Bertelsmann Stiftung

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Junge Menschen beteiligen: Veröffentlichung unserer dreiteiligen Handreichung

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Simone Aistermann
Project Manager
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Lena Budach
Project Manager
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Antje Funcke
Senior Expert Familie und Bildung

Junge Menschen beteiligen: Veröffentlichung unserer dreiteiligen Handreichung

Wie gelingt echte Beteiligung junger Menschen und wo stößt sie an Grenzen? Das zeigt unsere dreiteilige Handreichung „Junge Menschen beteiligen“, die in Kooperation mit der Goethe Universität Frankfurt und auf Basis der Beteiligungsansätze unseres Projektes entwickelt wurde.

Im Mittelpunkt stehen dabei zwei konkrete Formate: das JugendExpert:innenTeam (JEx-Team) und das Kinder- und Jugendkonferenzformat „Zukunftsstimmen: Jetzt sind wir gefragt!“.

Die Handreichung verbindet wissenschaftliche Analyse und praxisnahe Handlungsempfehlungen zur eigenständigen Umsetzung von Jugendbeteiligungsgremien und Kinder- und Jugendkonferenzen mit den Perspektiven der jungen Menschen selbst. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Beteiligung junger Menschen so gestaltet werden kann, dass sie ernsthaft, wirksam und nachhaltig ist – und es nicht bei symbolischer Partizipation bleibt.

Teil A: Potentiale und Grenzen von Partizipation und Mitbestimmung

Der erste Teil beleuchtet die theoretischen Grundlagen von Partizipation und wertet die Arbeit mit dem JEx-Team sowie die gemeinsam entwickelten Kinder- und Jugendkonferenzen aus. Er zeigt auf, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Beteiligung gelingt, und wo strukturelle, institutionelle und generationale Grenzen liegen. Besonderes Augenmerk liegt auf Machtverhältnissen, dem Rollenverständnis Erwachsener sowie der Frage, wie Erfahrungen und Perspektiven junger Menschen in Forschung, Praxis und politische Entscheidungsprozesse einfließen können.

Teil B: How to … Jugendbeteiligungsgremium

Der zweite Teil beschreibt, wie ein Jugendbeteiligungsgremium aufgebaut, begleitet und langfristig tragfähig gestaltet werden kann. Anhand der Erfahrungen mit dem JEx-Team zeigt die Publikation, dass verlässliche Ansprechpersonen, transparente Kommunikation sowie Anerkennung und Wertschätzung für eine gelingende Zusammenarbeit unerlässlich sind. Die Broschüre bietet einen Leitfaden zum Aufbau, zur Struktur und Arbeitsweise eines solchen Gremiums: von der Gewinnung junger Menschen über die Begleitung im Prozess bis hin zu Fragen von Verbindlichkeit und Wirkung. 

Teil C: How to … Kinder- und Jugendkonferenzen 

Unser Peer-to-Peer-Konferenzformat „Zukunftsstimmen: Jetzt sind wir gefragt!“ ist Gegenstand des dritten Teils. Praxisnah wird beschrieben, wie Konferenzen gestaltet werden können, in denen junge Menschen ihre Themen, Forderungen und Perspektiven selbst formulieren und direkt an erwachsene Entscheidungsträger:innen aus Politik und Verwaltung adressieren. Teil C gibt konkrete Anleitungen, wie das Format vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet werden kann und liefert Vorlagen, wie z. B. einen Einladungsflyer, Hinweise und Formulare zum Kinderschutz oder methodische Impulse zur Workshopgestaltung.  

Junge Menschen beteiligen - Teil A

Junge Menschen beteiligen - Teil B

Junge Menschen beteiligen - Teil C

Junge Menschen beteiligen - Teil A

Junge Menschen beteiligen - Teil B

Junge Menschen beteiligen - Teil C

Alle drei Teile der Publikation basieren auf der wissenschaftlichen Begleitforschung der Goethe-Universität Frankfurt, die partizipativ angelegt war und junge Menschen aktiv in Auswertung und Reflexion einbezogen hat. Die Erfahrungen und Reflexionen der JugendExpert:innen, die an der Entwicklung, Durchführung und Auswertung der Formate maßgeblich beteiligt waren, sind daher direkt in die Broschüre eingeflossen.

Die Publikationsreihe macht deutlich: Partizipation ist kein „nice to have“, sondern Voraussetzung dafür, dass demokratische Prozesse für junge Menschen erfahrbar werden. Sie erfordert Zeit, Ressourcen und die Bereitschaft Erwachsener, eigene Rollen und Routinen zu hinterfragen und Macht abzugeben. Partizipation ist das Recht junger Menschen und sie lohnt sich, weil sie Selbstwirksamkeit stärkt, Perspektiven erweitert und (politische) Entscheidungen näher an den Bedarfen der nachwachsenden Generation ausrichtet.