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9. DatenDialog in Leipzig

9. DatenDialog in Leipzig liefert Datenherausforderungen zu verschiedensten Lebensbereichen

#DatenDialog #Data4Good

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Der 9. DatenDialog lockte rund 80 Teilnehmer:innen nach Leipzig. Selten war das Programm so abwechslungsreich und praxisnah. Die Datenherausforderungen aus der Zivilgesellschaft drehten sich unter anderem um die Themenbereiche Justiz, Umwelt, Suchthilfe und Veranstaltungsformate für Jugendliche.

Angesichts des hohen Zuspruchs soll bei der Jubiläumsausgabe im Frühjahr 2027 die Marke von 100 Teilnehmer:innen gebrochen werden. Der DatenDialog wird gemeinsam vom Data Science Lab der Bertelsmann Stiftung und CorrelAid e.V. durchgeführt. Zu Beginn stellen ausgewählte Initiativen eine Herausforderung vor, die auf Daten basiert. Anschließend erarbeiten sie gemeinsam mit den Volunteers aus dem CorrelAid-Netzwerk erste Lösungsansätze. Neben dem Arbeiten an den Datenherausforderung steht auch immer das Netzwerken im Vordergrund. Bei der Veranstaltung am 11. und 12. September 2026 standen sechs Datenherausforderungen auf den Plan.

Impulse und überraschende Erkenntnisse

Viele der Teilnehmer:innen waren das erste Mal bei einem DatenDialog. „Daten liefern nie per se fertige Antworten“, sagte Carsten Große-Starmann, Vice President Corporate IT/ Data Science der Bertelsmann Stiftung, zur Begrüßung. „Sie geben Impulse, wenn Menschen aus unterschiedlichen Richtungen zusammenkommen, und über Daten und was damit zusammenhängt, sprechen.“ Nicht immer müsse am Ende ein fertiges Dashboard entstehen. „Manchmal sind es überraschende Erkenntnisse oder ein Prototyp.“

Soziale Teilhabe auffindbar machen

Christa Etter von mitten.in Brandenburg brachte eine Datenherausforderung zum Thema soziale Teilhabe ein. Sie betreibt eine landesweite, gemeinnützige Open-Source-Plattform, die soziale, kulturelle, gesundheitliche, sportliche und unterstützende Angebote an einem zentralen Ort digital sichtbar macht. Doch es gibt viele Quellen wie Flyer, Broschüren und Websites. Sie sucht nach einer Lösung, wie die Informationen als strukturierter Eintrag auf die Plattform mittendrin.in kommen.

Nach den beiden Sessions mit den CorrelAid-Volunteers stehen fünf Lösungsansätze. Darunter ist eine Idee, wie die Datensätze aus einem Flyer extrahiert werden können. „Ich bin mega happy und überwältigt“, berichtet sie bei der Ergebnispräsentation. „Wir werden etwas in die Umsetzung bringen und einen Zugang schaffen, dass Menschen uns Fotos schicken können und wir das ins System bringen.“

Wohin fließen die KfW-Förderungen?

Der Verein klimadashboard.org wollte wissen, wie sich die Fördergelder für mehr Klimaschutz - von der Heizungsförderung bis zur energetischen Sanierung - auf Kommunen und Kreise verteilen. „Wir wollen Transparenz darüber schaffen, wer in Deutschland auf kommunaler Ebene wie viel staatliche Förderung erhält und wie sich das auf den Klimaschutz vor Ort auswirkt“, berichtete Cedric Carr von klimadashboard.org. 

In den Sessions entwickelte das Team gemeinsam mit den CorrelAid-Volunteers ein erstes Dashboard für einen Vergleich zwischen Land und Stadt.

Von Fehlurteilen und der seltenen Wiederaufnahme

Mit Fehlurteilen und einer möglichen Wiederaufnahme von Verfahren beschäftigt sich das Innocence Project Deutschland. Doch bislang gibt es keine Zahlen darüber, wie viele Urteile Fehlurteile waren. Ein Ziel der Datenherausforderung war es, einen besseren Überblick darüber zu erlangen. „Von dem, was wir mitnehmen können, sind wir ziemlich begeistert. Wir würden gerne irgendwann wiederkommen“, berichtete Laura Farina Diederichs vom Innocence Project Deutschland bei der Ergebnispräsentation. 

Einige Impulse: Die Einrichtung automatischer Benachrichtigungen über Google und Nexus, Austausch mit Gerichtsreportern und die Einrichtung eines Hinweisportals.

Weitere spannende Datenherausforderungen

Auch die anderen drei Initiativen brachten spannende Datenherausforderungen ein. Die Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen verwaltet jährlich Fördermittel in Höhe von ca 1,2 Mio. Euro aus unterschiedlichen Förderprogrammen. Jedes Förderprogramm bringt eigene Anforderungen (Finanzierung, Fristen, Mittelverwendung, Nachweisführung) mit sich. Die Informationen sind derzeit zerstreut, in Excel-Dateien, Zuwendungsbescheiden und weiteren Dokumenten. Die Datenherausforderung sollten Ideen gesammelt werdne, wie die Informationen aus sehr unterschiedlichen Datenquellen in einem gemeinsamen Datenmodell zusammengeführt werden können.

Das Projekt Event Netz Europa möchte junge Menschen mit Bildungs- und Beteiligungsangeboten verbinden. Im Zentrum stehen Veranstaltungen in Präsenz und fairen Teilnahmechancen unabhängig vom finanziellen Hintergrund. Bislang werden die Veranstaltungen mühsam händisch eingepflegt. In der Datenherausforderung ging es unter anderem darum, wie mehr Input aus verschiedenen Quellen wie Newslettern anderer Organisationen, Social Media oder von fremden Veranstaltungskalendern herangezogen werden können

Das Portal umwelt.info fördert die Transparenz zu Umwelt- und Naturschutz in der unübersichtlichen Daten- und Informationslandschaft. Im Zentrum der Sessions stand unter anderem die räumlich bezogene Suche.

Neue Kontakte knüpfen, Erfahrungen austauschen und bestehende Verbindungen vertiefen – dafür bot der DatenDialog in Leipzig auch Gelegenheit. Während einige Teilnehmer:innen bereits regelmäßig dabei sind, lernten andere das Format erstmals kennen. Der Netzwerkabend am Freitag brachte alle zusammen: Nach den Pitches der Datenherausforderungen blieb beim kulinarischen Get-together ausreichend Zeit, sich unkompliziert kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und erste Projektideen zu vertiefen.

Wir danken allen CorrelAid Volunteers herzlich für ihr Engagement und dem CorrelAid e.V. für die vertrauensvolle und bereichernde Zusammenarbeit.

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