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Vernetztes Unternehmensengagement

Unternehmen und Regionen stehen vor ähnlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen, denn Unternehmen stehen stets in enger Wechselbeziehung mit ihrer Region. Mit gesellschaftlichem Engagement können Unternehmen die weichen Standortfaktoren wesentlich beeinflussen. Damit tragen sie zur Stärkung von Regionen und des eigenen Standorts bei. Die größte Wirkung haben Kooperationen.

Foto Jakob Christof Kunzlmann
Jakob Christof Kunzlmann
Project Manager

Inhalt

Die Sicherstellung der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland ist im Grundgesetz verankert. Die regionalen Disparitäten hinsichtlich Lebenschancen und -qualität für die Einzelnen sind jedoch erkennbar. Es gibt starke Regionen, die eine niedrige Arbeitslosenquote, gute Infrastruktur und Zuzüge verzeichnen, diese sind attraktiv für Arbeitnehmer. Aber es gibt ebenfalls Regionen, die schrumpfen, die wirtschaftlich abrutschen und dazu tendieren, in Krisenkreisläufe abzurutschen.

Unternehmen können einen Beitrag dazu leisten, weiche Standortfaktoren in dem Maße zu gestalten, dass zukünftige Mitarbeiter diese Region als lebenswert empfinden. Sie können sich in vielerlei Hinsicht einbringen: Im Bereich Kultur und Freizeit, bei der Bekämpfung der Folgen sozialer Ungleichheit, bei Bildung und Ausbildung junger Menschen oder bei Integration und Inklusion.

Doch Einzelinitiativen von Unternehmen verbleiben oftmals im direkten Umfeld von Unternehmen. Um regional Wirkung zu entfalten, bedarf es einer Vernetzung von Unternehmen.

Wir haben im Rahmen einer Netzwerkanalyse die Gelingensbedingungen für vernetztes Unternehmensengagement im Saarland untersucht. Wie sollten sich Netzwerke aufstellen, um gemeinsames Engagement zu verstetigen und Einfluss auf weiche Standortfaktoren zu nehmen?

1.     Ermittlung Status-quo

Sowohl Regionalentwicklungsprozesse als auch Unternehmensengagement starten in der Regel nicht bei null. Es gilt daher, die Ausgangslage zu erfassen und Synergieeffekte zu erkennen und systematisch zu nutzen.

2.     Kräfte bündeln

Zentrale Voraussetzung ist eine gemeinsame Strategie, die nach innen wie nach außen kommuniziert wird. Gleichzeitig ist ein Netzwerk-Koordinator wichtig, der über ein klares Mandat, ein entsprechendes Standing in der Region, die Anerkennung der Akteure und über hinreichende Ressourcen verfügt.

3.     Mitstreiter gewinnen

Um langfristig stabile Strukturen aufzubauen, bedarf es "vieler Schultern", die zeitlich oder inhaltlich Verantwortung übernehmen. Die Bereitschaft und Motivation von allen muss gegeben sein.

4.     Konkrete Themen und dazu passende Impulse

Umsetzungsorientierte Themenfelder und konkrete Projekte verstärken die Relevanz in der Region. Die Offenheit von Netzwerken gegenüber neuen Ideen und Akteuren erhöhen die Innovationsfähigkeit von Netzwerken. Fachliche Impulse – auch regionsspezifischer Themen – erhöhen die Sichtbarkeit in der Region.

5.     Nach innen und außen kommunizieren

Die schnelle Kommunikation von Erfolgen nach innen und außen bietet einen echten Mehrwert.

6.     Perspektiven der Zusammenarbeit

Kleine und konkrete Schritte und deren kontinuierliche Feinjustierung und Überprüfung sind notwendig, um die Kooperation an neue Rahmenbedingungen anzupassen.

7.     Rahmen muss stimmen

Starke Fürsprecher aus Politik und Verwaltung sind wichtig, um das Engagement zu flankieren und entsprechende Strukturen gegebenenfalls zu unterstützen.

Die Bertelsmann Stiftung bietet zu vielen dieser Schritte Angebote und Handlungsempfehlungen für Unternehmen und wirtschaftsnahe Akteure an.