Workshop Weltoffene Kommunen
Bertelsmann Stiftung

Veranstaltung : Wir brauchen ein konsensfähiges Leitbild zur „Weltoffenen Kommune“

In diesem Workshop von Bertelsmann Stiftung, PHINEO und Stiftung Mercator arbeiteten Kommunen und Experten weiter zum Thema „Weltoffene Kommune“. Hierbei wurden die Chancen, wie beispielsweise der Mehrwert dieses geplanten kommunalen Selbst-Checks, sowie die Herausforderungen diskutiert. Die Akteure benannten den Aspekt der mehrheitsfähigen Interpretation des Leitbilds als notwendigen Erfolgsfaktor.

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Was heißt es eigentlich, eine „Weltoffene Kommune“ zu sein? Mit dieser Fragestellung und weiteren impulsgebenden Ausführungen zu diesem Leitbild eröffnete Dr. Kirsten Witte, Direktorin des Programms „Lebenswerte Kommune“, die Veranstaltung. Claudia Walther, Senior Project Manager des Projekts „Ankommen in Deutschland“ stellte anschließend die erarbeiteten Kriterien des ersten Workshops vom 16. Oktober 2017 unter Berücksichtigung der Indikatoren des Vorbildkonzepts von „Welcoming America“ vor.

Einen besonders spannenden Abschnitt des Workshops bildete der Vortrag von Prof. Dr. Roland Roth von der Hochschule Magdeburg-Stendal. Zunächst gab er als Mitglied der Auswahlkommission seine Eindrücke aus dem Wettbewerb „Zusammenleben Hand in Hand – Kommunen gestalten“ wieder, indem er auf die große Resonanz des Wettbewerbs und die Vielfalt der Konzept- und Projektvorschläge hinwies – mit der Anmerkung, dass die Siegerehrung im Juli 2018 stattfinden werde. Roth erweiterte seine Ausführungen um eine analytische Perspektive, indem er mit den folgenden Worten auf die deutlich wahrzunehmende Verschiebung im Migrations- und Integrationsdiskurs hinwies: „Heute gibt es einen Perspektivenwechsel vom Problem- zur Ressourcenorientierung: Da passt Demographie rein, da passt Fachkräftemangel rein aber auch die Debatte, dass Vielfalt selbst eine Ressource ist.“ Gleichzeitig warnte Roth, dass die „Weltoffene Kommune“ mit dem deutlich wahrzunehmenden rechtspopulistischen Diskurs auch mit Gegnern zu rechnen habe.

Nach der Mittagspause ging es an die reflektierte Erweiterung der beim ersten Workshop erarbeiteten Kriterien zur „Weltoffenen Kommune“. Die Gruppenarbeit fand in vier Themenblöcken statt: 

  1. Leitbild/ Haltung & Management
  2. Interkulturelle Orientierung
  3. Begegnung und Partizipation
  4. Kommunikation.

Beim Zusammentragen der Ergebnisse wurde von allen Beteiligten besonders hervorgehoben, dass der Mehrwert einer „Weltoffenen Kommune“ als Erfolgsfaktor erkennbar gemacht werden solle.

In einem anschließenden Impulsreferat knüpfte Christiane von Bernstorff von PHINEO an diese Kriterien an und machte deutlich, dass die bisherigen Workshops die Grundlage für die Entwicklung eines gemeinsamen Orientierungsrahmens und der Indikatoren der „Weltoffenen Kommune“ bilden.

In der abschließenden Diskussionsrunde kamen weiterführende relevante Impulse zu diesem Thema zum Tragen. Dr. Helmut Schweitzer, langjähriger Leiter des Kommunalen Integrationszentrums in Essen betonte beispielsweise, dass der Zusammenhalt unserer Gesellschaft sowie der Aspekt der Zukunftsfähigkeit im Kontext der „Weltoffenen Kommune“ im Vordergrund stehen sollten. Wichtig sei dabei das Aufgreifen vorhandener Strukturen und Ressourcen sowie die Anschlussfähigkeit in alle Richtungen, betonte Claudia Walther.

Die Positionierung der Bertelsmann Stiftung zum Konzept der „Weltoffenen Kommune“ wurde durch Dr. Kirsten Wittes abschließende Anmerkung folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „Ich sehe am Ende nicht den Bertelsmann Siegel, der ‚gute‘ von ‚schlechten‘ Kommunen unterscheiden soll, sondern eine konsensfähige Interpretation des Leitbilds ‚Weltoffene Kommune‘, hinter der sich möglichst die Mehrheit einer Stadtgesellschaft versammeln kann“.

Der nächste Workshop findet am 13./14. November 2018 in Kombination mit Transatlantic Exchange Conference in Berlin statt.

Redaktionelle Mitarbeit

Redaktionelle Mitarbeit

Alis Tufenkchyan

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