Geopolitische Verschiebungen, neue industriepolitische Allianzen und ein verschärfter globaler Wettbewerb prägen den Beginn des Jahres 2026: In Davos und auf der Münchner Sicherheitskonferenz wurde die wirtschaftliche Sicherheitsarchitektur neu vermessen, die Kriege im Iran und der Ukraine verschärfen die Energie- und Rohstoffdebatten. Die EU muss sich in dieser neuen Weltordnung auch industriepolitisch behaupten, wie der EU-Industriegipfel, der neue „Industrial Accelerator Act“ und neue Freihandelsabkommen zeigen. Zugleich befindet sich der Wirtschaftsstandort Deutschland vor seinem eigenen tiefgreifenden strukturellen Wandel. Rückläufige Produktivität, unzureichende Investitionen, Fachkräftemangel und der Druck einer beschleunigten ökologischen Transformation treffen auf eine Welt, in der Innovations- und Entscheidungszyklen immer schneller werden.
Vor diesem Hintergrund hat die Initiative „Zusammen Zukunftsfähig” einen vertraulichen Wirtschaftsdialog organisiert und gemeinsam mit unterstützenden Organisationen und über 40 Führungspersönlichkeiten der deutschen Wirtschaft diskutiert, welche Weichenstellungen nun entscheidend sind und wie konkrete Umsetzungsmaßnahmen aussehen könnten. Dafür wurden im Vorhinein verschiedene Studien zum Standort Deutschland verglichen und Expertengespräche geführt. Als Produkt dieses Prozesses und des anschließenden Dialogs ist der vorliegende Action Brief entstanden. Ziel des Action Briefs ist es, die wichtigsten gemeinsam priorisierten Sichtweisen und Empfehlungen zu bündeln und an Politik und Wirtschaft heranzutragen.
Im Kern besteht eine themenübergreifende Überzeugung: Politik und Wirtschaft müssen mutiger und im Big-Picture-Modus handeln – weniger kleinteilig, schneller, strategischer und mit einer klaren gemeinsamen Zielrichtung. Gleichzeitig hat die Diskussion verdeutlicht, dass viele der strukturellen und geopolitischen Herausforderungen nur auf europäischer Ebene wirksam gelöst werden können. Für Wettbewerbsfähigkeit, technologische Souveränität und wirtschaftliche Resilienz braucht es ein starkes Europa, das handlungsfähig ist und Allianzen der Willigen ermöglicht. Die beteiligten Führungspersönlichkeiten bekennen sich ausdrücklich zu diesem europäischen Gestaltungsanspruch und zum gemeinsamen Binnenmarkt als Grundlage ihres wirtschaftlichen Handelns.


