Mann steht vor Graphiken
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Die Methode: Religiöse Vielfalt messen – Gesellschaft erforschen

Die Studien des Religionsmonitors basieren auf repräsentativen Umfragen und arbeiten mit bewährten wissenschaftlichen Messinstrumenten. Dabei sind für uns die Qualitätskriterien empirischer Sozialforschung maßgeblich.

 

Der Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung untersucht anhand repräsentativer Bevölkerungsumfragen, welche Rolle Religion und die zunehmende religiöse Vielfalt in heutigen Gesellschaften spielen. Ziel ist es besser zu verstehen, unter welchen Bedingungen ein Zusammenleben von Menschen verschiedener Glaubenszugehörigkeit, aber auch von Menschen ohne religiösen Glauben dauerhaft gelingen kann – was sie verbindet und was sie auseinandertreibt.

Das Kernstück jedes Religionsmonitors bildet daher eine quantitative Erhebung, bei der Menschen aus verschiedenen Ländern und Weltreligionen repräsentativ befragt werden. Die Stichprobenziehung erfolgt mit größter Sorgfalt nach einschlägigen Qualitätskriterien der empirischen Sozialforschung; die Ergebnisse spiegeln das gesellschaftliche Meinungsspektrum wieder – alle relevanten Bevölkerungsgruppen sind ihrem Anteil entsprechend vertreten. Es werden mindestens 1000 Personen pro Land, stellvertretend für die Gesamtbevölkerung des jeweiligen Landes, befragt

Muslime als religiöse Minderheit berücksichtigt

 Eine Besonderheit des Religionsmonitors 2017 ist, dass er Angehörige religiöser Minderheiten viel stärker zu Wort kommen lässt als bisher, um auch ihre Perspektive auf religiöse Vielfalt angemessen abzubilden. Deswegen finden insbesondere Muslime als größte religiöse Minderheit in Deutschland und ganz Europa Berücksichtigung. So haben aus Deutschland über 1000 Muslime mit Wurzeln in der Türkei, Südosteuropa, dem Iran, Südostasien, Nordafrika sowie dem Nahen Osten teilgenommen. In der Schweiz, Österreich, Frankreich und dem Vereinigten Königreich haben sich jeweils rund 500 Muslime aus den wichtigsten Herkunftsländern beteiligt. Der Religionsmonitor 2017 bietet auf diese Weise eine einzigartige Datengrundlage, die die Vielfalt der muslimischen Stimmen in Deutschland und weiteren europäischen Ländern spiegelt.

Die Auswahl der Länder erfolgt je nach Schwerpunktthema der jeweiligen Erhebungswelle. Der Religionsmonitor 2017 geht primär der Frage nach, wie sich das Zusammenleben in religiöser Vielfalt in unterschiedlichen europäischen Gesellschaften gestaltet. Deshalb fiel die Auswahl mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich und der Schweiz auf Länder, die sich in ihrer religiösen Komposition relativ ähnlich sind, aber in ihrem Umgang mit religiöser Vielfalt unterscheiden.

Telefonbefragung als Mittel

Die Befragung erfolgt primär via Telefon – vereinzelt haben wir bei bestimmten Zielgruppen persönliche Interviews vorgenommen (beispielsweise bei der Befragung von Geflüchteten in Deutschland). Mit der Befragung beauftragt sind renommierte Meinungsforschungsinstitute mit einer umfangreichen Expertise und langjährigen Erfahrung. Beim Religionsmonitor 2013 wie auch beim Religionsmonitor 2017 war das das Bonner Institut für angewandte Sozialforschung (infas); für die erste Welle im Jahr 2008 wurde TNS Emnid beauftragt.

Bei der Entwicklung der Fragebogen arbeiten wir mit renommierten Wissenschaftlern zusammen. Beteiligt sind Religionswissenschaftler, Soziologen, Psychologen, Politikwissenschaftler und Theologen, die die Fragen mit uns gemeinsam ausarbeiten, umfangreich auf ihre Reliabilität und Validität testen, und schließlich die Daten auswerten und bei der Erstellung der Studien mitwirken.

Die Fragebögen, Datensätze und Ergebnisse werden nach Abschluss der jeweiligen Religionsmonitore im GESIS Datenarchiv für Sozialwissenschaften zur Verfügung gestellt.

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