Gruppe von Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Herkunft hält Sprechblasen hoch
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Der Religionsmonitor: Über die Studie

Moderne Gesellschaften zeichnen sich durch religiöse und weltanschauliche Vielfalt aus. Damit sind Konflikte, aber auch Chancen verbunden. Um die gesellschaftliche Bedeutung von Religion und die Einstellungen von Menschen unter anderem zu kultureller Vielfalt besser zu verstehen, haben wir den Religionsmonitor als empirisches Messinstrument entwickelt.

Religion prägt das Denken und Handeln vieler Menschen und ist eine bedeutsame soziale Kraft. Das gilt auch für die säkularen modernen Gesellschaften. In Deutschland und in ganz Europa leben heute Anhänger verschiedener Religionsgemeinschaften und Konfessionslose zusammen. Sie pflegen unterschiedliche Traditionen und vertreten ein breites Spektrum an Weltanschauungen. Wie ist angesichts dieser Vielfalt ein friedliches und faires Miteinander möglich? Und welche Rolle spielen dabei die Religionen?

Es lohnt sich daher, die Religionen und ihre Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung besser zu verstehen und sowohl Potenziale und Chancen als auch Konfliktfelder zu erkennen. Wissen schafft zudem ein größeres gegenseitiges Verständnis und baut Vorurteile ab.

Seit 2007 drei Befragungswellen

Bereits seit 1990 untersucht die Bertelsmann Stiftung die Religion als Wertevermittler für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Jahr 2007 initiierte die Bertelsmann Stiftung mit dem Religionsmonitor ein neues Messinstrument, um die Rolle von Religion empirisch zu untersuchen. In über 20 Ländern haben insgesamt mehr als 20.000 Menschen berichtet, welche Rolle Glaube und Religion in ihrem Leben einnehmen. Mit dem überarbeiteten und ergänzten Religionsmonitor 2013 sind wir noch einen Schritt weitergegangen und untersuchen die soziale und politische Relevanz der Religion empirisch. Daher haben wir neben den bewährten Fragen zur Religiosität des ersten Religionsmonitors auch Fragen zu Werten und Werthaltungen, zur Wahrnehmung religiöser Vielfalt und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgenommen. Der Religionsmonitor 2013 ermöglicht somit, wesentliche Aspekte moderner Gesellschaften genauer zu analysieren. Die dritte Welle – der Religionsmonitor 2017 – adressiert noch stärker Fragen zum interreligiösen Zusammenleben.

 

Es ist eine der zentralen Herausforderungen der modernen Gesellschaft, ein friedliches Miteinander der Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen zu ermöglichen.
Liz Mohn

Die Schwerpunkte des Religionsmonitors 2017 sind zum einen die Binnenvielfalt von Religionsgemeinschaften und Konfessionslosen sowie ihr Verhältnis zueinander und zum anderen Vorstellungen von Demokratie und die gestaltende Rolle von Religion in der Gesellschaft. In den Jahren 2017 und 2018 erscheinen dazu mehrere Studien, die unter anderem das Flüchtlingsengagement, Muslime in Europa und die Einstellung von Muslimen zur Demokratie in den Blick nehmen.

Der Religionsmonitor ist ein interdisziplinäres Projekt, das von der Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit Religionswissenschaftlern, Soziologen und Psychologen aus dem In- und Ausland konzipiert, durchgeführt und ausgewertet wird. Neben einem länderübergreifenden Vergleich werden auch vertiefende Analysen zu einzelnen Themen und Ländern veröffentlicht.

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