Ein Erwachsener und ein Kind schauen in den weiten Sonnenunterganshimmel
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, OECD-Marktstudie 2019: Investieren, um Gutes zu bewirken

Märkte für wirkungsorientierte Investitionen, die auf finanzielle und soziale Rendite abzielen, wachsen auf allen Kontinenten – sowohl in OECD-Mitgliedstaaten als auch in Entwicklungsländern. In den letzten Jahren hat sich Impact Investing von einem Nischenthema zu einer veritablen Größe in der weltweiten Finanzierung der UN-Nachhaltigkeitsziele entwickelt.

Wie eine kürzlich veröffentlichte Marktstudie in Kooperation von OECD und Bertelsmann Stiftung zeigt, hat der Markt für Impact Investing mit über 228 Milliarden US-Dollar mittlerweile ein Volumen erreicht, das die rund 147 Milliarden US-Dollar der öffentlichen Gelder für Entwicklungszusammenarbeit (official development assistance) bei weitem übersteigt.

Rund um die Welt werden Instrumente wie Social and Development Impact Bonds immer häufiger eingesetzt. So auch in Deutschland, wo unter Beteiligung der Bertelsmann Stiftung in Osnabrück und Mannheim zwei soziale Wirkungspartnerschaften in den Bereichen Familienhilfe und Bildung pilotiert werden. Jüngste Zählungen kommen auf 122 solcher Instrumente weltweit, die mit insgesamt 413 Millionen US-Dollar mehr als eine Million Menschen erreichen. Gleichzeitig werden andere innovative Modelle wie etwa Social Impact Incentives getestet, die Unternehmen direkt mit Prämienzahlungen belohnen, sobald die sozialen Ziele erreicht worden sind. Auch Regierungen entdecken zunehmend das Potenzial von Impact Investing, um innovative und präventive Ansätze zu fördern, wobei im Bereich der öffentlichen Hand weiterhin große regionale Unterschiede bestehen.

Große weltweite Probleme können durch eine neue Form des nationalen und internationalen Poolens von unterschiedlichen Kapitalquellen und Finanzformaten gelöst werden. Ebenfalls neu ist die damit verbundene Wirkungsmessung der beabsichtigten Veränderung in den adressierten Feldern wie zum Beispiel Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft und Kultur.
Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung

Um grenzüberschreitend Transparenz über Instrumente, best practices, und Lernerfahrungen herzustellen, kooperiert die Bertelsmann Stiftung seit dem Jahr 2012 mit der OECD bei der Erstellung von Marktstudien und der Ausrichtung von Expertenforen. Die aktuelle OECD-Studie "Social Impact Investment 2019: The Impact Imperative for Sustainable Development" ist die zweite Veröffentlichung aus der Social Impact Investment (SII)-Reihe. Sie liefert neue Erkenntnisse über die Rolle von SII bei der Finanzierung einer nachhaltigen Entwicklung. Der Bericht illustriert den aktuellen Stand der SII-Ansätze weltweit, vergleicht regionale Trends und beurteilt ihre Perspektiven. Der Schwerpunkt liegt auf Datenfragen und jüngsten politischen Entwicklungen, unter anderem in Form eines weltweiten Mappings von rund 600 politischen Maßnahmen zur Förderung von Impact Investing.

Die jüngste Studie wurde wie sämtliche bisherigen Arbeiten der OECD zum Thema Impact Investment von der Bertelsmann Stiftung inhaltlich und finanziell unterstützt und am 17. Januar 2019 von Aart De Geus gemeinsam mit dem stellvertretenden Generalsekretär der OECD, Masamichi Kono, in Paris vorgestellt.

Zur Studie gelangen Sie über diesen Link.

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