Die Debatte um Deindustrialisierung und Entlassungswellen deutscher Industrieunternehmen reißt nicht ab. Allerdings sind nicht steigende Kündigungszahlen von Seiten der Arbeitgeber der Auslöser für den Personalabbau in der Industrie, sondern das Zögern, Stellen nachzubesetzen und neue Mitarbeitende einzustellen. Das zeigt eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft in unserem Auftrag.
Noch bis 2019 hatten sich Einstellungen sowie beendete Beschäftigungsverhältnisse parallel entwickelt. Doch seither öffnet sich eine Lücke: Die Neueinstellungen gehen deutlich stärker zurück als die Zahl der beendeten Beschäftigungsverhältnisse. Dadurch rücken deutlich weniger neue Mitarbeitende ins Verarbeitende Gewerbe nach, als Stellen frei werden. “Die zurückgehenden Neueinstellungen sind ein Warnsignal für die künftige Beschäftigungsentwicklung”, kommentiert unsere Arbeitsmarktexpertin Luisa Kunze. “Wir brauchen eine Wiederbelebung der Arbeitsnachfrage in der Industrie und mehr Dynamik am Arbeitsmarkt. Nur dann entstehen auch wieder neue Chancen für Einsteiger:innen, berufliche Wechsel werden leichter und die Industrie kann sich weiter erneuern.”


