In den kommenden 10 Jahren wird knapp ein Drittel der heutigen Erwerbspersonen das Rentenalter erreichen. Der absehbare Rückgang des Arbeitskräfteangebots wird den Fachkräftemangel verschärfen und strukturell verfestigen. Trotz Fortschritten bei der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitskräfte ist der frühe Renteneintritt nach wie vor weit verbreitet. Damit wird die Frage wichtig, wie sich Erwerbspotenziale von Älteren zumindest teilweise erhalten beziehungsweise aktivieren lassen, die vorzeitig das Erwerbsleben verlassen oder planen, dies zu tun.
Antworten auf diese Frage gibt die Studie “Erwerbsbereitschaft im frühen Ruhestand. Ergebnisse der deutschen lidA-Studie” von Prof. Dr. Martin Hasselhorn, Bergische Universität Wuppertal. Sie untersucht das Erwerbspotenzial von Personen im “frühen Ruhestand”, die die Hauptphase ihrer Erwerbstätigkeit bereits beendet, aber die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben. Datenbasis der Studie ist die 4. Welle (2022/2023) der repräsentativen lidA-Kohortenstudie, in der 8.884 Personen befragt wurden. Die Studienergebnisse beziehen sich auf 903 Personen im frühen Ruhestand – sei es in der Freistellungsphase der Altersteilzeit, in Erwerbsminderungsrente oder in vorgezogener Altersrente.


