verschiedene Menschen sitzen in einer Bürosituation an einem Tisch und reden miteinander

Migration fair gestalten

Deutschland braucht Einwanderung, denn seine Entwicklung wird über lange Zeiträume von Überalterung und Fachkräftemangel bestimmt sein. In den letzten Jahren kam neben ausländischen Arbeitskräften auch eine hohe Zahl an Flüchtlingen nach Deutschland. Die Herausforderung besteht darin, freiwillige und erzwungene Migration in Kooperation mit internationalen Partnern so zu gestalten, dass sie Migranten, der Aufnahmegesellschaft und den Herkunftsländern gerecht wird.

Ansprechpartner:innen

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Ulrich Kober
Director
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Dr. Orkan Kösemen
Senior Project Manager | Projektleitung 'Migration fair gestalten'
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Najim Azahaf
Senior Project Manager
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Christina Brickenkamp
Program Assistant
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Dr. Matthias Mayer
Senior Expert Migrationspolitik
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Mehrdad Mehregani
Project Manager
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Kristina Neumann
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Bojana Pajić-Rickerts
Project Manager
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Elisabeth Pauly
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Dr. Susanne Schultz
Project Manager

 

Im Kontext der Zuwanderung von Flüchtlingen, des anhaltenden Fachkräftebedarfs und der steigenden Migrationsskepsis in der Bevölkerung gilt: Die Arbeitsmigration muss besser gesteuert werden, die Willkommenskultur gegenüber allen Einwanderern und eine effektive Aufnahmeinfrastruktur müssen in Deutschland weiterentwickelt werden. Darüber hinaus muss die Überforderung des europäischen Asylsystems behoben und die Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern der Migrationsströme von morgen im Sinne des Triple-Win-Ansatzes aufgestellt werden. Die Bertelsmann Stiftung möchte mit ihrer Arbeit Impulse für die Bewältigung dieser Herausforderungen setzen.

Offenheit der Gesellschaft stärken

Es ist wichtig, die Offenheit der Gesellschaft für Einwanderung zu stärken und Aspekte von Willkommenskultur zu fördern: Ohne die grundlegende Aufnahmebereitschaft in der Bevölkerung und Integrationsbereitschaft bei den Einwanderern kann Migration nicht erfolgreich gestaltet werden. Die Offenheit der Gesellschaft muss sich darin widerspiegeln, dass sie Einwanderern auf Augenhöhe begegnet und ihnen in keinem Gesellschaftsbereich die Teilhabe erschwert oder vorenthält. Deutschland muss fit für Vielfalt werden. Weiter.

Migrationssteuerung in Deutschland verbessern

Gut gesteuerte Migration ist positiv für unser Land und geht nicht zu Lasten der einheimischen Bevölkerung oder der Herkunftsländer. Daher sollte die Steuerung von Migration proaktiv und unter Berücksichtigung von langfristigen Steuerungseffekten stattfinden. Darüber hinaus ist es von Bedeutung, dass Migrationssteuerung ganzheitlich gedacht wird und alle Zuzugsarten umfasst, d.h. Erwerbs- bzw. Fachkräftemigration, Bildungsmigration, Familiennachzug und humanitäre Migration. Nur so kann ein faires, effektives und zielorientiertes Migrationsmanagement gelingen. Weiter

Transnationale Ausbildungspartnerschaften etablieren

Nachhaltige Ergebnisse bei der internationalen Fachkräftegewinnung können nur erzielt werden, wenn die Interessen von Einwanderungsländern, Herkunftsländern sowie von Migrierenden selbst angemessen berücksichtigt werden. Im Sinne dieser Triple Win-Perspektive erforscht die Bertelsmann Stiftung seit 2015 den Ansatz der transnationalen Ausbildungspartnerschaften. Der Begriff transnationale Ausbildungspartnerschaften beschreibt eine neuartige Form der Arbeits- und Ausbildungsmigration und wird verwendet als Oberbegriff für transnationale Modelle, die entwicklungsorientierte Migrationspolitik mit (Berufs-)Bildungspolitik verknüpfen und dabei auf eine gerechte Verteilung der durch qualifizierte Migration erzielten Vorteile abzielen. Weiter.

Faire Migrationsaußenpolitik

Umfassende und nachhaltig orientierte Politikansätze zu Migration und Flucht bedürfen auch einer kohärenten Migrationsaußenpolitik. Diese erfordert eine bessere Abstimmung unterschiedlicher Politikfelder auf kommunaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene sowie die Einbeziehung zivilgesellschaftlicher und staatlichen Akteure in Herkunfts-, Transit- und Ankunftsländern. Dabei gehören insbesondere Migration und Entwicklung zusammengedacht. Eine internationale Migrationszusammenarbeit im Sinne des Triple Win-Ansatzes versucht, unterschiedliche Interessen der beteiligten Seiten zu ermitteln und einzubinden. Partnerschaftliche Ansätze zwischen der EU, einzelner Ankunfts- und Herkunftsstaaten können hier eine große Rolle spielen. Weiter.

Asylpolitik krisenfest und zukunftssicher gestalten

Deutschland und die EU stehen in der Migrations- und Flüchtlingspolitik vor enormen Herausforderungen. Zum einen bedarf es eines wesentlich effektiveren EU-Asylmanagements. Das beinhaltet einheitliche Asylstandards, aber auch die Schaffung legaler Fluchtwege für nach internationalem Recht schutzbedürftige Personen, um eine nachhaltige Verringerung irregulärer Migration zu erreichen. Zum anderen bedarf es einer wirksamen Fluchtursachenprävention. Migrationspartnerschaften zwischen der EU und Drittstaaten können hierbei eine besondere Rolle spielen. Weiter.

Faire Bildung für die Einwanderungsgesellschaft

In den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zeigt sich, dass Deutschland längst ein Einwanderungsland ist – so kommt in den Grundschulen bereits jedes dritte Kind aus einer Einwanderungsfamilie. Darauf müssen sich die Bildungseinrichtungen stärker einstellen. Doch noch immer hängt in Deutschland der Bildungserfolg von der Herkunft ab. Dabei ist klar, dass eine Gesellschaft mit Vielfalt und gleichen Teilhabechancen faire Bildungschancen voraussetzt. Wie sind faire Bildungschancen zu erreichen? Die Bertelsmann Stiftung arbeitet seit vielen Jahren an Lösungsvorschlägen und Handlungsansätzen. Weiter