Chinas Aufstieg, Amerikas Ausstieg, Russlands Angriff – die Weltordnung befindet sich im Wandel. Geschwächte multilaterale Institutionen und zunehmende innenpolitische Polarisierung prägen das internationale Umfeld. Die Weltordnung ist nicht nur instabiler geworden, sondern strukturell volatiler. Klar ist: Ein Zurück zur liberalen, US-dominierten Nachkriegsordnung wird es (vorerst) nicht geben. Unklar ist: Welche neue (Un-)Ordnung entsteht im nächsten Jahrzehnt und was bedeutet das für die EU?
Daher haben wir sechs Szenarien zur Welt(un)ordnung 2035 erarbeitet, die sich in der Anzahl der Machtzentren und dem Grad der Stabilität unterscheiden (siehe Abbildung). In diesem Prozess haben wir außerdem vier übergreifende Handlungsfelder identifiziert, wie die EU in unterschiedlichen internationalen Konfigurationen als zumindest teilweise eigenständiger handlungsfähiger Akteur im Jahr 2035 bestehen kann.
Die Szenarien sind keine konkreten Prognosen oder Vorhersagen. Vielmehr können sie Entscheider:innen und allen, die sich mit der Welt von morgen befassen, als strategisches Instrument dienen, um sich mit verschiedenen möglichen Zukünften auseinanderzusetzen und die eigenen Handlungsspielräume auszuloten.


