Konferenzteilnehmer mit ipad

Experten diskutierten über Chancen der Digitalisierung

Was bedeutet Smart Country konkret – und wie müsste sich Deutschland aufstellen, um eines zu werden? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt des Expertenworkshops zum Thema Smart Country.

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Megatrend Digitalisierung

Die Digitalisierung ist einer der großen Megatrends, der die Zukunft Deutschlands maßgeblich mit beeinflussen wird. Nahezu alle Lebensbereiche werden durch die Digitalisierung betroffen sein. Dabei birgt die Digitalisierung Risiken wie eine mögliche digitale Spaltung der Gesellschaft - vor allem aber auch große Chancen im Hinblick auf mehr Teilhabe.

Mit dem Reinhard Mohn Preis 2017 zum Thema „Smart Country - Vernetzt. Intelligent. Digital.“ möchte die Bertelsmann Stiftung Wege aufzeigen, wie die Digitalisierung als Chance genutzt werden kann, um mehr und bessere Teilhabemöglichkeiten zu schaffen oder vorhandene Netzwerke und Strukturen zu ergänzen, dass Teilhabe sichergestellt werden kann.

Was können wir von internationalen Best Practice-Beispielen lernen?

In einem Expertenworkshop mit Dr. Brigitte Mohn und Dr. Jörg Dräger wurden die ersten Good Practice-Beispiele aus einer weltweiten Studie in Berlin vorgestellt und diskutiert. Neben konkreten digitalen Projekten und Anwendungen wurden auch staatliche Gesamtstrategien präsentiert, diskutiert und bewertet. Im Zentrum der Diskussion stand vor allem die Frage der Übertragbarkeit auf Deutschland.

In Erweiterung zu bereits stärker etablierten smarten Konzepten, wie das explizit auf den urbanen Raum bezogene Konzept der Smart City, fasst Smart Country die Lebens- und Teilhabemöglichkeiten aller Bürgerinnen und Bürger ins Auge. Unabhängig vom individuellen Lebensumfeld sollen die notwendigen technischen und sozialen Infrastrukturen vorhanden sein, um vergleichbare Lebensverhältnisse in allen Regionen und Bevölkerungsgruppen sicherzustellen.

Digitale Strategien in den Einsatz bringen

Als „Smart Country“ gilt ein Land, wenn es gelingt, digitale Strategien im Sinne der Menschen dazu einzusetzen, dass mehr Teilhabe ermöglicht wird. Hierzu zählen vor allem der Zugang von Menschen, die diese Möglichkeiten nutzen wollen:  im Rahmen ihrer Arbeit, gesundheitlicher Versorgung oder der Mobilität. Es fällt darunter aber auch die Teilhabe derer, die zurzeit noch keinen Zugang zu einem leistungsfähigen Internet haben.

Deutschland ist digital nicht besonders gut aufgestellt. Zum Beispiel in der Versorgung mit Glasfaser belegt Deutschland im internationalen Vergleich lediglich hintere Ränge. Deutschland braucht starke Impulse, um den Anschluss an die digitale Transformation nicht zu verlieren. Es müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit eine digitale Transformation im Sinne der Menschen überhaupt stattfinden kann.

Die weltweit recherchierten Beispiele aus den Bereichen Wirtschaft und Arbeit, Gesundheit und Pflege, Lernen und Information, Politik und Verwaltung, Mobilität und Logistik sowie einer digitalen Gesamtstrategie einer Nation wurden im Expertenworkshop vertieft. Sie zeigen, wo Deutschland im Vergleich steht – und was Deutschland von anderen Ländern lernen kann, um den Anschluss an die globalen Entwicklungen nicht zu versäumen.

Die Beispiele werden in Kürze hier vorgestellt.  Ebenso finden sich schon jetzt gute Beispiele aus der Rechercheliste auf @SmartCountryDE.

Expertenrunde

Als Experten diskutierten: 

Dr. Wilfried Aulbur, Managing Partner of Roland Berger Strategy Consultants, Mumbai, Indien; Michael Ganser, Senior Vice President Zentraleuropa, Cisco, Wallisellen, Schweiz; Willi Kaczorowski, Strategieberater Digitale Transformation; Christian Rupp, Sprecher der Plattform Digitales Österreich der Bundesregierung, Sonderbeauftragter Digitalisierung; Dirk Stocksmeier, CEO Init AG; Prof. Dr. Britta Wrede, CITEC Center of Excellence for Cognitive Interaction Technology, Uni Bielefeld.