Nachhaltigkeit
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, Blogbeitrag: CDR und die Agenda 2030

Digitalisierung ist Mittel zum Zweck – und dieser lautet: Die Welt muss die Sustainable Development Goals (SDGs) erreichen, um ein guter Lebensraum zu sein. Welchen Beitrag leistet die österreichische Wirtschaft zur Erreichung der SDGs und wie hilft ihr dabei der Einsatz digitaler Technologie? Antworten geben Felix Forster, Karin Huber-Heim, Daniela Knieling und Malina Lovrek in ihrem Artikel »CDR und die Agenda 2030«.

Dieser Beitrag ist in dem Buch „Unternehmensverantwortung im Digitalen Wandel – Ein Debattenbeitrag zu Corporate Digital Responsibility“ erschienen. Zum Buch geht es hier entlang. 

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Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind das Kernstück der Agenda 2030, der global gültigen Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsstrategie der Vereinten Nationen. Unter Beteiligung von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft wurde das Programm erarbeitet, trat im Jänner 2016 in Kraft und ist bis zum Jahr 2030 gültig. Insgesamt 17 Ziele befassen sich mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen gleichermaßen, um auch zukünftigen Generationen ein lebenswertes Dasein auf unserem Planeten zu ermöglichen. Jedes Ziel verfügt über Unterziele, gesamt 169, und setzt sich mit der nachhaltigen Weiterentwicklung in den Bereichen Menschen, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaften auseinander. Alle Ziele sind auf die eine oder andere Art verknüpft und können nur durch gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erreicht werden. Unter Berücksichtigung der planetaren Grenzen durch Klima, Biodiversität oder Landnutzung muss es schrittweise Verbesserungen und Kompromisse zwischen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft in Richtung einer radikalen Transformation zum Wohl der Allgemeinheit geben. Den Unternehmen kommt als Schnittstelle zwischen den drei Bereichen eine zentrale Rolle bei der Erreichung der Ziele zu.

Unternehmen als Gestalter der Zukunft

Nicht nur die Art und Weise, wie Wirtschaft systemisch gestaltet wird, sondern auch der Umgang mit Menschen und natürlichen Ressourcen müssen neu gedacht und gemacht werden, um gesamtgesellschaftlich Verbesserungen zu bewirken und Ungleichheiten zu beseitigen. Unternehmen kommt hiermit große Verantwortung zu. Die Erwartung an Wirtschaftsakteure, durch ihre Entscheidungen und ihr Handeln künftig einen Mehrwert für direkt betroffene Stakeholder ebenso wie für zukünftige Generationen zu schaffen, ist damit ungemein gewachsen. Diese neue Sichtweise auf Unternehmen als innovative und regenerative Kraft bedingt abseits des politischen und zivilgesellschaftlichen Diskurses auch eine verantwortungsvolle Gestaltung des Einsatzes neuer Technologien in und durch Unternehmen. Themenfelder wie digitale Ethik regen die Diskussion und das Hinterfragen der Zielrichtung und der Auswirkungen des digitalen Wandels sowie damit verbundener Phänomene an.

Corporate Digital Responsibility (Esselmann und Brink 2016) bezeichnet in diesem Zusammenhang den verantwortungsvollen Umgang von Unternehmen mit neuen Technologien. Begriffe wie Datenökologie« beziehen sich auf nachhaltiges Wirtschaften mit Daten und eine Auseinandersetzung mit Transparenz. Sollten sich diese tatsächlich, wie von vielen Seiten prognostiziert, als das Öl des 21. Jahrhunderts erweisen, braucht es umso mehr Entwicklungsprozesse, die den verantwortungsvollen Umgang mit Daten von Beginn an mitdenken. Die durch die SDGs angegebene Richtung zur Entwicklung unserer Welt unterstützt dabei, Impulse für die verantwortungsvolle Gestaltung zu setzen und den Einsatz digitaler Technologien nach dem Guten und Richtigen im Big-Data-Zeitalter zu hinterfragen. Der Begriff »Big Data« bezieht sich dabei auf die Daten selbst sowie auch auf deren Eigenschaften und sämtliche Technologien zur Analyse, also die systematische Förderung dieses neuen Rohstoffes mithilfe moderner Technologien. Bereits im Vorfeld soll ein Prozess der Folgenabschätzung hinsichtlich ökologischer und gesellschaftlicher Auswirkungen in Gang gesetzt werden, um sicherstellen zu können, dass Digitalisierung als Mittel zum Zweck einer fairen, gerechten und guten Zukunft für alle beiträgt.

Digitalisierung in der Agenda 2030

Nach Veröffentlichung der Agenda 2030 wurde vielfach kritisiert, dass Digitalisierung kein Ziel darstellt und auch in den Zielvorgaben nur vereinzelt erwähnt wird. Dies erklärt sich jedoch durch das Verständnis von Technologie als Tool, also als Mittel zum Zweck und nicht als Selbstzweck und somit als Querschnittsmaterie zur Erreichung nachhaltiger Entwicklung für eine gute Zukunft. Zahlreiche Zielvorgaben verweisen auf die Wichtigkeit neuer Technologien im Zusammenhang mit Finanzprodukten (1.4), Technologieentwicklung (2.a), Wiederaufbereitungs- und Wiederverwendungstechnologien (6.a), dem Zusammenspiel von Forschung und Technologie sowie der Notwendigkeit von sauberen Energietechnologien (7.a), umweltverträglichen Technologien im Zusammenhang mit Industrieprozessen (9.4), der Wichtigkeit einheimischer Technologieentwicklung (9.b), Informations- und Kommunikationstechnologie (9.c) der auch Meerestechnologien (14.a). In jedem Fall also streben die SDGs Neuerungsmechanismen an, die bewirken, dass wir aus der Vielfalt technischer und sozialer Innovationen jene herausarbeiten, die wichtig sind, um zu einer fairen und gerechten Welt beizutragen, Umweltzerstörung zu beenden und regeneratives Wirtschaften zu ermöglichen.

Ethik und Digitalisierung

Innovative Technologien werden zwar nicht automatisch zu einer besseren Welt und einer nachhaltigen Zukunft beitragen, doch sofern sie auf einem wertebasierten Design beruhen, können sie einen wichtigen Beitrag zur Transformation leisten. Die 17 globalen Ziele stellen einen Kompass dar, der uns hilft, technologische Entwicklungen zur Verbesserung der Lebenssituation vieler – nicht einiger weniger – zu nutzen und sie dort einzusetzen, wo sie die Lösungen globaler Probleme unterstützen. In diesem Sinne werden digitale Technologien als Verbündete der SDGs angesehen und können als Beschleuniger von positiven Transformationsprozessen wirken.

So kann etwa Blockchain-Technologie im Zusammenhang mit Fintech einen großen Entwicklungsschritt hin zu mehr Partizipation und Inklusion für 2,5 Milliarden Menschen weltweit bedeuten, die nach wie vor keinen Zugang zum Finanzsystem haben. Digitale Innovationen können auch dazu genutzt werden, Transparenz zu erhöhen und demokratische Verfahren zu stärken oder durch den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnik Menschen auf der Flucht zu helfen. Unternehmen wiederum machen sich bereits digitale Technologien zunutze, um die nachhaltigere Produktion von Gütern oder Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen (gut.org gemeinnützige Aktiengesellschaft betterplace lab 2017). Die Interdependenz der Ziele und Vorgaben im Zusammenhang mit den damit verbundenen massiven institutionellen Herausforderungen auf nationaler und internationaler Ebene wird auch Synergien bedingen sowie Zielkonflikte, deren Lösung sich alle Beteiligten nur durch offenen Diskurs und im Dialog stellen können. Investitionen in die Abwasserbehandlung mit Auswirkungen auf eine erhöhte Energieproduktion können gleichzeitig beitragen zur Erhöhung der Wassersicherheit (SDG 6) und Energiesicherheit (SDG 7) sowie zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit (SDG 3) oder auch zu nachhaltigeren Städten (SDG 11). Je nach Gestaltung der Maßnahmen können solche Nebenwirkungen positiv oder negativ sein. Die in SDG 2 angestrebte Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität bei gleichzeitiger Sicherstellung nachhaltiger Verfahren und der Erhaltung von Ökosystemen sowie der Reduktion eingesetzter Chemikalien beispielsweise erscheint vielen als Widerspruch bzw. nur unter Aufgabe anderer Zielvorgaben möglich. Akteure und Entscheidungsträger müssen sich dieser Auswirkungen bei der Entwicklung und Gestaltung von Rahmenwerken, Strategien und Maßnahmen also in höchstem Maße bewusst sein. Ein offener, inklusiver ethischer Diskurs über Richtig oder Falsch, über Gut oder Böse ist dabei von großer Bedeutung und nicht immer konfliktfrei. Hier gilt es, Räume zu schaffen, in denen dieser Diskurs stattfinden kann und fernab von politischen Wetterlagen Menschenrechte und Teilhabe sichergestellt sind.

Data for Development

Die Bedeutung der Sammlung, Analyse und Nutzung von Daten in der Entwicklungszusammenarbeit hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Ob statisch oder dynamisch, von öffentlicher Hand der von privaten Unternehmen generiert: Daten werden zunehmend als Erfolgsfaktor im Streben nach einer besseren Welt gesehen. Auch die Vereinten Nationen selbst setzen bei der Verbreitung ebenso wie bei der Sammlung und Aufbereitung von Informationen in hohem Maße auf digitale Plattformen und Ressourcen: von einer globalen SDG-Datenbank über SDG-Monitoring-Datenbanken bis hin zum Leitfaden zur Dateninnovation für Entwicklungspraktiker, der eine schrittweise Anleitung zur Erschließung neuer Datenquellen ermöglicht. Zu jedem Zeitpunkt aber sollten digitale Innovationen per Design in einer Weise angestrebt und durchgeführt werden, die Inklusion und Partizipation in sogenannten Entwicklungsländern ermöglicht, dort gut verankert oder sogar von dort aus gestartet werden kann. Globale Netzwerke wie data4sdgs nutzen Daten zur Erreichung der SDGs, um zu einer Verbesserung von Lebensbedingungen, der Bekämpfung von Ungleichheiten und der Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit beizutragen. Gemeinsam arbeiten Hunderte von Partnern aus Regierungen, Privatwirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen daran, »politisches Engagement zu fördern, Vertrauen aufzubauen und Innovationen in Datenökosystemen voranzutreiben« (Global Partnership for Sustainable Development Data 2016). Ebenso können durch den Einsatz von internetbasierten Technologien Bildungsziele in periphere Gebiete getragen werden. In Österreich etwa setzt sich eine Gruppe von Data Scientists für Datenwissenschaft mit positiven sozialen Auswirkungen ein. data4good hat es sich zur Aufgabe gemacht, die rasanten Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz und den Datenverarbeitungstechnologien für positiven Impact nutzbar zu machen.

Responsible Innovation

Unterschiedliche regionale und thematische Herausforderungen bedürfen verschiedener Ansätze, die sich im Spannungsfeld zwischen dem Ausbau regenerativer Systeme und dem Gewähren von Wachstumsbestrebungen befinden. Die Integration der SDGs in nationale Politiken und Rahmenwerke von Industrieländern wird andere Schwerpunkte aufweisen als jene in Entwicklungs- und Schwellenländern. Während für Erstere die Notwendigkeit besteht, verstärkt in die Transformation hin zu regenerativen Systemen für die Produktion und den nachhaltigen Verbrauch zu investieren, gilt es für Entwicklungs- und Schwellenländer, Wege zu finden, nachhaltige und regenerative Systeme zu entwickeln, ohne dabei die umwelt- und sozialschädlichen Fehler der Industrieländer zu wiederholen.
Aus wirtschaftlicher Perspektive betrachtet, beinhalten solche durch die Umsetzung der SDGs angestoßenen Transformationsprozesse in Verbindung mit Innovation eine Vielzahl an unternehmerischen Möglichkeiten für Wachstum. Nicht jede technologische Neuerung aber bringt Vorteile – vielmehr schafft bereits heute manche Innovation auch über ihre Anwendung hinaus neue Fragen und Probleme. Responsible Innovation trachtet danach, Innovationen sensibler zu machen für ökologische und gesellschaftliche Dimensionen. Eine der meistzitierten Definitionen in diesem Kontext bezeichnet verantwortungsbewusste Forschung und Innovation als einen »transparenten, interaktiven Prozess, durch den gesellschaftliche Akteure und Innovatoren im Hinblick auf die (ethische) Akzeptanz, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Attraktivität des Innovationsprozesses und einer marktfähigen Produkte aufeinander reagieren« (Von Schomberg 2013). Die Möglichkeiten für Unternehmen, sich als vitaler Teil der heutigen und auch künftigen Gesellschaft zu betrachten und einzubringen, sind so groß wie nie zuvor: So sieht etwa die Business and Sustainable Development Commission (BSDC), ein Gremium aus international renommierten Wirtschaftsexperten und Unternehmern, sehr großes ökonomisches Potenzial für nachhaltige Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle an den SDGs ausrichten. Zur Lösung globaler gesellschaftlicher und ökologischer Probleme beizutragen, eröffnet neue Märkte und schafft Unternehmenswerte. Allein in den Bereichen Ernährung und Landwirtschaft, Städte, Energie und Material sowie im Gesundheitssektor wird erwartet, dass durch die Umsetzung der SDGs zwölf Billionen US-Dollar freigesetzt werden. Andere Schätzungen gehen von bis zu 30 Billionen US-Dollar aus. Berechnungen wie diese zeigen, dass Unternehmen durch innovatives, nachhaltiges Handeln zusätzlich zur Mitgestaltung unserer Zukunft auch finanziell von der Realisierung der SDGs profitieren können. Laut der Anfang 2017 veröffentlichten Studie »Better business, better world« der BSDC liegen die größten Marktchancen in den Bereichen Mobilität, Gesundheitsversorgung, Energieeffizienz, saubere Energie und bezahlbares Wohnen. Die Studie empfiehlt Unternehmen, die SDGs als Leitfaden zu nutzen, um globale Herausforderungen wie Klimakrise, soziale Ungleichheit und menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse anzugehen und gleichzeitig finanzielle Möglichkeiten und neue Märkte zu erschließen. Darüber hinaus werden für die nächsten fünf bis 15 Jahre politische Regulationsmaßnahmen erwartet, die nachhaltiges Wirtschaften weiter forcieren.

Digitalisierung für eine zukunftsfähige Wirtschaft

Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, ist es notwendig, branchenübergreifend alle Stationen von Wertschöpfungsketten in das Design von Produkten oder Dienstleistungen miteinzubeziehen. Eine solcherart zukunftsorientierte Wirtschaft braucht dazu auch Leadership und Management mit Integrität und langfristiger Vision. respACT – austrian business council for sustainable development als Österreichs größte Lern- und Vernetzungsplattform für nachhaltiges Wirtschaften zählt eine ganze Reihe von Unternehmen zu seinen Mitgliedern, die sich bereits auf den Weg in eine nachhaltige Zukunft gemacht haben. Einige davon arbeiten schon heute intensiv an digitalen Lösungen als Mittel und Beitrag zur Erreichung der SDGs:
Pessl Instruments ist ein weltweit tätiges österreichisches KMU, das digitale Technologien zur Unterstützung nachhaltiger Agrarproduktion und zur Reduzierung des Energieeinsatzes in der Landwirtschaft entwickelt. Die Geräte sind in allen Klimazonen und verschiedensten Branchen anwendbar: von der Landwirtschaft über die Forschung bis Hydrologie, Meteorologie oder Hochwasserwarnung. Mit innovativen digitalen Lösungen werden Landwirte weltweit dabei unterstützt, durch eine sorgfältige Überwachung ihrer Felder etwa Wetter- oder Schädlingsbefallrisiken zu minimieren und in weiterer Folge den Einsatz von Wasser oder Düngemitteln zu optimieren. Digitale Entscheidungsunterstützungssysteme erfassen Umweltdaten, helfen Farmmanagementaktivitäten zu optimieren und erleichtern die Arbeitsplanung einschließlich der Pflanzenschutz- und Düngemittelanwendungen, Feldzugänglichkeit, Erntefenstervorhersage und vieles mehr. Der Einsatz und Verbrauch von Ressourcen wird minimiert, während Ernteerträge gesteigert werden.

Lenzing AG ist ein weltweit agierendes Unternehmen mit 6.500 Mitarbeitenden, das aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz mittels umweltschonender und innovativer Technologien hochwertige Fasern herstellt. Diese Fasern sind Ausgangsmaterial für eine Vielzahl von Textil- und Vliesstoffanwendungen, werden aber auch in der Technik sowie in Schutz und Arbeitskleidung eingesetzt. Lenzing ist das einzige Unternehmen weltweit, das nennenswerte Mengen aller drei Generationen von holzbasierten Cellulosefasern produziert. Mit hochwertigen Recyclingtechnologien oder der Verwendung von Blockchain-Technologie zur Faseridentifikation über die gesamte textile Wertschöpfungskette zählt das Unternehmen weltweit zu den Innovationsführern. Marken und Verbraucherinnen fordern zunehmend Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Fasern bis zum fertigen Kleidungsstück, doch derzeit können nur weniger als fünf Prozent der führenden 250 Bekleidungsmarken weltweit ihre Produkte bis zur Faser zurückverfolgen. In einem Pilotprojekt mit Partnern aus dem Technologiesektor, dem WWF sowie einer Modemarke entwickelte Lenzing daher eine Plattform, die es Lieferanten, Kundinnen und Endverbrauchern möglich macht, mittels QR-Code ihre Fasern und deren Holzquelle in jedem Produktions- und Vertriebsschritt zu identifizieren. Weitere Pilotprojekte mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden durchgeführt und sollen ab 2020 die Plattform vollständig einsatzfähig machen. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, aktiv zu den SDGs beizutragen, und übernimmt eine führende Rolle bei Multi-Stakeholder-Initiativen wie der Sustainable Apparel Coalition (SAC), um die Entwicklung und Umsetzung von systemischen Lösungen zu unterstützen. Dell Technologies, Hersteller von Computern und Speichersystemen sowie internationaler Konzern mit über 150.000 Mitarbeitenden weltweit, arbeitet kontinuierlich daran, mit auf Kreislaufwirtschaft ausgelegtem Design zur Abfallvermeidung beizutragen. Der gesamte Lebenszyklus der Produkte wird mit Blick auf Wiederverwendung, Reparatur, Aufarbeitung und Recyclingfähigkeit gestaltet und beeinflusst damit die Materialauswahl ebenso wie die Energieeffizienz und die Entwicklung softwarebasierter Geräte.

Materialien aus nicht mehr benötigten Produkten werden wieder in den Beginn der Produktionsprozesse zurückgeführt. Wiederaufbereitete Materialien werden an andere Unternehmen weitergegeben, um sie in anderen Produkten zu nutzen. Die Lebensdauer aktueller Geräte wird verlängert und der Betrieb effizienter. Dell unterhält das weltweit größte Programm für Produktrücknahmeservices, das in mehr als 75 Ländern und Gebieten aktiv ist. Durch einen geschlossenen Verwertungskreislauf für Kunststoffe und andere Materialien nähert sich das Unternehmen immer mehr an tatsächlich abfallfreie Prozesse an. Im Jahr 2015 wurde Dell dafür beim Weltwirtschaftsforum mit dem Accenture Award for Circular Economy Pioneers ausgezeichnet. Microsoft, internationaler Softwarehersteller mit über 140.000 Mitarbeitenden weltweit, beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft. Denn die Art, wie wir als Gesellschaft zusammenleben, miteinander kommunizieren und Wissen weitergeben, verändert sich durch die voranschreitende Digitalisierung grundlegend. Darauf aufbauend erhebt das Unternehmen jährlich im Rahmen des Digital Civility Index jeweils aktuellen Handlungsbedarf für bestimmte Bereiche, die sich auf den kritischen Umgang mit digitalen Technologien beziehen. Denn auch wenn Digital Natives eine hohe Nutzungskompetenz auf technischer Ebene haben, benötigen sie nach Ansicht der Studienautoren Hilfe, um die Auswirkungen ihrer persönlichen Online-Aktivitäten einzuschätzen. Problemfelder wie der Schutz der Privatsphäre, Online-Mobbing und Fake News können schnell zu handfesten Problemen führen. Um Jugendliche darauf aufmerksam zu machen, hat Microsoft Österreich in Kooperation mit dem Wiener Stadtschulrat an zahlreichen Schulen einen jährlichen Aktionstag für mehr Sicherheit im Internet initiiert. Rund 2.000 Wiener Schülerinnen und Schüler erhalten Schulungen und Workshops zu ethischen und technischen Grundlagen im Umgang mit digitalen Technologien, um diese Kompetenz von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu fördern – innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers.

Felix Forster ist Projektleiter bei respACT – austrian business council for sustainable development. Seine Fachgebiete sind Nachhaltigkeitsberichterstattung, soziale Innovationen und der Wissenstransfer zwischen Unternehmen, Politik und Wissenschaft. Darüber hinaus ist er im Beirat von OekoBusiness Wien. Nach seinem Bachelorstudium in Sozialanthropologie (Universität Wien) absolvierte er den Master Sozioökonomie (Wirtschaftsuniversität Wien). Im Rahmen seiner akademischen Ausbildung hat er sowohl im Beratungssektor als auch im Wissenschaftsbereich (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) gearbeitet. f.forster@respact.at

Karin Huber-Heim ist Expertin für SDG-Strategien mit internationaler Erfahrung in Corporate Sustainability & Innovation, Leiterin einer Forschungsgruppe am Bertalanffy Center for Study of Systems Science zur Erforschung regenerativer Wirtschaftssysteme sowie wissenschaftliche Leiterin des MSc Sustainability & Responsible Management und Dozentin für nachhaltige Geschäftsmodelle an mehreren Fachhochschulen. Als Mitglied des Steering Committee im Global Compact Network Austria setzt sie sich intensiv für einen systemischen Wandel auf allen Ebenen hin zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft ein. office@csr-and-communication.com

Daniela Knieling ist Geschäftsführerin von respACT – austrian business council for sustainable development (seit 2011), Network Representative des Global Compact Netzwerks Österreich sowie nationale Kontaktstelle des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD). Als Expertin für CSR ist sie in mehreren Ausschüssen (z. B. ASRA, TRIGOS, öst. Normungsinstitut) und Prüfungsgremien verschiedener Studiengänge (z. B. incite, plenum akademie, FH des BFI Wien) im Bereich CSR tätig. Sie hat einen Masterabschluss in Kommunikationswissenschaften (Universität Wien), ist akademisch zertifizierte PR-Beraterin (Universität Wien) und hat verschiedene Weiterbildungen im Bereich Sustainable Business absolviert. kommunikation@respact.at

Malina Lovrek ist Absolventin der Studiengänge Internationale Entwicklung und Kultur und Sozialanthropologie. Sie ist an gesellschaftlichen Veränderungen, Systemtheorien und den Auswirkungen der Globalisierung auf Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt interessiert. Als Projektleiterin bei respACT – austrian business council for sustainable development und Spross einer Unternehmerfamilie setzt sie ihr Wissen und ihre Interessen heute für eine nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaft ein. m.lovrek@respact.at

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