Eine Gruppe von Menschen verschiedenen Alters steht geschlossen zusammen, lächelnd.
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Plädoyer: Haltung ist angesagt!

Wir beobachten besorgt, mit welcher Geschwindigkeit sich das politische Klima verändert – und zwar zum Schlechten. Lügen werden zu alternativen Fakten, Flüchtlinge zu potentiellen Terroristen, ein vereintes Europa zu einer Illusion von gestern. Egoismus wird in gewisser Weise sogar schick und zunehmend als „taff“ (tough) ausgemacht. Die Parolen, die diese Veränderungen markieren, sind laut und aggressiv. Meist ist diese Ablehnung des Fremden verknüpft mit der prinzipiellen Ablehnung von Minderheiten, die anders sind und anders leben als die, die sich als Norm und damit als zentrales Leitbild definieren. Der Umgang mit Flüchtlingen hat sich zu einer Kernfrage entwickelt, an ihrer Beantwortung werden sich die Substanz und die Kraft unseres demokratischen Staates erweisen.

Es ist nicht die Mehrheit, die dem Trend zum egoistischen Einmauern nachgibt. Aber es gibt eine Verunsicherung, eine Erschütterung der freiheitlichen Werte, die sich ausbreitet und ein merkwürdiges Verstummen auslöst, die der Demokratie bislang ihre Stimme gaben.

Auch wenn dies nur auf einen Teil der Menschen zutrifft, so darf uns dies nicht in Ruhe lassen! Haltung ist angesagt – nicht nur auf der politischen Bühne, in den Parlamenten und den Medien, sondern auch und vor allem vor Ort: In der Kirche, der Kneipe, auf der Straße, beim Bäcker, am Arbeitsplatz.

Wir haben eine Erklärung mit einer Haltung verfasst. Es ist nicht die Einzige dieser Art und mit dieser Richtung. Sie gesellt sich neben viele andere, die die Entwicklung mit Sorge beschreiben und ihre Stimme erheben.

Die Bertelsmann Stiftung wendet sich an Kommunen, Verbände und Einzelpersonen und lädt Sie dazu ein, diese Haltung mit uns zu teilen. Weil die Demokratie die (welt)offene Kommune in der offenen Gesellschaft braucht.

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