Ein Blick auf zwei Teile einer Brückenkonstruktion, die noch zusammengefügt werden muss.
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: Regionale Kooperation

Wo der Beitritt zur EU ausgeschlossen ist oder in weiter Ferne liegt, sollen Assoziierungsabkommen und insbesondere die Förderung regionaler Kooperation zu Stabilisierung und Befriedung und damit der Entwicklung einer prosperierenden und friedlichen Nachbarschaft beitragen.

Strategiewechsel auf dem Balkan? Neue Modelle für eine friedliche Nachbarschaft

Auf dem Balkan versucht die EU bereits seit zwei Jahrzehnten, neben der Assoziierung und der EU-Beitrittsperspektive die wirtschaftliche Kooperation zwischen den Balkanländern zu fördern. Durch grenzüberschreitenden Handel, wie das Mitteleuropäische Freihandelsabkommen (CEFTA), und durch gemeinsame Infrastrukturprojekte sollten die vielen, in den Balkankriegen offen zutage getretenen und heute immer noch schwelenden Konflikte über Territorien und Grenzen bewältigt und ein friedlicher Interessenausgleich erzielt werden.

Diese Strategie ist bisher nicht aufgegangen und zwang die EU zum Umdenken: Stärkere Vernetzung und die Ausbildung von Interdependenzen zwischen verfeindeten Staaten oder ethnischen Gruppen in den nur teilweise abgeschlossenen Staatsbildungsprozessen auf dem Balkan gelten zwar immer noch als notwendige Bedingung. Sie haben sich aber als ebenso wenig hinreichend gezeigt wie die Beitrittsperspektive. Die EU setzt daher inzwischen einen neuen Schwerpunkt auf die politische Aussöhnung und die Beilegung lokaler Konflikte.

Grenzen und Möglichkeiten regionaler Kooperation

Zusammen mit dem Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) untersuchen wir, welche Potenziale zur inneren und äußeren Stabilisierung bei Kooperationen innerhalb volatiler, durch Krieg gekennzeichneter Regionen um die EU herum genutzt werden können.

Anhand der Entwicklungen auf dem West-Balkan werden wir exemplarisch aufzeigen, ob überhaupt und wenn ja, wie und wo regionale Kooperationen zur Annäherung verfeindeter Nachbarn geführt und damit deren Chancen für einen EU-Beitritt positiv beeinflusst haben. Hierbei untersuchen wir unterschiedliche Beitrittsmodelle für die Balkanstaaten und arbeiten heraus, welche anderen Gestaltungsoptionen sich für die EU jenseits der Erweiterung für die Entwicklung eines „ring of friends“ ergeben könnten.

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