und beugt sich über ein Zahnrad

Gelebte Integration im Betriebsalltag

Online Forum - Teilhabe und Arbeit: Handwerkliche Berufe

Die Wege in handwerkliche Berufe sind in den verschiedenen Herkunftsländern äußerst unterschiedlich, unter anderem durch andere berufliche Ausbildungssysteme, die nicht der dualen Berufsausbildung in Deutschland entsprechen. In Deutschland gilt es, den Weg von Berufsorientierung und Ausbildung über Anerkennungsverfahren ausländischer Qualifikationen bis hin zu Onboarding und dem beruflichen Alltag so zu gestalten, dass die Arbeitsintegration der Handwerker:innen mit internationaler Familiengeschichte gelingt. In unserem 60. Online Austausch präsentierten wir folgende zwei good practice Beispiele:

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Rohat Akcakaya stellte die NDH - Neue Deutsche Handwerker vor. Gegründet wurde der Meisterbetrieb für Sanitär/Heizung/Klima und Elektro von drei Nachfahren ehemaliger Gastarbeiter:innen und Geflüchteten. „Gelebte Integration im Betriebsalltag“, dafür stehen die NDH. Sie vermitteln beispielsweise Handwerker:innen mit Migrationsgeschichte für die Nachfolge von Handwerksbetrieben. Sie wirken in der Baubranche und möchten zur Wärmewende beitragen. Hierbei werden die NDH von mehreren Prinzipien geleitet: „Gute Arbeit muss gut bezahlt werden!“ und Leuten muss „mehr Würde und Respekt“ entgegengebracht werden. Zudem liegt ihr Fokus auf neuer Energie. Fazit: Es geht um Vielfalt als Beitrag für die Zukunft. Und damit um „Made in Germany 2:0“

Hussein Kerri, Integrationsberater der Handwerkskammer Oldenburg, stellte das IFHa vor. Die Abkürzung steht für „Integrationsprojekt Fachkräfte für das Handwerk“. Gefördert wird die Initiative des Handwerks vom niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, und Bauen. Ob es um Fachkräfte, Geflüchtete und andere Zugewanderte oder um Schülerinnen und Schüler mit Migrationsgeschichte geht: IFHa unterstützt ganz konkret und individuell – mit wertschätzender Beratung, zielgerichteter Orientierung und passgenauer Vermittlung in Ausbildung, Sprachkursangebote, Praktika oder Beschäftigung. Kerri betonte, dass bereits viele Handwerksbetriebe von der kompetenten, verlässlichen Begleitung durch IFHa profitieren hätten: Von der kostenfreien Beratung und der Vermittlung geeigneter Bewerber:innen bis hin zur Unterstützung bei aufenthaltsrechtlichen Fragen.

Beide Projekte sind sehr unterschiedlich, verfolgen aber ähnliche Ziele. Und noch eine Gemeinsamkeit: der Aufbau von Vertrauen durch Menschen, die selbst eine Migrationsgeschichte haben und daher besonders gut als Brückenbauer wirken können. 

Das Format Online Forum wird einmal pro Monat, mittwochs in der Mittagszeit, in der Regel von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr angeboten. 

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