Deckblatt der KMK-Statistik "Sonderpädagogische Förderung in Schulen"

Inklusion: (K)ein Thema mehr?

In der Corona-Pandemie ist der Umbau des deutschen Schulsystems hin zu einem inklusiven System gefühlt kein Thema mehr gewesen – nur wenig wurde öffentlich darüber diskutiert, wie und wo Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernen. In Elternumfragen der vergangenen Jahre hat sich zwar gezeigt, dass sich die Sichtweise auf das gemeinsame (inklusive) Lernen grundsätzlich nicht verändert hat, aber dass sich insbesondere Eltern von inklusiv beschulten Kindern großen Herausforderungen gegenübergestellt sahen. Diese und weitere Fragen rund um das gemeinsame Lernen scheinen in der Öffentlichkeit gleichwohl kaum Sichtbarkeit zu erhalten. Verliert das Thema Inklusion an Relevanz? 

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Prof. Dr. Klaus Klemm hat sich in seiner aktuellen Studie die aktuellen Daten der Kultusministerkonferenz zum Ausbau des deutschen Regelschulsystems angesehen. Der Vergleich der Daten von 2008/09 und 2020/21 zeigt, dass:  

  • aktuell bundesweit mehr Diagnosen ausgestellt werden als vor 12 Jahren,
  • die Exklusionsquote sich in den vergangenen 12 Jahren nur geringfügig verändert hat,
  • dass die Länderunterschiede in den Entwicklungen hin zu einem inklusiven Schulsystem immer größer werden,
  • dass das gemeinsame Lernen eine Frage der Schulform bleibt
  • dass nach Schülerzahlenvorausberechnung der KMK auch in den nächsten 15 Jahren nicht mit einem Rückgang der deutschlandweiten Exklusionsquote zu rechnen ist.

Alle Ergebnisse der Analyse finden Sie auf unserem Blog Schule21 und in der Studie selber.

Inklusion – kein Thema mehr? Wie sieht es eigentlich aktuell mit der Umsetzung der UN-BRK aus? (Teil 1) - Schule-Lernen-Bildung im 21. Jahrhundert (schule21.blog)

Inklusion – kein Thema mehr? Wie die Planungen der Länder auf die Umsetzung der UN-BRK einzahlen (Teil 2) - Schule-Lernen-Bildung im 21. Jahrhundert (schule21.blog)