Gruppenarbeit an Tischen

Open-Data-Community trifft sich beim Hackday in Moers

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Mario Wiedemann
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Dr. Tobias Bürger
Project Manager
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Petra Beckhoff
Project Assistant

 

Die sechste Ausgabe des Hackday Moers fand am 30. und 31. Oktober im Ratssaal der Stadt Moers statt. Das Projekt "Smart Country" hat den Hackday, wie in den Jahren zuvor, unterstützt.

Das digitale Ehrenamt benötigt einen physischen Raum zum Austausch. Für viele Open-Data-Begeisterte aus Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus stellt einmal im Jahr der Ratssaal der Stadt Moers diesen Raum dar. Seit nunmehr sieben Jahren, und immer mit der Unterstützung des Wegweiser Kommune und des Projekts Smart Country, wird ein Wochenende lang mit offenen Daten gearbeitet.

Feinstaubsensoren, kommunaler Klimaschutz und Ethik in der KI

Typisch für den Hackday in Moers ist ein inhaltliches Programm mit Präsentationen am Samstagmorgen und Workshops am Nachmittag. Im Ratssaal der Stadt, der nur für Geimpfte und Genesene (2G-Regelung) zugänglich war und der wegen der Corona-Auflagen weniger Sitzplätze als in der Vor-Corona-Zeit bot, wurde zunächst ein Projekt im Umfeld der Kokerei in Bottrop vorgestellt. Eine lokale Interessensgemeinschaft hat ein Netz aus 25 Feinstaubsensoren gebaut, die laufend Daten zur Luftqualität erheben. Das Projekt aus Bottrop hat dabei gezeigt, wie spannend und produktiv die Verbindung zwischen Technik, Umweltschutz, Zahlenanalyse und Datenvisualisierung ist.

Außerdem wurde das Open-Data-Projekt klimawatch vorgestellt. Es soll auf lokaler Ebene Antworten geben auf die Fragen: Wieviel CO2 entsteht in meiner Kommune? Was hat mein Stadtrat geplant? Und wieviel CO2 dürften wir nach dem Pariser Vertrag noch ausstoßen? Bis wann müsste meine Kommune klimaneutral sein? Um diese Fragen zu beantworten, kann man auf „Klimawatch“ CO2-Emissionsdaten einzelner Kommunen interaktiv erkunden. Grundlage hierfür sind die Klimaschutzkonzepte der Kommunen. Die Daten daraus stehen aber häufig nicht als offene, maschinenlesbare Daten bereit und müssen von den Ehrenamtlichen erst mühsam aufbereitet werden.

In einem weiteren Vortrag führte Thomas Langkabel, Chief Technology Officer bei Microsoft Deutschland, durch einige Beispiele, die zeigen, warum Verantwortung (Responsibility by Design) und Ethik in der Diskussion um künstliche Intelligenz so wichtig sind.

Die Vorträge am Samstagvormittag wurden alle über das Videokonferenz-Tool BigBlueButton gestreamt, sodass auch weitere Open-Data-Interessierte am Hackday teilnehmen konnten.

Workshops: Roboter bauen und mit offenen Daten umgehen lernen

Am Samstagnachmittag standen mehrere Workshops auf dem Programm. Das Angebot reichte dabei von Workshops zu „Open-Data-Coding für Anfänger:innen“, über „Open Street Map“ bis hin zu „Programmieren lernen mit Calliope“.

Die Stärke des Formats „Hackday Moers“ bemisst sich nicht nur an den Anwendungen, die nach zwei Tagen des Tüftelns präsentiert werden. Der größte Mehrwert ist die Vernetzung der Teilnehmer:innen untereinander und mit der Stadtverwaltung. Der Hackday wird auch von Open-Data-Verantwortlichen aus anderen Kommunen wie Düsseldorf, Bonn oder Münster besucht. In vielen Gesprächen und Treffen während des Hackdays werden neue Ideen ausgetauscht. Dank der Anwesenheit vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Moerser Stadtverwaltung halten – zumindest einige – dieser Ideen Einzug in die Stadtverwaltung Moers.