Knapp 36 Prozent befürworten die Möglichkeit, dass politische Entscheidungen zukünftig durch flexible Mehrheiten getroffen werden können. 20 Prozent sehen Minderheitsregierungen grundsätzlich positiv. Die Hälfte der Menschen in Deutschland ist bei der Bewertung von Minderheitsregierungen allerdings unentschlossen. 26 Prozent lehnen sie ab. Das sind die zentralen Ergebnisse unserer repräsentativen Studie "Anders regieren? Wie Bürger:innen alternative Formen des Regierens bewerten". Unsere Demokratie-Expertin Christina-Marie Juen sagt: "In Deutschland fehlen auf Bundesebene bislang zwar praktische Erfahrungen mit dem Regieren ohne feste Mehrheiten, aber dennoch zeigt sich die Bevölkerung grundsätzlich offen für verschiedene Regierungsoptionen jenseits der Mehrheitskoalition."
Die größte Zustimmung findet jedoch die stärkere Einbindung der Oppositionsparteien im Parlament, wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden. Rund 54 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus: "Die Bürger:innen erwarten erkennbar mehr Kooperation über Parteigrenzen hinweg, als sie es derzeit im Bundestag erleben. Das kann man als Aufforderung verstehen, die Opposition vermehrt und frühzeitig in wichtige Vorhaben einzubinden", so Carlo Greß, unser Demokratie-Experte und Ko-Autor der Studie.


