Europaflagge vor Schienensystem
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, Policy Paper: Eine kurze Geschichte der Eurokrise

Mehr als sieben Jahre sind seit dem Beginn der Eurokrise vergangen. Dennoch besteht noch immer keine Einigkeit über die Ursachen der Krise und die Gründe für  ihre außergewöhnliche Schwere und Länge. Ohne eine gemeinsame Diagnose gestaltet sich auch die Suche nach gemeinsamen Antworten schwierig.

In diesem Policy Paper zeigen Jörg Haas und Katharina Gnath, dass die am weitesten verbreiteten Erklärungsansätze für die Eurokrise allesamt eines gemein haben: Sie betonen die schädlichen Auswirkungen von Ungleichgewichten in der staatlichen und privaten Verschuldung im Euroraum. Von diesem Ausgangspunkt zeichnen die Autoren die Wurzeln der Instabilität und der Ansteckungseffekte nach und geben einen Überblick über die vier Hauptphasen der Krise:

  • Auseinanderentwicklung. Leicht verfügbare Kredite, gepaart mit unzureichenden politischen und ökonomischen Anpassungsmechanismen in der Währungsunion, führten zum Entstehen großer Ungleichgewichte im Euroraum. Auch wenn die globale Finanzkrise von 2008/9 der unmittelbare Auslöser für die Eurokrise, so lag die eigentliche Ursache in den vorhergehenden Divergenzen.
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Krise traf die Währungsunion nahezu völlig unvorbereitet. Innerhalb kürzester Zeit musste ein europäischer Rahmen für das Krisenmanagement geschaffen werden. Die sich daraus ergebenden Verzögerungen, eine schwache europäische Ebene und eine handlungsbeschränkte Geldpolitik verschärften die Krise zunächst.
  • Strukturelle Veränderungen. Der europäischen Politik gelang es schließlich, wichtige Teile der Wirtschafts- und Währungsunion zu reformieren. Die Reformbemühungen konzentrierten sich auf ein regelbasiertes System der Krisenprävention, auf begrenzte gegenseitige Absicherung in Krisenzeiten und darauf, den Teufelskreis zwischen fragilen Staatsfinanzen und einem instabilen Bankensystem zu durchbrechen.
  • Die Situation heute. Der Euroraum befindet sich nach wie vor in einer gefährlichen Lage. Die expansive Geldpolitik der EZB findet zunehmend Kritiker, die anhaltende, hohe Verschuldung lässt der Fiskalpolitik der Mitgliedstaaten wenig Spielraum und Transferzahlungen genießen in der Öffentlichkeit wenig Rückhalt.

Was der Euro nun braucht, ist eine Debatte über eine grundlegende Reform der Währungsunion, solange die relativ ruhige Lage anhält – und nicht erst, wenn die nächste Panik an den Märkten ausbricht.

Publikation: Eine kurze Geschichte der Eurokrise

Mehr als sieben Jahre sind seit dem Beginn der Eurokrise vergangen. Dennoch besteht noch immer keine Einigkeit über die Ursachen der Krise ...

Diese Publikation ist Teil von „Repair and Prepare: Strengthen the euro“, einem gemeinsamen Projekt der Bertelsmann Stiftung und des Jacques Delors Instituts – Berlin. Weitere Informationen dazu unter www.strengthentheeuro.eu.

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