Mario Wiedemann, Bürge Uprak

Open Data unter Druck – das 22. Netzwerktreffen zeigt starke Praxisbeispiele

Am 08. Juli hat das 22. digitale Open-Data-Netzwerktreffen stattgefunden. Die politischen Rahmenbedingungen für Open Data stehen derzeit unter Druck. Gleichzeitig zeigte das Netzwerktreffen eindrucksvoll, mit welchen konkreten Praxisbeispielen die Open-Data-Community offene Daten weiter voranbringt – von neuen Frameworks über KI-Anwendungen bis hin zu föderierten Datenlösungen für die soziale Arbeit.

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Mario Wiedemann
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Bürge Uprak
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Petra Beckhoff
Project Assistant

Inhalt

Zum Auftakt des Netzwerktreffens ordnete Mario Wiedemann, Leiter des Projekts „Daten für die Gesellschaft“ der Bertelsmann Stiftung, die aktuelle politische Entwicklung rund um Open Data ein. Dabei kam er zunächst auf die tagespolitische Gemengelage rund um Open Data zu sprechen. Die derzeit diskutierte Verschärfung des Informationsfreiheitsgesetzes durch die schwarz-rote Regierungskoalition wird dabei in der Open-Data-Community stark kritisiert. Künftig sollen nur noch natürliche und keine juristischen Personen mehr Anfragen im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes stellen dürfen. Zudem müssen diese Personen ein berechtigtes Interesse an den Daten nachweisen, was eine Art Beweislastumkehr zur bestehenden Gesetzeslage darstellt: bisher musste der Staat die Geheimhaltung begründen.

Warum offene Daten aus der Zivilgesellschaft wichtig sind

Nach der traditionellen Netzwerkrunde begannen die Impulse der Gastreferenten. Klemens Maget und Tim Schnettker von der Open Data Informationsstelle Berlin stellten das Open-Data-Engagement-Shell-Framework (ODES-Framework) vor. Mit dieser nutzendenzentrierten Perspektive auf offene Daten sollen konkrete Hilfestellungen dazu angeboten werden, wie offene Daten in Berlin veröffentlicht und genutzt werden können. In einem kürzlich veröffentlichten Paper haben die Berliner Autor:innen das Framework und seinen praktischen Nutzen ausführlich beschrieben.

KI und offene Daten im gemeinnützigen Sektor

Weiter ging es mit einem Vortrag von Johannes Schricker, Vorstand der Münchener Stiftung Kulturator, der den über 70 Teilnehmenden die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz im gemeinnützigen Sektor vorstellte. Von Prozessautomatisierung und Übersetzungshilfe in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit bis hin zur Identifizierung von Best-Practice-Beispielen präsentierte Johannes viele Beispiele, wie KI Tätigkeiten im Stiftungskontext beschleunigen und vereinfachen kann. Gleichzeitig plädierte er dafür, dass der gemeinnützige Sektor viel mehr offene Daten bereitstellen sollte.

Im dritten Vortrag stellten Angela Berger und Benjamin Degenhart vom Civic Data Lab der Caritas einen Prototyp für föderierte Adress- und Angebotsdatenbanken in der sozialen Arbeit vor. Dieser soll verschiedene Angebote innerhalb der Sozialen Arbeit zusammenführen und an einem Ort abrufbar machen. Das Tool ermöglicht es unter anderem Fehler in Daten automatisiert zu korrigieren und bietet eine Navigationskarte für alle Praktiker:innen aus der Sozialen Arbeit in Deutschland an. Das Angebot ist voraussetzungsarm und richtet sich an alle Ebenen der Sozialen Arbeit – vom Trägerverband bis zu den Akteur:innen vor Ort.

Der Datenatlas Zivilgesellschaft feiert seinen ersten Geburtstag

Feierlich wurde es beim letzten Vortrag des Netzwerktreffens. Bürge Uprak stellte die erreichten Meilensteine des Datenatlas Zivilgesellschaft, der in diesem Monat seinen ersten Geburtstag feiert, vor. Mittlerweile gibt es ein digitales Badge für Organisationen, die im Datenatlas Zivilgesellschaft registriert sind, und der Datenatlas wurde auf über zehn Veranstaltungen zentralen Akteur:innen in der deutschen Engagementlandschaft vorgestellt. Nach wie vor freuen wir uns über jede gemeinnützige Organisation oder Initiative, die Interesse am Datenatlas hat und beraten diese gerne mit einem unserer Unterstützungsangebote.

Das nächste Open-Data-Netzwerktreffen findet am 04. November 2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr online statt. Die Themen werden auf der Seite zu unseren Netzwerktreffen bekanntgegeben. Wir freuen uns darauf, viele bekannte, aber auch zahlreiche neue Gesichter begrüßen zu dürfen.

Hier anmelden: Das Open-Data-Netzwerktreffen