Teilnehmer des Hackdays sitzen in einem Raum und programmieren
Lennart Fischer

Die Zahl der Kommunen in Deutschland, die offene Daten (Open Data) veröffentlichen, wächst kontinuierlich. Die Kommunen versprechen sich dadurch eine transparentere Verwaltung und mehr Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung der Stadt. Eine Kommune, die bereits langjährige Erfahrungen mit dem Thema hat, ist die Stadt Moers am Niederrhein.

Vor drei Jahren haben die Stadtverwaltung Moers und die Bertelsmann Stiftung den Hackday Moers ins Leben gerufen. Der Wegweiser Kommune und Smart Country unterstützen den Hackday bereits zum vierten Mal.

Die offenen Daten einer Kommune können sowohl von Privatpersonen und Institutionen als auch von Unternehmen genutzt werden. Verwaltungen stellen der Öffentlichkeit Daten wie etwa Haushaltsdaten, Verkehrsdaten oder Geodaten zur Verfügung. Programmierer entwickeln auf Basis dieser Daten Anwendungen, die wiederum der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern zu Gute kommen. Ein gutes Beispiel aus Moers ist aktuell die Moers-App.

Zwei Tage rund um Open Data

Die vierte Ausgabe des Hackdays Moers fand vom 17. bis zum 18. März im Rathaus statt. Moers ist bereits bundesweit bekannt für seine Hackdays und gilt als Vorreiter hinsichtlich Open Government und Open Data. So folgten über 80 Teilnehmende aus vielen Teilen Deutschlands der Einladung.

Die Hackdays wurden am Vormittag des ersten Tages mit mehreren Vorträgen eingeläutet. Mario Wiedemann präsentierte zu Beginn Eindrücke von seiner Open-Data-Reise, die ihn in fünf Open-Data-Vorreiterkommunen (Bonn, Ulm, Freiburg, Jena, Lüneburg) führte. Außerdem wurde in einer Diskussionsrunde mit Christina Kampmann (MdL, frühere NRW-Familienministerin), Mila Frerichs (Civic Hacker), Damian Paderta (Offene Kommunen.NRW Institut) und dem Moderator Ernesto Ruge (Open Knowledge Foundation) die Frage diskutiert: "Wie fördern wir die Open Data Community?". Die Vorschläge reichten von der Auflegung eines Fonds zur Finanzierung von gemeinnützig orientierten Digitalprojekten bis hin zu einer Förderung von Open-Data-Projekten im Rahmen des vom Land Nordrhein-Westfalen mit 90 Millionen € ausgestattenden Projekts der digitalen Modellkommunen.

Im Vordergrund ein Laptop auf einem Tisch, im Hintergrund sieht man Teilnehmer des Hackdays miteinander an einem Tisch sitzen Diskussionsrunde "Wie fördern wir die Open-Data-Community?" , v. l. n. r.: Mila Frerichs (Civic Hacker), Christina Kampmann (MdL, netzpolitische Sprecherin der SPD in NRW), Ernesto Ruge (Open Knowledge Foundation), Damian Paderta (Offene Kommunen.NRW Institut).

 Am zweiten Tag stand der Zusammenbau und die Vorbereitung des Einsatzes von Feinstaubsensoren auf dem Programm. Das Ziel ist eine bundesweit flächendeckende Messung des gefährlichen Feinstaubs. Die Initiative aus dem Bereich der Bürgerwissenschaften (Citizen Science) hat ihren Ursprung in Stuttgart. Hier hatten engagierte Bürgerinnen und Bürger die Absicht, die tatsächliche Belastung der Stadt durch Feinstaub zu erheben. Die Initiative fand sowohl national als auch international große Beachtung in den Medien.

Am Nachmittag präsentierten die Programmiererinnen und Programmierer ihre Ergebnisse. Ein Teilnehmer präsentierte die Arbeit an einer App für das anstehende Moers-Festival. Ein weiterer Teilnehmer stellte einen Prototypen für eine Anwendung vor, die verfrühte Abfahrtszeiten der städtischen Busse an die Betreiber des Nahverkehrs meldet, damit diese eine Rückmeldung erhalten, wie häufig verfrühte Abfahrtszeiten vorkommen. Außerdem wurde während des Hackdays ein erstes LoRaWan-Gateway für die Stadt installiert. LoRaWan ist eine Technik, die die infrastrukturelle Grundlage für das Internet der Dinge in einer Stadt legt. Auf diese Weise könnten z.B. Verkehrs- oder Feinstaubsensoren betrieben werden.

Teil des Hackdays waren außerdem Workshops für Einsteiger im Bereich der offenen Daten sowie ein Workshop, der sich speziell an Mädchen und junge Frauen richtete, da sie in der Open-Data-Community bisher unterrepräsentiert sind.

Mehr Informationen zum Hackday Moers finden sich u.a. im Bericht der Neue Rhein Zeitung und auf Twitter unter #ODDMO18.