Zwei Frauen sitzen vor zwei Bildschirmen eines Computers. Im Hintergrund sieht man weitere Bildschirme.
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Studie: Smart Country – was bedeutet das eigentlich

Digitale Technologien können ländliche Räume besser vernetzen und für mehr Teilhabe und Wertschöpfung sorgen. Dieses Potenzial müssen Kommunen, Stakeholder sowie Bürgerinnen und Bürger erkennen, verstehen und nutzen.

Abwanderung, demographischer Wandel und Infrastruktur – ländliche Regionen stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Ein wichtiger Ansatzpunkt für ihre Lösung sind digitale Technologien. Sie können ländliche Regionen besser vernetzen und für mehr Teilhabe und Wertschöpfung sorgen. Dieses enorme Potenzial müssen Kommunen, Stakeholder, Bürgerinnen und Bürger erkennen, verstehen und nutzen. In manchen Regionen und vor allem im Ausland geschieht dies schon. In vielen Regionen aber gibt es Nachholbedarf und sie drohen weiter den Anschluss zu verlieren. Wie können wir also sicherstellen, dass alle von den Chancen der Digitalisierung profitieren und an der Gesellschaft teilhaben können?

Ganz unterschiedliche Antworten auf diese Fragen geben die Beiträge im Sammelband „Perspektive Smart Country – Wie digitale Transformationen unser Leben verändern“. Sie diskutieren Ansätze, wie Regionen die Chancen der Digitalisierung nutzen können, aus verschiedenen Blickwinkeln und mit Schwerpunkten wie z. B. Bildung, Technik, Mobilität, Daten und Sicherheit.

Gleich mehrere dieser Schwerpunkte greift Gerald Swarat in seinem Beitrag zur Initiative #DigitaleRegion auf. Damit ländliche Regionen als Wirtschaftsstandort gestärkt werden und Lebensqualität für alle gesichert werden kann, sind digitale Lösungen für Logistik und Mobilität genauso notwendig wie für Bildung und Arbeit. Das Expertennetzwerk der Initiative #DigitaleRegion erarbeitet deshalb sektorübergreifende Ansätze und berät Regionen zu Zukunftsszenarien.

Deutschland steht wie kein anderes Land für dezentrale Prosperität und lebt sowohl ökonomisch, als auch kulturell von seinen Regionen. Smart Country ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die einen Mentalitätswandel beinhaltet, der nicht nur die vom digitalen Wandel geforderten Unternehmen betrifft.
Gerald Swarat

In die Zukunft blickt auch Marco Maas in seinem Beitrag „Big Data, Smart Country – das vernetzte Zuhause“. Dort können Menschen dank Sensoren und Big-Data-Auswertungen künftig personalisierte Vorschläge und Lokalnachrichten aufgrund von Bewegungsdaten bekommen. Auch für ältere Menschen bieten Sensoren Vorteile, wenn sie etwa Unfälle erkennen und Alarm schlagen. Wichtigste Voraussetzung dafür ist flächendeckend schnelles Internet auch im ländlichen Raum mit 5G als Ziel. Daneben braucht es gesellschaftliche Debatten zum Datenschutz, um Unsicherheit und Ängste abzubauen.

Neben digitalen Konzepten für Regionen und den Vorteilen von Big Data beleuchten die Beiträge außerdem digitale Zukunftsszenarien für verschiedene Bevölkerungsgruppen und Lebensbereiche: Sie stellen digitale Lösungen im Bereich Mobilität und Bildung dar. Sie diskutieren Chancen digitaler Daten für die kommunalpolitische Steuerung, die Rolle von Bibliotheken als Vermittlungsorte für digitale Kompetenzen sowie ländliche Regionen als Chance für Startups. Außerdem wird in verschiedenen Beiträgen thematisiert, wie smarte Ziele für ein Smart Country gesetzt werden können und welche rechtlichen Rahmenbedingungen es dafür braucht. Die Beiträge zeigen zudem, dass IT-Sicherheit für Vertrauen notwendig ist, und welche Qualitätsmerkmale smarte Alltagsgegenstände erfüllen sollten. Estland als digitale Vorreiternation wird ebenso vorgestellt wie Österreich als Vorbild für Open Government. Beispiele aus den USA und Israel zeigen den erfolgreichen Einsatz digitaler Beteiligungstools.

Der Blick ins Ausland zeigt: Deutschland kann in Sachen Smart Country viel von anderen Ländern lernen, um in Zukunft digitale Veränderungen positiv zu gestalten.

Der Sammelband erscheint im Rahmen des diesjährigen Reinhard Mohn Preises „Smart Country – Vernetzt. Intelligent. Digital“, mit dem die Bertelsmann Stiftung mit dem früheren estnischen Staatspräsidenten Toomas Hendrik Ilves eine Persönlichkeit auszeichnet, die das Thema „Digitalisierung“ in besonderer Weise vorangetrieben hat.

Die Beiträge von Marco Maas und Gerald Swarat sowie weitere spannende Beispiele zum Thema Smart Country finden Sie in unserem neuen Web-Special.

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22625208327_17b177509f_o.jpg(© Katja Evertz, Cortex digital / Flickr - CC BY 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

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