In meinem Studium der interdisziplinär ausgerichteten Studiengänge „International Relations and Management“ sowie „Development Studies” erwarb ich Kenntnisse in den Bereichen Politik-, Wirtschafts- und Kulturwissenschaft. Da mich interessiert, wie aktuellen Herausforderungen in unserer Gesellschaft begegnet werden kann, bearbeitete ich in meinen beiden Abschlussarbeiten mit Wählermobilisierung und Aufarbeitung der deutschen Kolonialvergangenheit jeweils Themen von hoher gesellschaftspolitischer Relevanz. Mein Wunsch war es, auch beruflich an zukunftsfähigen Lösungsansätzen für drängende gesellschaftliche Fragestellungen mitzuwirken und einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen. Die Bertelsmann Stiftung bietet hierfür den idealen Rahmen: Sie greift gesellschaftliche Entwicklungen auf und schafft Plattformen für den Austausch auf wissenschaftlicher und politischer Ebene.
Eine generalistische Ausbildung kann sowohl Chance als auch Herausforderung sein, da sie keinen klar vorgezeichneten Karriereweg vorgibt. Vor diesem Hintergrund schien mir das „Junior Professionals Program“ (JPP) wie gemacht für meinen Berufseinstieg: Im JPP habe ich die Möglichkeit, in drei bis vier Projekten in unterschiedlichen Programmen mitzuarbeiten und dabei sowohl verschiedene Themenfelder und Inhalte als auch Teams und Arbeitsweisen in der Stiftung kennenzulernen. Ich empfinde es als bereichernd, mich nicht von Beginn an auf ein Thema festlegen zu müssen, sondern mich durch das Durchlaufen der verschiedenen Projektstationen im JPP thematisch ausprobieren zu können und zugleich mein Profil zu schärfen.
Mit ersten praktischen Erfahrungen im In- und Ausland im Gepäck startete ich direkt nach dem Abschluss meines Masterstudiums in das JPP. Ich freue mich, dass ich in meiner ersten Station im Projekt Change Learning im Programm Bildung und Next Generation daran mitarbeiten konnte, die Veränderungskompetenz des deutschen Schulsystems zu stärken. Besonders spannend und wirkungsvoll fand ich, dass hierbei nicht nur auf theoretischer Ebene gearbeitet wird, sondern Ideen im engen Austausch mit den Zielgruppen und Stakeholdern aus der Praxis entwickelt und umgesetzt werden. Ich war an drei Projektsträngen beteiligt: dem Change Learning Award, einem digitalen Umfragetool zum schulischen Wohlbefinden sowie einem Fokusgruppenprozess zum Thema Bildungsverlaufsstatistik.
Nicht nur die herzliche Aufnahme durch das Team meiner ersten JPP-Station erleichterte mir den Einstieg, auch die Onboarding-Veranstaltungs-Reihe „CO:ME-IN“ trug wesentlich dazu bei, die Strukturen in der Stiftung kennenzulernen und mich schnell einzufinden. Gemeinsam mit den anderen JPs absolvierte ich in den ersten Monaten zudem eine Projektmanagement-Weiterbildung mit Inhalten zu den Phasen des Projektmanagements, zur Wirkungsorientierung und zu Agilität. Sie half mir, ein vertieftes Verständnis dafür zu entwickeln, was Projektmanagement in der Stiftungspraxis konkret ausmacht und wie Projekte wirkungsorientiert gestaltet und umgesetzt werden.
Meine Begeisterung für internationale Begegnung und interkulturellen Austausch motivierte mich für meine zweite Station im Projekt Deutsch-Israelischer Young Leaders Austausch. Das Dialog- und Begegnungsprogramm, das die Bertelsmann Stiftung seit vielen Jahren durchführt, bringt junge Entscheidungsträger:innen aus Medien, Politik, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft aus Deutschland und Israel zusammen und bereitet so die jüngere Generation deutscher und israelischer Führungskräfte auf die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft vor. Von Februar bis Ende Mai unterstützte ich das Team bei organisatorischen Aufgaben und begleitete in einem internen Strategieprozess zugleich die inhaltlich-konzeptionelle Weiterentwicklung des Projekts. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Lage und der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten war die Projektarbeit mit besonderen Herausforderungen verbunden – etwa, wenn Formate kurzfristig angepasst oder Planungen neu gedacht werden mussten.
Für meine dritte und letzte Station der Orientierungsphase wechselte ich in das Programm Demokratie und Zusammenhalt, wo ich seit Anfang Juni im Projekt Zukunftsgerechte Demokratie arbeite. Das Projekt setzt sich dafür ein, dass Interessen junger und zukünftiger Generationen im politischen Diskurs Gehör finden. Im Projektbaustein „Empirie erzeugen“ schafft das Projekt empirische Grundlagen zum Thema Zukunftsgerechtigkeit. Hier arbeite ich an einem Policy Brief und übernehme dabei die Steuerung des Prozesses, wodurch ich die Möglichkeit erhalte, zunehmend Verantwortung im Projektmanagement zu tragen. Darüber hinaus bringe ich mich im Projektbaustein „Diskursräume schaffen“ ein und bin an der Konzeption und Organisation eines Diskursformats über Zukunftsthemen beteiligt.
Bereits im Bewerbungsprozess wurde mir echtes Interesse entgegengebracht – sowohl an meinen fachlichen Erfahrungen als auch an mir als Person. Dieser positive Eindruck bestätigte sich in den ersten Monaten. Das Arbeiten in der Stiftung zeichnet sich aus durch ein kollegiales Miteinander und wertschätzendes Umfeld, in dem es Freude macht, gemeinsam an Themen am Puls der Zeit zu arbeiten.


