Veranstaltung Escaping the Escape

Warum Menschen flüchten oder auswandern

Kriege, Konflikte, korrupte Regime und Arbeitslosigkeit treiben Menschen zur Flucht und Migration aus ihrer Heimat. Darüber sprachen Autoren der Publikation „Escaping the Escape – Europe and the Humanitarian Migration Crisis“ bei zwei Veranstaltungsreihen in europäischen Hauptstädten.

Ansprechpartnerin

Ansprechpartner

Im Kurzinterview im Film erläutern einige unserer Autoren Fluchtursachen und mögliche Gegenmaßnahmen:

Bereits im März begleiteteten Mariam Safi (Afghanistan), Ziad Majed (Libanon/Syrien), Sezer Özcan (Türkei), Abdulkader Mohammad (Eritrea), Shola Omotola (Nigeria) und Zakariya El Zaidy (Libyen) die erste dieser Debattenreihen, die uns nach Brüssel, Berlin, Malta und Rom führte. Im April fand die zweite Debattenreihe mit den Veranstaltungsorten Bratislava, Wien, Warschau und Luxemburg statt, hier sprachen erneut Mariam Safi, Shola Omotola und Zakariya El Zaidy, diesmal stießen noch Dane Taleski (Mazedonien/Westl. Balkan) und Hrihoriy Nemyria (Ukraine) hinzu. Sie alle repräsentieren Krisenherde und gleichzeitig Hauptherkunfts- und Transitländer von Flüchtlingen und Migranten nach Europa.

Sie erklärten nicht nur, warum viele ihrer Landsleute die Heimat verlassen – alle Experten schlugen auch vor, wie den Ursachen von Flucht und Migration am besten begegnet werden könne. Ihre zentralen Plädoyers: die Weltgemeinschaft möge Flüchtlingshilfe nachhaltig mit Geld und Experten aufstocken, Europa möge legale Zugangswege für Migranten schaffen, Schlepperbanden bekämpfen, nicht mit korrupten Diktatoren zusammenarbeiten sondern Rechtstaatlichkeit fördern, keine Waffen in Kriegsgebiete verkaufen sondern eine aktive Friedenspolitik in ihren krisengeschüttelten Nachbarschaften betreiben. Außerdem solle die EU ihre Agrar-Exportpolitik ändern, denn diese raube vielen Kleinbauern in West- und Ost-Afrika die Existenzgrundlage.  

Stoff genug für intensive Debatten mit einem interessierten und gut informierten Publikum in Europas Hauptstädten:

Die Fondazione Brodolini, die mit der Bertelsmann Stiftung schon zu ihren Studien zu TTIP und SIM zusammengearbeitet hatte, lud nach Rom ein. Dass eine deutsche Stiftung in Italien mit dem Fluchtthema Flagge zeigt, wurde in Rom mit Wohlwollen aufgenommen, denn die meisten Flüchtlinge und Migranten erreichen die EU zurzeit über das zentrale Mittelmeer in Süditalien. So wurde die Autoren-Delegation auch im italienischen Außenministerium vom neuen Menschenrechtsbeauftragten der italienischen Regierung Fabrizio Petri empfangen.

Die Ausbildungsakademie für junge Diplomaten aus dem Mittelmeerraum MEDAC lud unsere Experten-Delegation nach Malta ein. Der Inselstaat hat momentan die EU-Ratspräsidentschaft inne. Der maltesische Vize-Innenminister eröffnete unsere Veranstaltung mit Zitaten aus "Escaping the Escape".

In Bratislava, Slowakei, kooperierte die Bertelsmann Stiftung bei der Ausrichtung der Debatte mit dem IVO Institute for Public Affairs; das fast gleichnamige ISP Institute of Public Affairs organisierte die Debatte in Warschau, für die die EU-Delegation in Warschau Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatte. Hier führte der Leiter der Delegation, Marek Prawda, in die Diskussion ein. Die Slowakei und Polen gehören zu den Ländern, die eine solidarische Verteilung von Flüchtlingen und Migranten auf die Mitgliedstaaten der EU ablehnen. Umso erfreulicher waren für alle Beteiligten auch hier sehr konstruktive Debatten und viele interessierte Nachfragen.

Der Wiener Partner, das wiiw Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche, hatte im Presseclub Concordia zu einer sehr intensiven Diskussion mit mehreren Fragerunden zusammen gebracht, in denen die Autoren versiert Rede und Antwort standen. Ein Treffen mit Vertretern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die jetzt auch den Auftrag hat, sich dem Thema Flucht / Migration in seiner Relevanz für Sicherheitsfragen zu stellen, ergänzte das Programm.

In Luxemburg hatte die deutsche Botschaft als Partner in die Residenz des Botschafters geladen. Darüber hinaus gab es Termine im Europäischen Gerichtshof (EuGH), der immer mehr Fälle verhandelt und entscheidet, die sich mit Migration und Asyl befassen (z.B.: zum humanitären Visa) und mit Mitarbeitern der Europäischen Investitionsbank, die beauftragt ist, mehr Finanzen für Projekte zur Flucht- und Migrations-Ursachenbekämpfung zu mobilisieren.

Unser Buch "Escaping the Escape" porträtiert die 21 Länder und Regionen in der Europäischen Nachbarschaft, aus denen die meisten Flüchtlinge und Migranten herkommen beziehungsweise in denen sie sich aufhalten. Die 21 Autoren erklären die Ursachen und schlagen vor, wie Flucht und Migration verhindert werden können. Die Publikation umfasst auch umfangreiches Karten- und Grafikmaterial. Das Buch des Europa-Programmes wurde auf der Münchner Sicherheitskonferenz vorgestellt.

Einen Einblick in die Themen des Buches geben die Autoren in den Videos:

Christian Hanelt

Abdulkader S. Mohammad

Shola Omotola

Mariam Safi

Zakariya El Zaidy

Ziad Majed