Baluer Himmel mit rosa Wolken zu sehen
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, Jetzt bewerben!: „The New New“: Start eines neuen Fellowships für inklusive digitale Zukunftsvisionen

In was für einer Welt wollen wir zukünftig leben? Welche Rolle sollten digitale Innovationen dabei spielen? Wie können wir Algorithmen, Künstliche Intelligenz und andere Technologien einsetzen, um Inklusion, Diversität und Zusammenhalt zu fördern? Auf der Suche nach kreativen Antworten auf diese Fragen starten wir gemeinsam mit dem gemeinnützigen Superrr Lab das Fellowship „The New New“. Bis zum 6.Januar 2021 können sich Personen aus ganz Europa für eine sechsmonatige Förderung zur Entwicklung inklusiver digitaler Zukunftsvisionen bewerben.   

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Die EU hat sich vorgenommen, „Künstliche Intelligenz“ menschenzentriert und vertrauenswürdig zu gestalten. Die Richtungsentscheidung ist ohne Zweifel ein erster wichtiger Schritt. Betrachtet man jedoch die digitalpolitischen Maßnahmen, die aus dieser Zielsetzung folgen, wirkt die EU häufig reaktiv und immer einen Schritt hinterher. Politik und gemeinwohlorientierte Akteure sind darauf fokussiert, Schlaglöcher zu identifizieren und auszubessern, während in den Tech-Unternehmen in hoher Geschwindigkeit an ihrer Version der Zukunft getüftelt wird.

Europas Weg der menschenzentrierten Digitalisierung fehlt es an Visionen

Der Privatsektor hat schon lange verstanden, dass die Entwicklung von Organisationsvisionen die kollektive Fähigkeit erhöht, kohärente und strategische Entscheidungen zu treffen. Die Bekanntmachung dieser Visionen tragen dazu bei, Menschen zu motivieren und ihnen eine Orientierung zu bieten.

Um Europa von einer reaktiven hin zu einer proaktiven Digitalpolitik zu bewegen und dabei die Bevölkerung für den Wandel zu begeistern, braucht es daher positive gesellschaftliche Visionen! Da Technologie die Grenzen des Machbaren verschieben kann, muss Digitalisierung von vorneherein mitgedacht werden, ohne dabei zum Selbstzweck zu werden. 
Carla Hustedt, Projektleiterin Ethik der Algorihmen

Die Bertelsmann Stiftung startet daher gemeinsam mit dem gemeinnützigen Superrr Lab ein europaweites Fellowship-Programm zur Entwicklung inklusiver digitaler Zukunftsvisionen: „The New New“. Ob in Form von künstlerischen Projekten, Geschichten, Konzepten oder digitalen Werkzeugen – bis zum 6. Januar 2021 können sich Personen aus ganz Europa für eine 6-monatige Förderung bewerben. Weitere Informationen zur Bewerbung gibt es hier

Durch die Fellowships soll die bisher primär durch die Wirtschaft getriebene Diskussion zur Gestaltung des Digitalen Wandels um eine diverse und zivilgesellschaftliche Perspektive ergänzt werden. Dabei versteht sich „The New New“ als Ausgangspunkt für Diskussionen und Experimente. Es geht weder darum, schnelle, noch perfekte Lösungen zu finden. Der Prozess der Entwicklung von inklusiven digitalen Zukunftsvisionen ist genauso wichtig, wie das Ergebnis selbst.

Wir müssen den Technologiediskurs in einen Gesellschaftsdiskurs verwandeln: Statt Lösungen zu entwerfen, bevor wir das Problem verstanden haben, sollten wir die Herausforderungen der Gegenwart, die Bedürfnisse von Menschen und positive Visionen der Zukunft in den Mittelpunkt stellen.
Elisa Lindinger, Co-Founder und Managing Director vom Superrr Lab

Diverse Diskurse für eine gerechtere Welt

Der Digitalisierungs-Sektor ist momentan vor allem weiß und männlich, was dazu führt, dass die Ansichten und Bedürfnisse von großen Teilen der Bevölkerung nicht mitgedacht werden. 

Um das Fellowship-Programm möglichst inklusiv zu gestalten, haben bei einen Beirat einberufen, der uns durch kritische Fragen und diverse Perspektiven berät und auch die Auswahl der Fellows unterstützen wird. Mitglied des Beirats sind Fieke Jansen, Doktorandin am Data Justice Lab der Cardiff University, Joana Varon, Gründerin von Coding Rights, Joy Asongazoh Alemazung, Ambassador #HeForShe UN Women Germany, Lorena Jaume-Palasi, Gründerin der Ethical Tech Society, Nushin Yazdani, dgtl fmnsm & Design Justice Network, Olivia Vereha, Gründerin von Code for Romania, Raúl Krauthausen, Aktivist für Inklusion und Barrierefreiheit und Gründer von Sozialhelden e. V., sowie Stephen Cave, Executive Director des Leverhulme Centre for the Future of Intelligence, University of Cambridge.

Es fehlt an Visionen für die Digitalisierung. Nicht, weil es keine gibt, sondern weil es an gezieltem Austausch dazu mangelt – zum Beispiel zwischen Entscheidungsträger:innen, Akteuren aus der Zivilgesellschaft und der Kunst.
Julia Kloiber, Co-Founder und Managing Director vom Superrr Lab

Wir freuen uns besonders über Bewerbungen von Personen, die aufgrund von Behinderungen, sozialem- oder Migrationshintergrund, wegen ihres Geschlechts oder anderen Faktoren im aktuellen Digital-Diskurs weniger repräsentiert sind.

Denn eines ist klar: Vielfalt fördert Innovation. Nur durch unterschiedliche Perspektiven schaffen wir wahrhaft Neues.


Das Wichtigste auf einen Blick:

Was wird durch „The New New“ gefördert?
Kreative Projekte (Comics, Geschichten, Apps, etc.) die untersuchen, wie unsere Zukunft mit Hilfe digitaler Technologien inklusiv und fair gestaltet, wie Zusammenhalt gestärkt werden kann. 

Welche Unterstützung erhalte ich als „New Fellow“?
Über 6 Monate hinweg ein Stipendium von 1000€ im Monat, mind. 2 Tage professionelles Mentoring, Sichtbarkeit und Hilfe beim Aufbau eines länderübergreifenden und interdisziplinären Netzwerks, viel Raum für Austausch und voneinander lernen. Das Fellowship läuft von März 2021 bis August 2021.
 
Wie kann ich mich bewerben?
Ab sofort bis zum 6. Januar kann man sich auf der Seite von „The New New“ bewerben. Ihr müsst keinen aufwändigen Projektplan einreichen, sondern lediglich ein paar Fragen zu euren Ideen und Visionen beantworten. Das Bewerbungsformular ist auf Englisch, wir verlangen aber keine sprachlich perfekten Bewerbungen und ihr könnt angeben, wenn ihr keine Muttersprachler:innen seid.
 

Weitere Informationen zur Bewerbung findet ihr auch in unserem FAQ

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