Während sich Amerika auf die Midterm-Wahl im November vorbereitet, zeigt die neue Studie “Unequal Trust, Shared Interests – European and American Views on the Future of Transatlantic Relations”, dass sich die Erwartungen der Bevölkerung an die transatlantische Partnerschaft verändern. Eine tiefgreifende Vertrauenslücke prägt die Beziehung: 72 Prozent der Amerikaner:innen halten Europa für vertrauenswürdig, verglichen mit nur 36 Prozent der Europäer:innen, die dies den USA gegenüber empfinden.
Eine größere europäische Unabhängigkeit findet auf beiden Seiten des Atlantiks Unterstützung, wobei die Präferenz in Europa deutlich stärker ist. 73 Prozent der Menschen in Europa sagen, Europa solle nach jahrzehntelanger enger Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten einen eigenen Weg gehen; eine Ansicht, die von einer knappen Mehrheit der Amerikaner:innen (52 Prozent) geteilt wird. Zugleich halten beide Seiten dieses Ziel für erreichbar: Jeweils 59 Prozent glauben, dass Europa realistischerweise unabhängiger werden kann.
Gleichzeitig sprechen sich Europäer:innen und Amerikaner:innen für eine engere Zusammenarbeit mit weiteren internationalen Partnern aus. Kanada steht dabei auf beiden Seiten an erster Stelle, genannt von 36 Prozent in der EU und 44 Prozent in den USA. Das Vereinigte Königreich ist ebenfalls ein prominenter Wunschpartner, mit 34 beziehungsweise 37 Prozent. Unter den Amerikaner:innen erhält die EU 37 Prozent Zustimmung und teilt sich den zweiten Platz mit dem Vereinigten Königreich. Diese Präferenzen deuten auf Interesse beider Seiten an einem größeren Netzwerk transatlantischer Partnerschaften hin.


