Auf einer glatten Spiegelfläche steht eine Weltkugel aus Glas. In der Reflexion der Glasplatte spiegelt sich der Farbkranz der SDG
© Montage: mauritius images/Westend61/Andrew Brookes; United Nations/globalgoals.org

Studie: SDG-Indikatoren für kommunale Entwicklungspolitik

Der Beitrag, der mit kommunaler Entwicklungspolitik zu den internationalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) geleistet werden kann, ist messbar: In einem gemeinsamen Vorhaben mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) und der Kommunalen Gemeinschaftsstelle (KGSt) sowie ausgewählten Modellkommunen hat die Bertelsmann Stiftung SDG-Indikatoren für kommunale Entwicklungspolitik entwickelt und erprobt.

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Um die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) wirksam umzusetzen, kommt den Kommunen eine zentrale Rolle zu. In den Städten, Kreisen und Gemeinden werden die Folgen des Klimawandels, des demographischen Wandels, der Digitalisierung oder anderer globaler Herausforderungen „wie durch ein Brennglas“ sichtbar und können wirksame Lösungen zu ihrer Bewältigung erarbeitet werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei das entwicklungspolitische Engagement der Kommunen, das sich auf Aktivitäten vor Ort ebenso bezieht wie auf Maßnahmen in anderen Ländern.

In einem Modellprojekt ging es nun darum, den entwicklungspolitischen Beitrag von Kommunen zur Umsetzung der SDGs – mit Hilfe von Indikatoren – messbar zu machen. Die SDG-Indikatoren für kommunale Entwicklungspolitik sollten möglichst einfach zu erheben, steuerungsrelevant und interkommunal vergleichbar sein. Das Projekt wurde von Anfang April 2019 bis Ende Juni 2020 durch die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global, der Kommunalen Gemeinschaftsstelle sowie ausgewählten Modellkommunen durchgeführt.

Die SKEW hat das Projekt mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziell gefördert und ihre umfangreichen Erfahrungen in der Unterstützung von Kommunen im Bereich der Entwicklungspolitik eingebracht. Bei der Kommunalen Gemeinschaftsstelle wurde auf langjährige Erfahrungen mit interkommunalen Kennzahlenvergleichen zurückgegriffen. Als Modellkommunen haben sich die Städte Eltville am Rhein, Erlangen, Ingolstadt, Leipzig und Stuttgart sowie der Enzkreis, der Kreis Mettmann und der Landkreis Passau aktiv am Projekt beteiligt. Darüber hinaus haben die Städte Freiburg i. Brsg. und Nürnberg sowie der Kreis Nordfriesland das Projekt unterstützt und Informationen zu ihren entwicklungspolitischen Maßnahmen zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen des Projektes wurden die SDGs zunächst auf Relevanz für den Bereich der kommunalen Entwicklungspolitik überprüft. Anschließend wurden geeignete Indikatoren zur Abbildung der relevanten Nachhaltigkeitsziele definiert und beschrieben. Daraufhin folgte die testweise Erhebung der Indikatoren in den teilnehmenden Modellkommunen. Nach der Auswertung und Analysen der Erhebungsergebnisse sind die Indikatoren sowie die entsprechenden Erhebungshilfen zum Teil noch einmal angepasst worden.

Die Projektergebnisse stehen allen Kommunen zur Verfügung, die ihren entwicklungspolitischen Beitrag zur Umsetzung der SDGs messen möchten. Darüber hinaus gehen die SDG-Indikatoren für kommunale Entwicklungspolitik in den Gesamtkatalog der SDG-Indikatoren für Kommunen ein, der seit 2017 von der Bertelsmann Stiftung, der SKEW, den kommunalen Spitzenverbänden, dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu), dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sowie der Deutschen Sektion des Rates der Gemeinden und Regionen Europas entwickelt und stetig weiterentwickelt wird.

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