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Besim Mazhiqi

, Online Workshop für Kommunen: Breakout Sessions sind das Beste am Digitalen Bürgerdialog

Online lernen, wie digitale Bürgerbeteiligung funktioniert: Unter diesem Motto nahmen rund 30 Kommunen aus ganz Deutschland am Online Workshop "Digitale Bürgerbeteiligung für Kommunen in Zeiten von Corona" teil. Deutlich wurde: Mit einfachen Mitteln und guter Planung ist es sehr gut möglich, Bürgerbeteiligung im digitalen Raum durchzuführen.

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Bei den Bürger:innen sind die Breakout Sessions mit der Kleingruppenarbeit am beliebtesten. Sie schaffen Nähe und das ist in Zeiten von Corona und "Social Distancing" besonders wertvoll.

Wie können Kommunen auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen Bürger:innen beteiligen? Um diese Frage drehte sich der Online-Workshop am 1. Dezember 2020 des Programms Zukunft der Demokratie. Bisher hatten 10 Pilotkommunen an dem Pilotprojekt "Digitale Bürgerbeteiligung für Kommunen" mitgewirkt. Nun hatten all jene Kommunen, die nicht als eine der 10 Pilotkommunen zum Zuge gekommen waren, die Möglichkeit, sich im Rahmen des Online-Workshops fit zu machen. In gut zwei Stunden bekamen sie einen Rundumschlag in Sachen digitale Bürgerbeteiligung. Von der Konzeption eines Dialoges, über die technischen Herausforderungen bis hin zu den Besonderheiten der digitalen Moderation war alles dabei. Der Clou: Der Online-Workshop wurde in Anlehnung an das Konzept der "Digitalen Bürgerdialoge" gestaltet. Digitale Umfragen, kurze Präsentationen, Diskussionen in Kleingruppen, Interviews sowie Fragerunden im Plenum sorgten für Abwechslung. Das Ergebnis: 100 Prozent der Teilnehmenden bewerteten das digitale Workshopformat mit gut bis sehr gut.

Besonderes Highlight des Workshops war der Austausch mit Praktiker:innen aus den 10 Pilotkommunen. Aus eigener Erfahrung konnten diese sowohl von Herausforderungen, aber auch von Erfolgsgeschichten berichten.

Mehr Perspektiven und Meinungen durch zufällig ausgewählte Bürger:innen

Die Teilnehmergewinnung erforderte besondere Aufmerksamkeit. Als Tipp gaben die Pilotkommunen den Anwesenden mit: Anstatt nur offen zur Teilnahme aufzurufen, bietet die Methode der Zufallsauswahl die Möglichkeit, Bürger:innen zu gewinnen, die sich ansonsten nicht beteiligen. Erfahrene Kommunen empfehlen eine Mischung von 70 zu 30: 70 Prozent Bürger:innen, die zufällig ausgewählt werden und 30 Prozent Bürger:innen, die aufgrund einer offenen Einladung dabei sind. Auf diese Weise kommen Bürger:innen zusammen, die ganz unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Meinungen in die Diskussion einbringen.

Überraschend gute Qualität der Diskussionsergebnisse

Die Pilotkommunen berichteten, dass sie überrascht waren von der guten Qualität der Diskussionsergebnisse und die neuen und spannenden Ideen, die die Bürger:innen in kurzer Zeit erarbeitet haben. Sie führten die gute Ergebnisqualität auf die vielfältige Zusammensetzung der Teilnehmenden zurück und auf die Möglichkeit der intensiven Diskussionen in den Kleingruppen.

Faustregel: Mindestens 50 Prozent der Dialogzeit für Kleingruppen

Die Kleingruppenarbeit kam bei Bürger:innen aber auch bei den Vertreter:innen der Verwaltung und Politik  am besten an. Die Gruppendiskussionen waren strukturiert, die Teilnehmenden gingen diszipliniert und respektvoll miteinander um. Sie spürten die Nähe der anderen und führten gleichwohl emotionale wie sachliche Diskussionen – das war etwas Besonderes und hat alle Beteiligten von dem digitalen Diskussionsformat überzeugt. Die klare Empfehlung der Pilotkommunen: mindestens 50 Prozent der Gesamtzeit eines Dialogs sollte für Kleingruppenarbeit vorgesehen werden.

Zudem berichteten alle Pilotkommunen davon, nun regelmäßig Videokonferenzen zur Bürgerbeteiligung einzusetzen. Besonders motivierend: Einige der Pilotkommunen hatten die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt in eigene digitale Bürgerdialoge überführt und konnten so von einer Verstetigung des Formats berichten.

Mehr Informationen zum Projekt

Da die analoge Welt in der Corona-Krise pausiert, muss Bürgerbeteiligung digitaler werden. Der "Online Workshop für Kommunen" ist Teil des Pilotprojekts "Digitale Bürgerdialoge in Kommunen in Zeiten von Corona". In der Corona-Krise ist der Bedarf an direktem Austausch zwischen Politik, Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern gewachsen. Digitale Bürgerdialoge helfen den Kommunen, mit Bürger:innen in Kontakt zu bleiben. Inspiriert durch die Videotelefonie-Technik entwickelte das Projekt "Demokratie und Partizipation in Europa" das neue partizipative Format, das digital und doch von Angesicht zu Angesicht funktioniert. Das Konzept ist eine Alternative bzw. eine Ergänzung zu partizipativen Formaten der Bürgerbeteiligung, die auf direkter Begegnung und persönlichem Kontakt beruhen.

Die Digitalen Bürgerdialoge thematisieren die Corona-Krise. Sie bieten Raum für die Vermittlung von Informationen und für den persönlichen Austausch, für Feedback und für Verbesserungsideen. Bis zu 75 Bürgerinnen und Bürger können über einen Zeitraum von rund zwei Stunden zusammenkommen und im Plenum und in Kleingruppen diskutieren.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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