Europa sieht sich mit kritischen digitalen Abhängigkeiten konfrontiert und verfügt nur über begrenzte Wahlmöglichkeiten bei wesentlichen Technologien. Mindestens 80 % der digitalen Technologien in Europa werden importiert, vorwiegend von außereuropäischen Big-Tech-Unternehmen. Diese Abhängigkeiten führen zu einer Kettenreaktion von Schwachstellen in kritischen Infrastrukturen – von KI über Cloud-Dienste bis hin zu Halbleiter-Lieferketten – und schränken damit die strategische Autonomie und Innovationsfähigkeit Europas ein.
Die europäischen Entscheidungsträger:innen haben den Weckruf zur Verringerung strategischer Abhängigkeiten vernommen, doch es bedarf noch mehr interdisziplinärer Forschung, Wissensaustauschs und Koordinierung, um die globale Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken und dem öffentlichen Interesse zu dienen.
Technologische Handlungsfähigkeit und Selbstbestimmtheit bedeuten nicht Isolation; daher muss Europa seine eigenen Fähigkeiten stärken und gleichzeitig seine internationalen Partnerschaften diversifizieren. Der Indopazifik spielt in dieser Hinsicht eine Schlüsselrolle: Die Region steht im Zentrum globaler Technologie- und Wertschöpfungsketten und ist zugleich ein wichtiger Schauplatz für neue Partnerschaften mit Indien, Japan und den ASEAN-Staaten. Das erreichen wir durch unsere Indo-Pacific Taskforce, die sich derzeit auf die Beziehungen zwischen der EU und Indien konzentriert und künftig auf andere Länder ausgeweitet werden soll.
Das ETRS-Projekt (Europäische Technologische Resilienz & Souveränität) begegnet diesen Herausforderungen mit drei sich ergänzenden Säulen.