Flüchtlinge_Deutschkurs
Thomas Kunsch

Ankommen in Deutschland: Flüchtlingsintegration in Kommunen

Ob die Integration von Geflüchteten gelingt, zeigt sich vor allem in den Städten, Kreisen und Gemeinden. Kommunen und Ehrenamtliche sowie die unterschiedlichen Institutionen und Verbände vor Ort arbeiten daran, dass Geflüchtete in Arbeit und Ausbildung, Bildung und Gesellschaft einen Platz finden.

Auch wenn die Zahlen der geflüchteten Neuzuwanderer seit Sommer 2015 sehr stark zurückgegangen sind, so bleibt das Thema Flucht und Migration relevant. Denn

  • das Thema beherrscht nach wie vor die Schlagzeilen mit Negativmeldungen. Die vielen positiven Beispiele sowie Lernerfahrungen gilt es, in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, um ein realistisches Bild zu erhalten

  • die Geflüchteten, die vor zwei, drei oder vier Jahren kamen, haben zwar zum Großteil einen Sprachkurs absolviert, doch Integration braucht Zeit. Sie brauchen weiter unterstützende Angebote sowie individuelle Begleitung, damit Integration erfolgreich ist

  • verbesserte Abläufe, Angebote und Strukturen können bei künftigen Geflüchtete und anderen Neuzuwanderern die Integration beschleunigen. Wir alle sind ein lernendes System.

Die Bertelsmann Stiftung hat 13 Kommunen in der 1. Phase und 10 Kommunen in der 2. Phase begleitet. Die unterschiedlichen Akteure haben hierbei vor Ort zusammenarbeitet und Lösungen für folgende Fragen erarbeitet: Wie können Geflüchtete zeitnah in Ausbildung und Arbeit integriert werden? Wie kann die Kommunikation mit der Bevölkerung verbessert werden? Wie können die Abläufe zwischen den verschiedenen Behörden, Institutionen und Vereinen optimiert werden?

In unserem digitalen Handbuch erläutern wir die Prozessabläufe, Good Practice Beispiele, Formate aus unserem Modulkoffer und Lernerfahrungen.

Mit einem ganzheitlichen Ansatz gelingt die Integration

Ein ganzheitlicher Ansatz zur Integration von Geflüchteten ist für uns die Ausgangs-Philosophie . Das gelingt nur, wenn vor Ort die unterschiedlichen Akteursgruppen zusammenarbeiten! Nicht nur Politik und Verwaltung, sondern auch die Ehrenamtlichen, die in Vereinen, Wohlfahrtsorganisationen und neu gegründeten Initiativen engagiert sind, müssen übergreifend zusammenarbeiten. Wenn es beispielsweise um die Integration in den Arbeitsmarkt geht, müssen örtliche Unternehmen, Arbeitsagentur, Ausländerbehörde, Jobcenter, aber auch Sprachkursanbieter an Bord sein.  Wenn es um Bildung geht,  sind die Bildungseinrichtungen wichtige Ansprechpartner, und wenn es um Betreuung geht, sind die Betreuungseinrichtungen zu beteiligen.  Hierbei steht der Mensch und nicht die jeweiligen „Zuständigkeiten“ im Mittelpunkt .

Unsere Kooperationspartner

Bei der Begleitung der Kommunen kooperieren wir in erster Linie mit dem IQ Netzwerk, der Stiftung JP Morgan Chase Foundation und mit dem Verein Familiengerechte Kommune. Unsere internationalen Projektpartner sind das Institut Global Diversity Exchange (Ryerson University Toronto, Kanada) und Welcoming America.

Das IQ Netzwerk steht für „Integration durch Qualifizierung“ und hat seit über 10 Jahren Expertise zum Thema Migration und Integration in den Arbeitsmarkt aufgebaut. Unsere Ansprechpartner sind hier die IQ Projektpartnerinnen und Partner vor Ort sowie Frau Sabine Schröder (Koordinationsstelle ebb, Entwicklungsgesellschaft für berufliche Bildung mbH). Als Kooperationspartner bieten das IQ Netzwerk und die Bertelsmann Stiftung die Prozessbegleitung von Kommunen mit dem Schwerpunkt Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten an.

Die JP Morgan Chase Foundation engagiert sich in Deutschland zu Themen von Migration bis Zivilgesellschaft und unterstützt unseren Projektschwerpunkt zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten finanziell in Hessen und Nordrhein Westfalen.

Der Verein Familiengerechte Kommune hat langjährige Erfahrung in Prozessbegleitung und Zertifizierungsprozessen, nicht nur zum Thema Familienfreundlichkeit, sondern auch beispielsweise zum Handlungsfeld Integration und Akzeptanz. Bertelsmann Stiftung und Verein Familiengerechte Kommune bieten gemeinsam die Prozessbegleitung von Kommunen zu weiteren Themen-Dimensionen an, beispielsweise zu Bildung und Sprache sowie zur Überarbeitung (oder Erarbeitung) von Integrationskonzepten, die auch die Flüchtlingsintegration berücksichtigen. Unsere Projektpartnerin ist hier Beatrix Schwarze, Geschäftsführerin des Vereins.

Seit bereits 10 Jahren arbeiten wir als Partner im internationalen Netzwerk Cities of Migration, um den internationalen Austausch von „Good Ideas“ zu befördern. Träger des Netzwerks Cities of Migration sowie auch des Projektes Hire Immigrants ist das Institut Global Diversity Exchange (GDX) der Ryerson University in Toronto, Kanada.

Auch mit der Initiative Welcoming America in den USA sind wir in engem Austausch. Welcoming America hat in den USA ein Netzwerk von „Welcoming Cities“ aufgebaut und arbeitet ebenfalls mit dem Ansatz, die verschiedenen Akteursgruppen vor Ort strategisch zu vernetzen, um Migration und Integration erfolgreich zu gestalten.

Unser Beirat

Mitglieder unseres Beirates sind:

  • Dr. Jutta Aumüller (CJD)
  • Nikolaos Athanassiadis (Bundesverband Griechischer Gemeinden)
  • Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani (FH Münster)
  • Alexander Handschuh (Deutscher Städte- und Gemeindebund)
  • Jochen Köhnke (Stadt Münster)
  • Ayse Özbabacan (Stadt Stuttgart und Kommunaler Qualitätszirkel zur Integrationspolitik)
  • Klaus Ritgen (Deutscher Landkreistag)
  • Ksenia Sakelsek (Landesintegrationsrat NRW)
  • Nicolas von Hahn (JPMorgan Chase Foundation)

Bitte klicken Sie auf die Namen, um mehr über unsere Prozessbegleiter zu erfahren

Die Evaluation des Projektes Ankommen in Deutschland mit dem Schwerpunkt Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt vor Ort wird von in puncto pfaender & team GmbH durchgeführt. Ziel der Evaluation ist es, die Umsetzung des Modulkoffers in einem Zeitraum von 24 Monaten zu begleiten, die Ergebnisse in den 14 Pilotkommunen in diesem Handlungsfeld zu erheben, zu bewerten und die Wirkungen und die Nachhaltigkeit des Einsatzes des Modulkoffers zu untersuchen.

Die Bertelsmann Stiftung hat einen Beirat zur Begleitung dieses Projektes eingerichtet, der sich aus unterschiedlichen Personen aus Wissenschaft und Praxis zusammensetzt.

Bitte klicken Sie auf die Namen, um mehr über unsere Beiratsmitglieder zu erfahren

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