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Heiko Roehl

Macht: Ausübung von Macht: Vom Schmuddel-Image zur Gestaltungsnotwendigkeit

Martin Spilker beim Roundtable: „Modern Leadership – The Female Approach“

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„Die Finanzkrise wäre vermeidbar gewesen, wenn mehr Frauen in den Boards gesessen hätten!“. Diese Auffassung hörte man immer wieder aus dem Zuschauerkreis. Frauen würden extrem hohe Risiken scheuen und auch weniger Interesse an Status- oder Machtspielen zeigen. Unter der Moderation der bekannten ZDF-Börsenexpertin Sina Mainitz kam die Podiumsdiskussion damit schnell auf den Punkt.

Trotz eines trüben Freitagnachmittags in Oestrich-Winkel drängelten sich mehr als 120 Gäste in den Veranstaltungssaal der European Business School – EBS Universität für Wirtschaft und Recht, um unter dem Thema „Women Inspiring Business“ am 6. November Maßnahmen und Erfolge bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen zu erörtern. Auch wenn die Eingangsthese letztlich unbeantwortet bleiben musste, waren sich doch die Anwesenden über die Bedeutung der hervorragend ausgebildeten Frauen und deren fachlichen und sozialen Kompetenzen für Wirtschaft und Gesellschaft schnell einig.

Allerdings musste Martin Spilker an der einen oder anderen Stelle doch etwas Wasser in den Rheingauer Wein schütten: "Frauen projezieren Misserfolge noch zu oft auf sich selber – Erfolge schreiben sie eher dem Team zu. Männer machen das oft anders und sind dadurch oft sichtbarer“ – berichtete er unter anderem von Erfahrungen aus den Trainings des Kompetenzzentrums für weibliche Führungskräfte. Allerdings würden Frauen zunehmend realisieren, welche positive Wirkung von Macht und Profilierung für die eigenen Gestaltungsräume und Karrierewege ausgeht.

Grundsätzlich wäre auch das Rollenverständnis der Männer zu hinterfragen bzw. deren eigentliche Wünsche an die Karriere, sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu diskutieren. Die Podiumsdiskutanten bestätigen aber auch Empfehlungen des Handlungsleitfadens „Führungsfrauen – wie man sie findet und wie man sie bindet“, wie wichtig Netzwerke für Frauen sind. Letztlich käme es doch nicht darauf an, ob man eher „männlich“ oder „weiblich“ führt, sondern dass man authentisch bleibt - unabhängig vom Geschlecht!