Unter dem Titel „Take Back the Feed – Jugend, Medien & Mental Health“ kamen Mitte April rund 100 junge Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren in Berlin zusammen, um ihre Perspektiven auf digitale Lebenswelten, mentale Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe einzubringen – und gemeinsam konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Das Format zeichnet sich bewusst dadurch aus, dass junge Menschen nicht nur als Zielgruppe adressiert werden, sondern selbst im Zentrum der Diskussion stehen. Neben Workshops und Austauschformaten bot insbesondere das Abschlusspanel Raum für direkten Dialog auf Augenhöhe zwischen jungen Teilnehmenden, Politik und Medien. So diskutierten unter anderem Sergey Lagodinsky (MdEP, Bündnis 90/Die Grünen), Donata Vogtschmidt (MdB, Die Linke) und Annemarie Wolff (MdL Brandenburg, SPD) gemeinsam mit den Teilnehmenden sowie mit Muhamed „Momo“ Yildirim von den Datteltätern (FUNK) über aktuelle Herausforderungen rund um Social Media, Regulationsansätze, Mental Health und digitale Teilhabe. Damit wurde bewusst eine Perspektivenvielfalt aus europäischer, bundespolitischer und landespolitischer Ebene sowie aus der Medienpraxis zusammengebracht.
Praxisnahe Workshops mit breitem Themenspektrum
Ein zentrales Element des Hubs waren die Workshops, die gezielt auf Handlungskompetenz und Selbstwirksamkeit ausgerichtet waren. Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus unterschiedlichen Bereichen wurden Themen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet:
- Medienarbeit und Storytelling für junge Engagierte (Jugendpresse Deutschland)
- Kurzvideo-Formate und digitale Kommunikation (Datteltäter / FUNK)
- Digitale Gewalt und Handlungsmöglichkeiten für Betroffene (HateAid)
- Narrative und Perspektiven in digitalen Debatten (Social Proof)
- Journalistische Formate auf Plattformen wie TikTok (Salon5 / Correctiv)
- ZUKUNFTS(TRÄUME): Wie bewegen wir uns zwischen Überforderung und Verantwortung – und was bedeutet Demokratie im digitalen Alltag? (GermanDream)
- DesignLab: Was fordern junge Menschen selbst in aktuellen Debatten rund um Social Media? (SV Bildungswerk)
Die Workshops waren bewusst interaktiv angelegt und verbanden methodische Kompetenzen mit inhaltlicher Auseinandersetzung. Viele Teilnehmende hoben in der Evaluation insbesondere die Praxisnähe hervor: „Ich habe gelernt, wie ich meine Themen so aufbereite, dass sie wirklich gehört werden“ oder „Die Workshops haben mir gezeigt, wie ich mich konkret einbringen kann“.
Hohe Diversität und bundesweite Reichweite
Auch strukturell zeigt die Teilnehmendenschaft des Hubs eine bemerkenswerte Breite: Insgesamt waren 117 Organisationen vertreten – von internationalen Kontexten wie den UN-Jugenddelegierten und Initiativen wie Youth for Inclusive Europe über bundesweite Organisationen junger Menschen wie die Bundesschülerkonferenz und den Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder bis hin zu zahlreichen lokalen Initiativen, etwa aus kommunalen Jugendparlamenten, sowie Kultur- und Religionsvereinen und selbstorganisierten Projekten, darunter etwa DaMOst e.V., Engagierte Muslime Deutschland e.V., die Junge Islam Konferenz, die Feminist Law Clinic, die Johanniter-Jugend, oder der Ring Christlich-Demokratischer Studenten.
Die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Bundesländern und sowohl aus urbanen als auch ländlicheren Regionen. Die Altersstruktur (Durchschnitt ca. 21 Jahre) zeigt einen klaren Fokus auf junge Menschen in einer besonders aktiven Phase ihres Engagements.
Wirkung: Vernetzung, Wissen und Selbstwirksamkeit
Die Evaluationsergebnisse bestätigen die hohe Relevanz des Formats:
- 96 % der Teilnehmenden gaben an, neue Menschen und Initiativen kennengelernt zu haben
- 91 % fühlen sich sicherer, ihren Standpunkt zu vertreten
- 84 % sind motivierter, ihr Wissen weiterzugeben
- 75 % haben fundiertes Wissen zu Medien und Mental Health gewonnen
Besonders hervorzuheben ist die Netzwerkbildung: 100 % derjenigen, die neue Kontakte geknüpft haben, möchten diese auch über die Veranstaltung hinaus weiter pflegen.
In den offenen Rückmeldungen wird die besondere Atmosphäre deutlich: „Vielfalt von Menschen und Perspektiven, Atmosphäre vom Empowerment“, „So viele inspirierende junge Menschen“ oder „Ich habe nach einer Engagementpause wieder richtig Motivation bekommen“.
Fazit
Der Youth Empowerment Hub 2026 zeigt eindrücklich, wie wirkungsvolle Jugendbeteiligung aussehen kann: als Kombination aus inhaltlicher Tiefe, methodischer Kompetenz und echter Beteiligung auf Augenhöhe. Das Format stärkt nicht nur Wissen, sondern vor allem Selbstwirksamkeit und Vernetzung – zentrale Voraussetzungen dafür, dass junge Menschen ihre Perspektiven nachhaltig in gesellschaftliche und politische Prozesse einbringen können.


