Dr. Sebastian Engelbrecht, Albert Schmitt, Tunay Önder, Ersan Mondtag und Dr. Tobias Knoblich (v.l.n.r.) bei der Podiumsdiskussion "Aus dem Migrantenstadl - Wie können Kunst und Kultur ein Zusammenleben in Vielfalt möglich machen?" in Erfurt am 17. Mai 2018.
Thomas Kunsch

Podiumsdiskussion: Aus dem Migrantenstadl - Wie können Kunst und Kultur ein Zusammenleben in Vielfalt möglich machen?

Im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion in Erfurt diskutierten Vertreter aus Kunst, Wissenschaft und Politik über den Beitrag der Kunst für das Zusammenleben in Vielfalt. Die Veranstaltung war eine Zusammenarbeit von Deutscher UNESCO Kommission, Bertelsmann Stiftung, Deutschlandradio Kultur und der Landeshauptstadt Erfurt. 

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Anlass für die Veranstaltung war die Studie „Kunst in der Einwanderungsgesellschaft“ die am selben Tag von Bertelsmann Stiftung und Deutscher UNESCO Kommission veröffentlicht wurde. Sie ist Teil des diesjährigen Reinhard Mohn Preis zum Thema „Vielfalt leben – Gesellschaft gestalten“. 

Ausgangspunkt war die Frage, welchen Stellenwert Kunst für den gelingenden Umgang mit Vielfalt in der Gesellschaft hat. Auf dem Podium im Collegium Maius, der alten Universität Erfurt, diskutierten der Theaterregisseur Ersan Mondtag, der Geschäftsführer der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen Albert Schmitt, die Autorin Tunay Önder sowie der Kulturdirektor der Landeshauptstadt Erfurt Tobias Knoblich mit Moderator Sebastian Engelbrecht vom Deutschlandfunk. 

Die etablierten Kultureinrichtungen in Deutschland hätten sich bislang noch zu wenig auf die tatsächliche Vielfalt der Gesellschaft eingelassen, weder auf den Bühnen noch davor, so Ersan Mondtag. Er forderte daher, dass mehr Menschen mit Migrationshintergrund in der Kunst ihren Platz finden müssten. Tunay Önder wies darauf hin, wie groß die Hürden sind, die sich gerade für Migranten ergeben, um an Kunst und Kultur teilzuhaben. Dass man einen langen Atem brauche, um etwas zu verändern, sagte Albert Schmitt von der deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Diese hat ihr Domizil in einer Schule im sozial schwachen Bremer Stadtteil Osterholz-Tenever. Die Kammerphilharmonie hatte sich freiwillig verpflichtet, mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Einwohnern des Stadtteils in eigenen Musikproduktionen zusammenzuarbeiten. Kulturdirektor Tobias Knoblich wies darauf hin, dass Erfurt im Vergleich zu anderen Städten einen geringen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund hat. Dennoch gäbe es zahlreiche Projekte und Initiativen der Kunst, die in der Stadt den Umgang mit Vielfalt adressierten. 

Die Podiumsdiskussion wurde in der Sendung Wortwechsel des Deutschlandfunk Kultur übertragen und kann dort nachgehört werden. 

Publikation: Kunst in der Einwanderungsgesellschaft

Die Studie „Kunst in der Einwanderungsgesellschaft“ untersucht die Rolle der unterschiedlichen Künste für das Zusammenleben in Vielfalt. Anhand von zwölf Fallbeispielen wird die Bandbreite der künstlerischen Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt, Einwanderung und Integration aufgezeigt. Die Fallbeispiele reichen von Oper und Kammermusik über Tanz und Film bis hin zu Installationen im öffentlichen Raum sowie Blogs. Aus den Ergebnissen leitet die Studie Handlungsempfehlungen für eine Kulturpolitik in der Einwanderungsgesellschaft ab, die den Zusammenhalt in Vielfalt fördert.

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