Vorstellung

Offener Austausch statt klassischer Coding-Challenge: Wie der Datenatlas Zivilgesellschaft vom Datendialog profitierte

Welche Funktionen brauchen Nutzer:innen bei einem Metadatenportal wirklich – und welche eher nicht? Welche Vor- und welche Nachteile würde eine Entwicklung von einem Metadatenportal zu einem Datenportal für den Datenatlas Zivilgesellschaft mit sich bringen? Diese Fragen brachte das Team des Datenatlas Zivilgesellschaft zum DatenDialog Gütersloh 2025 mit.

#DatenDialog #Data4Good

Inhalt

Der Datenatlas Zivilgesellschaft ist ein Metadatenportal der Bertelsmann Stiftung, das offene Datensätze aus der Zivilgesellschaft bündelt und sichtbar macht. Anders als viele andere Projekte beim DatenDialog stand dabei keine klassische technische Datenherausforderung im Mittelpunkt. Statt Coding oder Prototyping ging es dem Team vor allem um den offenen Austausch mit Expert:innen aus der Open-Data-Community.

„Es war sehr hilfreich, mit Menschen, die den Datenatlas nutzen oder noch nicht kennen, zu diskutieren und unterschiedliche Perspektiven zu bekommen“, sagt Bürge Uprak, Projektmanagerin bei der Bertelsmann Stiftung und Mitverantwortliche des Datenatlas Zivilgesellschaft. „So eine geballte Power an Datenexpert:innen zu einer Zeit an einem Ort bekommt man eigentlich nur beim DatenDialog.“

Session 1: Feedback aus der Praxis

In der ersten Session setzte das Team auf ein offenes Open-Space-Format. Gemeinsam mit den Teilnehmer:innen wurde diskutiert, was beim Datenatlas bereits gut funktioniert – und wo noch Verbesserungspotenzial besteht.

Dabei kamen sowohl strukturelle als auch inhaltliche Hinweise zusammen. Diskutiert wurden unter anderem die Menü- und Nutzerführung, die Darstellung von Datensätzen sowie die Verständlichkeit einzelner Begrifflichkeiten. Ein konkreter Hinweis war beispielsweise, die Unterscheidung zwischen der Startseite des Datenkatalogs und der eigentlichen Website des Datenatlas klarer zu gestalten. Auch Wünsche wie Filtermöglichkeiten nach lokalen Daten oder eine Vorschaufunktion für Datensätze wurden eingebracht.

Mehrere Anregungen wurden im Anschluss direkt umgesetzt. So optimierte das Team die Filteroptionen und entfernte die Kategorien „Live-Daten“ und „hochwertige Daten“, da diese bei Nutzer:innen für Verwirrung gesorgt hatten. Außerdem wurde die Rubrik „Neueste Datensätze“ erweitert und mit zusätzlichen Beispielen ergänzt.

Session 2: Soll aus dem Metadatenportal ein Datenportal werden?

In der zweiten Session stand eine strategische Grundsatzfrage im Mittelpunkt: Soll der Datenatlas Zivilgesellschaft künftig nicht nur Metadaten bündeln, sondern selbst zu einem vollständigen Datenportal weiterentwickelt werden?

Diese Frage beschäftigte das Projektteam bereits seit längerer Zeit. Entsprechend wichtig war die Diskussion mit den Fachleuten beim Datendialog. „Wir wollten für uns Anhaltspunkte finden, ob wir den Ansatz weiterverfolgen sollen oder nicht. Am Ende gab es mehr Nachteile bei einem potenzielle Ausbau hin zu einem Datenportal “, berichtet Bürge Uprak.

Ein wirklich überzeugender Mehrwert für die Weiterentwicklung zum Datenportal ließ sich nicht identifizieren. Und genau darin lag für das Team ein wichtiger Erfolg des Datendialogs: Klarheit zu gewinnen und Ressourcen gezielter einsetzen zu können.

Auch über die beiden Sessions hinaus konnte das Team wertvolle Kontakte knüpfen, die weiterhin genutzt werden.

Kompetenzen ergänzen

Für Bürge Uprak war es nicht die erste Teilnahme am Datendialog. Bereits in ihrer früheren Funktion als Open-Data-Beauftragte der Stadt Bielefeld hatte sie dort eine Datenherausforderung aus der Verwaltung eingebracht.

Damals fehlten insbesondere Kompetenzen aus den Bereichen Data Science, KI und Coding. Der Datendialog bot die Möglichkeit, genau diese Expertise von außen einzubinden.

„Damals wie heute war der Datendialog perfekt, um fehlende Kompetenzen zu bekommen beziehungsweise zu erweitern“, sagt Uprak.

Warum sich die Teilnahme lohnt

Das Beispiel des Datenatlas Zivilgesellschaft zeigt, dass der Datendialog nicht nur für technische Prototypen oder Coding-Projekte geeignet ist. Auch bei strategischen Fragen hilft der interdisziplinäre Austausch weiter. Projekte können von den unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmer:innen profitieren und oft schneller zu tragfähigen Entscheidungen kommen.