Mit dieser Frage beschäftigt sich der neue Atlas „Demokratische Governance für die Zukunft“. Er stellt internationale Beispiele institutioneller Reformen vor, mit denen Demokratien versuchen, der strukturellen Kurzfristigkeit demokratischer Systeme entgegenzuwirken und langfristige Perspektiven stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.
Die vorgestellten Beispiele reichen vom parlamentarischen Zukunftsausschuss in Finnland über die Kommissarin für zukünftige Generationen in Wales bis zum Ombudsmann für zukünftige Generationen in Ungarn. Ergänzt werden sie durch Fallstudien zu Israel und Malta. Die Reformen unterscheiden sich in Mandat, institutioneller Verankerung und Wirkung erheblich. Einige gelten international als Vorbilder, andere wurden wieder abgeschafft oder blieben hinter den Erwartungen zurück. Gerade diese unterschiedlichen Erfahrungen machen sie für die Debatte über eine zukunftsfähige Demokratie besonders aufschlussreich.
Der Atlas bündelt internationale Erfahrungen, macht unterschiedliche institutionelle Ansätze vergleichbar und bietet Orientierung für die Diskussion darüber, wie langfristige Perspektiven institutionell gestärkt werden können. Die Beispiele zeigen, dass Demokratien durchaus Wege finden können, Strukturen zu schaffen, die der Zukunft mehr Gewicht verleihen – und untersuchen zugleich, unter welchen Bedingungen solche Reformen dauerhaft Bestand haben und Wirkung entfalten.


