Wenn wir junge Menschen nach Nachhaltigkeit fragen, sehen wir zuerst erstaunlich viel Konsens. Die 16- bis 30-Jährigen verstehen Nachhaltigkeit nicht nur als Klimaschutz, sondern auch als faire Chancen, soziale Sicherheit und eine verlässliche Zukunft. Rund drei Viertel dieser Altersgruppe geben an, dass ihnen nachhaltiges Verhalten im Alltag wichtig ist. Viele sind bereit, dafür auf Komfort zu verzichten, beim Konsum, bei der Mobilität oder beim Energieverbrauch (Jugend und Nachhaltigkeit).
Trotzdem kommt nur eine kleine Minderheit über das private Verhalten hinaus in ein organisiertes Engagement. In der Nachhaltigkeitsstudie berichten rund fünf Prozent, dass sie ehrenamtlich speziell für Nachhaltigkeit aktiv sind.
Die Ergebnisse aus „Junges Engagement für sozialen Wandel“ ergänzen dieses Bild. Viele junge Menschen interessieren sich für gesellschaftliche Themen und fühlen sich grundsätzlich informiert. Gleichzeitig zweifeln sie daran, ob ihr Engagement wirklich etwas bewirkt. Knapp die Hälfte ist mit der Art, wie die Demokratie in Deutschland funktioniert, unzufrieden, nur eine Minderheit ist zufrieden.
Beim Blick auf den eigenen Einfluss zeigt sich das gleiche Muster. Nur etwa ein Fünftel glaubt, im eigenen Umfeld mit Engagement tatsächlich etwas verändern zu können. Fast die Hälfte ist überzeugt, dass sich durch den eigenen Einsatz wenig oder nichts bewegt.
Viele wissen außerdem nicht, wo sie anfangen sollen und sehen außerhalb von Wahlen zu wenige echte Beteiligungsmöglichkeiten.
Kurz gesagt: Die junge Generation bringt Interesse und Werte mit, aber nur begrenzte Hebel. Engagement scheitert weniger an Motivation als an fehlenden, glaubwürdigen Andockpunkten.


