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Impact-Gründer:innen brauchen einen niedrigschwelligen Einstieg ins Wirkungsmanagement

Impact-Unternehmen leisten einen erheblichen Beitrag zu gesellschaftlicher Wertschöpfung. Sie tragen im Rahmen sozialer Innovationsprozesse zur Lösung komplexer sozialer und ökologischer Probleme bei, schaffen Arbeitsplätze, fördern solidarisches Miteinander und demokratische Mindsets – und das mit unternehmerischem Handeln. Gutes Wirkungsmanagement ist dabei unerlässlich. Und doch fällt gerade frühphasigen Impact-Gründer:innen der Zugang zu IMM schwer.

Foto Jennifer Eschweiler
Dr. Jennifer Eschweiler
Project Manager

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Wir verstehen Impact Startups als Organisationen, deren Daseinszweck die Lösung eines sozialen und/ oder ökologischen Problems ist. Sie können gewinnstrebende und wachstumsorientierte Unternehmen sein, die am Markt agieren, oder eine non-profit-Rechtsform wählen und in deren Rahmen unternehmerisch handeln. Dabei gilt für Impact-Unternehme nach Definition der Europäischen Kommission eine weitgehende Reinvestition der Gewinne in die soziale/ökologische Mission, eine Beschränkung der Redistribution von Gewinnen an Shareholder, und eine ihrer Rechtsform gemäße partizipative Governance-Struktur.

Laut Europäischem Social Entrepreneurship Monitor (ESEM) verfügen nur 18,8% der befragten Impact-Unternehmen in Europa über vertieftes Wissen und effektive Praxis in Wirkungsmessung und Management. Gute 70% berichten von zahlreichen Herausforderungen, mit denen sie nicht umzugehen wissen.Genau um diese Schwierigkeiten ging es auch beim Euclid Impact Summit in Amsterdam am 11. und 12. März. Hier kamen Impact-Unternehmer:innen, Unterstützungsorganisationen, Plattformen wie das Social Enterprise World Forum oder das B-Corps Movement, Forschende, Repräsentant:innen des EU Social Economy Action Plan und der Stadt Amsterdam uvm. Zusammen. Zwei Tage lang wurde unter dem Motto „Resilience in Action“ über Herausforderungen und Chancen für die Impact Economy gesprochen. 

Die Bertelsmann Stiftung konnte bei einem spannenden Panel zu Wirkungsmessung und -management beitragen. Tatsache ist: die Social Economy, in der Impact-Gründungen sich verorten, ist unter Druck. Unternehmen mit dualer Mission (sozial/ ökologisch und finanziell nachhaltig) fehlt immer noch häufig Start- und Entwicklungsfinanzierung. In immer mehr Ländern gerät die Zivilgesellschaft, zu der nicht wenige Impact-Gründungen sich zugehörig fühlen, unter Verdacht. Das Thema Nachhaltigkeit verliert an Popularität und innerhalb der Europäischen Kommission sehen wir einen Rückschritt der Priorisierung der Social Economy als Innovations- und Wachstumstreiber. Umso wichtiger ist, dass Impact-Gründer:innen wirkungsvoll agieren und diese Wirkung in nachhaltige Geschäftsmodelle und gesellschaftliche Sichtbarkeit verwandeln können.  

Hier setzt der IMMPACT Guide, ein Gemeinschaftsprojekt von Bertelsmann Stiftung, Phineo, Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland und Bundesverband Impact Investing an: Er verschafft Gründer:innen einen Überblick über Wirkungsmessung und -management, bietet ihnen konkrete Methoden und ermöglicht klare Kommunikation und gemeinsames Verständnis. Damit legt er den Grundstein für die Entstehung fundierter Daten für Impact Investitionen und macht Wirkung nachvollziehbar. 

Auf dem Panel Motivation and Imperfection: Impact Measurement in the Real World diskutierten Jennifer Eschweiler, Gorgi Krlev (ESCP Business School) Daniel Tesch (Entrepreneurs Impact Luxumbourg) und Jens Andersson (IKEA Social Enterprise), warum gerade jungen Teams die Auseinandersetzung mit Wirkungsmessung und -management so schwerfällt. Dabei spielen insbesondere Mindset und niedrige Einstiegshürden eine Rolle spielen. Zum einen muss klar sein, dass Wirkungsmessung damit beginnt, relevante Akteure zur Ursache eines Problems zu befragen. Komplexe Metriken und Indikatoren kommen meist erst später und entwickeln sich mit gutem Wirkungsmanagement. Zum anderen ist eine phasengerechte Wirkungsstrategie Grundlage für Gespräche mit Geldgebenden und verhindert Mission Drift. Statt nerviger Fleißarbeit sollte Wirkungsmanagement als grundlegendes Tool für Erfolg betrachtet werden – zu dem der Zugang Schritt für Schritt erfolgen kann.   

Darauf wird sich in den kommenden Jahren auch das IMMPACT Guide Team im Programm Nachhaltige Soziale Wirtschaft mit den Partnerorganisationen konzentrieren. Nach Launch des Guides im April 2025 und intensiver Verbreitung und Feedbackschleifen seitdem, widmen wir uns nun der Schärfung der Angebote für unsere spezifischen Zielgruppen: Gründer:innen, Impact Investor:innen und Unterstützerorganisationen wie Inkubatoren, Acceleratoren oder Transferzentren an Hochschulen. Wie in Amsterdam nehmen wir an europäischen und internationalen Diskursen teil, um die Wirkungsmaßnahmen des IMMPACT Guides als Referenzrahmen für den Impact-Sector zu etablieren. Eine wichtige Rolle spielen hier auch die verschiedenen Datenprojekte (für Deutschland, Europa und weltweit), die wir mit dem Projekt unterstützen. Bei Interesse meldet Euch sehr gerne bei uns.