Weiße Pfeile auf dem Asphalt
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, Studie: Bessere Informations- und Beteiligungsprozesse für Patienten

Unsere aktuelle Studie hat vielfältige Mängel bei der Information und Beteiligung von Patienten und der Abstimmung der Beteiligten im Versorgungsprozess ans Licht gebracht.

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Patienten, Ärzte und Experten kritisieren gleichermaßen die unzureichende Beteiligung von Patienten an medizinischen Entscheidungen, unklare Entscheidungswege, unzureichende Dokumentation und unstrukturierte Informations- und Entscheidungsprozesse im gegenwärtigen Versorgungsalltag. Um Empfehlungen für bessere Information, Kommunikation und Beteiligung zu entwickeln, haben wir im Rahmen unserer Studie die derzeitigen Versorgungsprozesse betrachtet und Erfahrungen und Erwartungen von Patienten, Ärzten und Experten analysiert. In qualitativen Interviews mit Patienten und Ärzten werden Probleme insbesondere zwischen Haus- und Facharzt und im Übergang zur stationären Versorgung beschrieben. Auf der Grundlage der Erfahrungen und Bewertungen der Interviewteilnehmer haben wir ein „Redesign- Modell“ entwickelt, das Impulse zur Neugestaltung der Informations-, Beteiligungs- und Entscheidungsfindungsprozesse geben soll.

Versorgungsprozesse müssen ausgehend von Patienten und ihren Bedarfen gedacht und gestaltet werden

Zentrales Ergebnis ist, dass Entscheidungsfindung besser gelingt, wenn sie in einen mit digitalen Instrumenten unterstützten Prozess eingebettet ist, der sich an den Bedürfnissen der Patienten orientiert und nach etablierten Standards umgesetzt wird. Entscheidungssituationen und alle im Redesign-Modell einbezogenen Instrumente sollten effizient in Prozessabläufe und in Praxisverwaltungssysteme integriert werden.

Umsetzung in den Versorgungsalltag erfordert ein Bündel von Maßnahmen

Basierend auf den Interviews mit Patienten, Ärzten und Experten sowie auf den entwickelten Prozessmodellen lassen sich Empfehlungen ableiten, die wesentlich zur Verbesserung der Informations-, Kommunikations- und Beteiligungsprozesse beitragen können. 

  • Patienten sollten einen elektronischen Zugang zu allen wichtigen Dokumenten und Arztnotizen erhalten
  • Für sie persönlich relevante Gesundheitsinformationen aus dem Nationalen Gesundheitsportal (NGP) sollten den Patienten über die elektronische Patientenakte (ePA) zur Verfügung gestellt werden
  • Dokumentationsstandards und eine über die Sektorengrenzen zugängliche ePA sollten einen durchgängigen Informationsaustausch zwischen dem Patienten und allen beteiligten Leistungserbringern sichern
  • Kommunikative Kompetenzen sollten in der Ausbildung von Ärzten und Gesundheitsfachberufen verankert werden
  • Die frühe und stetige Einbindung der Medizinischen Fachangestellten und weiterer Gesundheitsberufe sollte eine gute Vor- und Nachbereitung der Arztbesuche unterstützen
  • Regionale, outcome-orientierte integrierte Versorgungsmodelle sollten entwickelt werden, die eine bessere Vernetzung, Abstimmung und Zusammenarbeit ermöglichen

Publikation: Redesign von Entscheidungsprozessen in der ambulanten Versorgung

Die Studie, die in Kooperation mit der OptiMedis AG durchgeführt wurde, zeigt vielfältige Mängel bei der Information und Beteiligung von Patienten ...

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