In unserem neuen Online-Format Vertiefungsworkshop möchten wir Themen, die in unseren Online-Foren auf großes Interesse stoßen, gezielt weiter vertiefen. 120 Teilnehmende nahmen dieses Angebot zum Thema Arbeitsmarktintegration von Frauen mit Fluchtgeschichte an. In diesem Bereich bestehen nach wie vor große Hürden. Häufig fehlen Programme, die die Lebensrealitäten geflüchteter Frauen ausreichend berücksichtigen. Wir konnten Prof. Schahrzad Farrokhzad für einen wissenschaftlichen Vortrag „Chancen und Barrieren geflüchteter Frauen im Kontext von Qualifizierung und Erwerbsarbeit“ gewinnen und mit den Projekten VIVA! und ALINA zwei Good-Practice-Beispiele vorstellen. Auch ein kurzer interkommunaler Austausch in Gruppen war möglich.
Die Wissenschaftlerin Schahrzad Farrokhzad zeigte anhand der Datenlage den deutlichen Befund, dass es bei der Arbeitsintegration ein erhebliches geschlechtsspezifisches Gefälle zu Ungunsten der geflüchteten Frauen gibt. Zudem mache es einen erheblichen Unterschied bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen mit Fluchtgeschichte, ob Frauen Kinder haben (70% der geflüchteten Frauen). Ohne Kinder ist die Erwerbsbeteiligung fast gleich zwischen Männern und Frauen. Denn mangelnde Kinderbetreuungsangebote und mangelnde Teilzeit-Qualifizierungsangebote stellen für viele Frauen eine enorme Barriere dar, so Schahrzad Farrokhzad. Hinzu kommen insbesondere lange Wartezeiten, Nicht-Anerkennung von Abschlüssen, Wohnverhältnisse in Gemeinschaftsunterkünften. Auch gebe es zu wenig auf Frauen zugeschnittene, bedarfsorientierte Angebote. Daher lautet - neben der Sicherung an Kinderbetreuung - eine der vielen Empfehlungen, die Heterogenität der Frauen bei der Entwicklung von Angeboten unbedingt zu berücksichtigen! (zur Präsentation)


