Europa bei Nacht aus dem Weltall betrachtet. Man kann die Umrisse des Kontinents erkennen und die Lichter der Städte und Besiedlungen
© NicoElNino - stock.adobe.com

, Hintergrund: Europa auf einen Blick: Studien und Analysen zur Europawahl

"Schicksalswahl", "wichtig wie nie zuvor" – wenn es um die diesjährige Wahl zum Europäischen Parlament geht, greifen viele Politiker zu Superlativen. Die Wahlbeteiligung könnte insgesamt steigen. Doch wer profitiert davon? Was denken die Europäer selbst über ihren Kontinent? Wo liegen die größten Baustellen in der EU? Auf unserer Überblickseite finden Sie Ansprechpartner und Studien zu Europa.

Brüssel und Straßburg sind überall: Einheitliche Sozialstandards, Grenzwerte für Umweltbelastungen in unseren Städten oder Regeln für das Internet –  das Europäische Parlament stellt in unzähligen Entscheidungen die Weichen für unsere Zukunft. Wer dort zukünftig den Ton angibt, entscheiden die Europäer. Doch was denken die EU-Bürger über ihre Zukunft, die Rolle der EU in der Welt und was sind ihre Ängste und Sorgen?

Was denken die Europäer?

Mit unseren EU-Umfragen, eupinions, fragen wir regelmäßig repräsentativ für die EU und die größten Mitgliedsstaaten, was die Menschen bewegt. Die Ergebnisse zeichnen ein vielfältiges Bild von Europa: So sind die Zustimmungswerte für die EU in den letzten Jahren fast durchgehend kontinuierlich gestiegen und die Europäer wünschen sich allgemein eine stärkere Rolle der EU international, doch mit der Arbeitsweise und der Richtung, in die sich die EU bewegt, sind die Europäer zunehmend unzufrieden.

Gleichzeitig überwiegt bei vielen Europäern ein Gefühl der Nostalgie und sie sehen die EU durchaus als Schutzschirm gegen die Globalisierung.

Die Grafik zeigt, dass in der gesamten EU sowie in Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und Spanien eine klare Mehrheit der Aussage zustimmt, dass die Welt früher ein besserer Ort gewesen sei.
Der Aussage, dass die Welt früher ein besserer Ort gewesen sei, stimmen die meisten Befragten in der EU zu.

Soziale Gerechtigkeit in Europa

Wie die EU-Staaten mit den Herausforderungen von Globalisierung und Strukturwandel umgehen, bildet regelmäßig der Gerechtigkeitsindex ab. Er untersucht für alle EU-Staaten Werte wie Armutsrisiken oder Arbeitslosenzahlen und zeigt, dass die Wirtschaftskrise der letzten zehn Jahre mittlerweile überwunden ist. Dennoch haben sich die EU-Mitglieder in unterschiedlichem Tempo aus der Krise gearbeitet. Die Unterschiede in Bezug auf Sozialstandards und Arbeitsmarkt zeigt auch unser Hintergrundpapier "Wie geht's Europa", das für sechs Themenfelder wie Armut oder Sozialstandards empirische Daten erhebt und Reformvorschläge ausarbeitet.

Die Grafik zeigt, wie hoch die Teilhabechancen in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten ausfallen. Im Süden und Osten Europas sind sie eher niedrig, im Norden und Westen eher hoch.
Der Gerechtigkeitsindex zeigt an, wie gerecht es in Europa zugeht. Je höher die Index-Zahl, desto besser steht das Land da.

Die Finanz- und Wirtschaftsunion

Die Finanzkrise ist in Deutschland aufgrund sinkender Arbeitslosenquoten und eines robusten Wirtschaftswachstums der letzten Jahre kaum noch Thema. Doch andere EU-Staaten spüren noch immer die Auswirkungen. Gemeinsam sollen Schutzmechanismen ein Auseinanderbrechen der EU und die gegenseitige Ansteckungsgefahr bei Krisen minimieren.

Doch was bedeuten Begriffe wie Konvergenzkriterien, Bankenunion oder die vier Freiheiten? Und was leisten Gemeinschaftsinitiativen wie eine europäische Arbeitslosenrückversicherung? Unsere Europa Briefings aus dem Projekt "Repair and Prepare" sowie eine Studie zur Arbeitslosenrückversicherung klären auf.

Demokratiestandards in der EU

Europa ist die Wiege der Demokratie. Doch eine demokratische Vergangenheit schützt nicht immer vor einer autoritären Zukunft. Wie sieht es mit Standards für Demokratie und Regierungsführung in Europa aus? Die aktuelle Ausgabe der "Sustainable Government Indicators" zieht eine ernüchternde Bilanz: In 16 von 28 EU-Staaten haben sich die Demokratiestandards 2018 verschlechtert. Die Autoren kritisieren vor allem, dass vielerorts nicht mehr im Interesse des Ausgleichs und Kompromisses regiert wird, sondern Regierungen zunehmend bewusst polarisieren, um einzelne Wählergruppen zufriedenzustellen.

Wie sich die Bürger selbst in die europäische Demokratie einbringen können, zeigen unsere Untersuchungen zur Europäischen Bürgerinitiative. Die meisten Europäer wissen gar nicht, dass sie mit ihren Unterschriften Brüssel bitten können, ein konkretes Gesetz zu erarbeiten. Warum das so ist und wie die Bürgerinitiativen reformiert werden könnten, zeigen unsere Untersuchungen.

Die Grafik zeigt, dass die Demokratiequalität in den EU- und OECD-Staaten zwischen 2011 und 2018 gesunken ist. Besonders stark ist der Rückgang beim Aspekt "Informationszugang, Medienpluralismus und Medienfreiheit". Aber auch die Ergebnisse bei Wahlprozess, Rechtstaatlichkeit und Bürgerrechten und politischen Freiheiten haben sich verschlechtert.
In allen Kategorien ist die Qualität der Demokratie in den EU- und OECD-Staaten zwischen 2011 und 2018 gesunken.

Blogs und Bücher: Noch mehr Europa

Auch in Blogs und Büchern und regelmäßigen Veranstaltungen sind wir für Europa aktiv. Unser langjähriger Europaexperte Joachim Fritz-Vannahme schreibt auf seinem Blog "Global Europe", regelmäßig über alles, was Europa bewegt: vom Aachener Vertrag bis zur Zollunion.

Unser Buchprojekt "Twelve Stars" nähert sich Europa aus philosophischer Perspektive. In zahlreichen Online-Diskussionen haben Wissenschaftler mit EU-Bürgern im letzten Jahr über die drängendsten Fragen für die Zukunft Europas diskutiert. Herausgekommen ist ein einzigartiges Buch, in dem einzelne Essays drängende Zukunftsfragen der EU diskutieren.

Ähnliche Artikel

Wir_waehlen_EUROPA_Palette.jpg(© © Mr.Mockup™)

Veranstaltung: Wir wählen Europa! Debattierfest zur EU am 13. März in Bielefeld

AdobeStock_100621732_KONZERN_ST-EZ.jpeg(© © Thomas Reimer - stock.adobe.com)

EUPINIONS: Make Europe great again? Europäer sehnen sich nach der Vergangenheit

iStock_000041375074_bearbSJI2017.jpg_ST-NW(© IStockphoto / George Clerk)

Social Justice Index: EU arbeitet sich aus der Krise

AdobeStock_154559785_KONZERN_ST-NW.jpeg(© © vege - stock.adobe.com)

Studie: Die Qualität der Demokratie nimmt in vielen Industriestaaten ab