Eine blonde, junge Frau hält ein Plakat. Auf dem Plakat werden die 17 Icons der Nachhaltigkeitsziele dargestellt.
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Agenda 2030 der Vereinten Nationen: SDG-Indikatoren für Kommunen

Sieben Partner haben gemeinsam Indikatoren zur Abbildung der Sustainable Development Goals entwickelt: Bertelsmann Stiftung, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Deutscher Landkreistag, Deutscher Städtetag, Deutscher Städte- und Gemeindebund, Deutsches Institut für Urbanistik sowie Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt. Die ersten Projektergebnisse liegen jetzt vor.

Nachhaltige Entwicklung in Kommunen von zentraler Bedeutung

Nachhaltigkeit beginnt in den Kommunen, sie sind die Basis der Umsetzung der 17 SDGs und ihrer 169 Unterziele. In den Städten, Kreisen und Gemeinden wird sich letztendlich entscheiden, ob nachhaltige Entwicklung ein Erfolg wird. Deshalb ist die Art und Weise, wie Kommunen das Thema Nachhaltigkeit und die Umsetzung der SDGs angehen und weiterentwickeln, von zentraler Bedeutung. Letztendlich werden es die Städte und Gemeinden sein, in denen der Kampf um eine nachhaltige Entwicklung gewonnen oder verloren wird.

Umsetzung der SDGs in den Kommunen

Kaum eine Kommune, die sich derzeit mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, tut dies also, ohne verstärkt die SDGs in den Blick zu nehmen und deren Relevanz und Beeinflussbarkeit in der konkreten Situation vor Ort zu prüfen. Dies könnte nun jede Kommune für sich und alleine tun. Jede Kommune könnte zum Beispiel selbst Indikatoren erarbeiten, um den Stand und die Entwicklung bei der Erreichung der SDGs zu erheben und zu verfolgen. Vielleicht aber ist es effizienter und effektiver, gemeinsam zu überprüfen und zu dokumentieren, welche Indikatoren für ein Monitoring der SDGs in deutschen Kommunen gut geeignet sind.

SDG-Indikatoren für Kommunen jetzt online!

Diesen Weg ist die Arbeitsgruppe „SDG-Indikatoren für Kommunen“ gegangen, die sich aus Vertretern der oben genannten, sieben Organisationen gebildet hat: Der nun vorliegende Indikatorenkatalog (vgl. Downloads in der Spalte rechts) bildet das Ergebnis eines gut einjährigen intensiven Arbeitsprozesses ab. Er dokumentiert den aktuellen Stand der Arbeit – ohne Anspruch auf Endgültigkeit oder Allgemeinverbindlichkeit. Er beschreibt einen Zwischenstand auf hohem gesichertem Niveau, der nun der praktischen Erprobung vor Ort, der Diskussion und sicherlich der Überarbeitung bedarf.

Screening vorhandener Indikatorensets und -definitionen

Bei der Auswahl und Definition der vorgelegten SDG-Indikatoren wurde weitgehend auf vorhandene Indikatorensets und -definitionen zurückgegriffen. Soweit als möglich werden flächendeckend verfügbare Indikatoren vorgeschlagen – aber es werden auch Indikatoren empfohlen, die dies nicht sind. Der Grund dafür: Es sollte versucht werden, die SDGs in ihrer ganzen Breite abzubilden. Die Begründung für eine Begrenzung der Zahl der letztendlich ausgewählten (Kern-)Indikatoren ergibt sich vor allem daraus, dass ein möglichst überschaubarer und handhabbarer Indikatorenkatalog zur Verfügung gestellt werden soll. Das Ergebnis: Im Indikatorenkatalog wurde für alle SDGs die gleiche Zielgröße von ca. 3 (Kern-) Indikatoren angestrebt.

Grundsätzliche Gleichberechtigung der 17 SDGs

Diese Zielgröße wurde für einzelne, kommunal besonders wichtige SDGs bewusst überschritten. SDG Nr. 11 bspw. wird mit fünf Indikatoren repräsentiert. Für andere SDGs wurde die Zielgröße aufgrund einer eher untergeordneten Bedeutung für Kommunen oder aufgrund eines Mangels verfügbarer Indikatoren auch unterschritten. Wenn möglich, wurden Indikatoren nicht nur einem, sondern mehreren SDGs zugeordnet. Die vorgeschlagenen (Kern-)Indikatoren betreffen zum Teil die Gemeindeebene; zum Teil werden sie auf Kreisebene abgebildet. Wenn einzelne Themenfelder der SDGs noch nicht umfassend abgebildet werden konnten, nimmt die Arbeitsgruppe das als Auftrag für die weitere Arbeit an. 

Baukasten für die individuelle Anpassung vor Ort

In jedem Fall aber soll betont werden: Der nun entwickelte Katalog an SDG-Indikatoren ist ein erster Vorschlag seitens der Projektinitiatoren. Jede Kommune kann und soll auf Basis der jeweiligen Rahmenbedingungen und Schwerpunktsetzungen vor Ort entscheiden, welche Indikatoren zur Abbildung des jeweiligen Beitrags zu den SDGs und der Agenda 2030 geeignet sind. Unser Baukasten ermöglicht es, jederzeit Indikatoren wegzulassen, zu verändern oder zu ergänzen. Die umfassenden Indikatorensteckbriefe bzw. Indikatorenlisten können hierfür eine Arbeitshilfe sein (vgl. Downloads in der Spalte rechts).

SDG-Indikatorenwerte im Wegweiser Kommune abrufbar

Für zwei Drittel der vorgeschlagenen SDG-Indikatoren liegen – zumindest auf Kreisebene, zum Teil aber auch auf Gemeindeebene – flächendeckend Daten vor. Diese Daten werden auf dem Portal „Wegweiser Kommune“ bereitgestellt (vgl. Link in der Spalte rechts). Neben konkreten Indikatorenwerten für Städte und Gemeinden über 5.000 Einwohner sowie die Landkreise finden sich im Wegweiser Kommune auch allgemeine Handlungsempfehlungen, praktische Beispiele und Berichte.

Erprobung in den Kommunen ausdrücklich erwünscht

Um die Identifikation anderer oder weiterer Indikatoren durch die Kommunen zu erleichtern, finden in der Ergebnisbroschüre der Arbeitsgruppe nicht nur die ausgewählten (Kern-)Indikatoren Erwähnung, sondern auch alle weiteren, die im Rahmen der Arbeit gesammelt und bewertet wurden. Wir veröffentlichen einen konsolidierten Zwischenstand, der eine stetige Weiterentwicklung unserer Vorauswahl an Indikatoren auf Basis praktischer Erprobungen und statistischer Datenanalysen vorsieht.

Der Wunsch der Arbeitsgruppe ist nun, dass mit den von ihr gesammelten und ausführlich beschriebenen SDG-Indikatoren vor Ort gearbeitet wird. Wir werden diese Arbeit begleiten und evaluieren, um den Bedarf für eine Weiterentwicklung zusammen zu tragen. Anregungen und Feedback sind uns deshalb mehr als willkommen!

Das Logo des Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung, Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag, Deutscher Städte- und Gemeindebund, Deutsches Institut für Urbanistik, Engagement Global, Servicestelle Kommunen in der einen Welt, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Bertelsmann Stiftung.

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