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Datenkooperationen als Schlüssel für resiliente und zukunftsfähige Kommunen

Wie können Kommunen schwer zugängliche Daten besser erschließen, um zentrale Herausforderungen wirksam zu adressieren? Im Explorationsprojekt „Kommunale Datenkooperationen für das Gemeinwohl“ wurden hierzu datenbezogene Bedarfe in den Bereichen Bildung, Gesundheit und resiliente Stadtentwicklung identifiziert und gemeinsam mit Kommunen und Fachexpert:innen neue Kooperationsansätze erprobt.

Ansprechpartner

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Dr. Kirsten Witte
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Carsten Große Starmann
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Clara Ruthardt
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Johanna Neu
Project Manager

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Daten spielen eine zentrale Rolle bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Gerade auf kommunaler Ebene sind sie entscheidend, um mit knappen Ressourcen langfristig, zielgerichtet und bedarfsgerecht zu planen. Gleichzeitig bleiben viele relevante Daten ungenutzt, weil sie schwer zugänglich sind oder nicht systematisch genutzt werden. Das Explorationsprojekt „Kommunale Datenkooperationen für das Gemeinwohl“ hat daher von Oktober 2024 bis Dezember 2025 vertrauensbildende Formate und Infrastrukturen untersucht, um in den Bereichen resiliente Stadtentwicklung sowie Bildung und Gesundheit mehr Daten für das Gemeinwohl nutzbar zu machen.

Ziele des Projekts

Im Fokus des Projekts standen nicht-offene Daten, die sich in privater oder öffentlicher Hand befinden. Das Projekt verfolgte einen explorativen Ansatz und widmete sich insbesondere folgenden Zielen:

  • Identifikation datenbezogener Herausforderungen (Use Cases) in den Themenbereichen Bildung und Gesundheit sowie zur Stärkung der Resilienz von Städten, Gemeinden und Landkreisen
  • Erprobung vertrauensbildender Formate und Infrastrukturen zur Förderung des Datenaustauschs zwischen öffentlichen und privaten Akteuren
  • Ermittlung der Skalierungspotentiale der pilotierten Lösungsansätze für ein mögliches Folgeprojekt

Projektphasen: Vom Problem zur Lösung

Gemeinsam mit interessierten Kommunen wurden von Februar bis Dezember 2025 Fragestellungen entwickelt, relevante Datenquellen identifiziert und erste Lösungsansätze pilotiert. Die Projektphasen griffen eng ineinander:

  1. Sammlung kommunaler Herausforderungen und Fragestellungen
    Im ersten Schritt konnten interessierte Kommunen über Pol.is ihre Herausforderungen und Fragestellungen einbringen. Die Beiträge wurden analysiert, geclustert und hinsichtlich Skalierbarkeit sowie Innovationspotenzial bewertet.
  2. Priorisierung und Auswahl eines Use Cases
    Die teilnehmenden Kommunen priorisierten die drängendsten Herausforderungen. Auf dieser Grundlage wurde ein Use Case definiert und in Workshops gemeinsam mit zahlreichen Kommunen sowie Fach- und Datenexpert:innen konkretisiert.
  3. Data-Mapping: Identifikation relevanter Datenquellen
    Gemeinsam mit Kommunen wurden bestehende Datensätze innerhalb der Verwaltung analysiert und in einem Metadatenkatalog erfasst. Zusätzlich wurden externe Datenquellen identifiziert und in ein gemeinsames Datenverzeichnis überführt.
  4. Pilotierung und Erprobung von Datenkooperation
    Im Rahmen einer operationellen Sandboxing-Umgebung wurde gemeinsam mit der Stadt Remscheid erprobt, wie sich relevante Daten zu den Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit für die kommunale Nutzung zugänglich machen lassen. Kommunen und Datenhalter wurden dabei Teil eines entstehenden Datenökosystems.

Parallel dazu pilotierten die Umsetzungspartner Beyond Civic und Drees + Sommer am Beispiel der Stadt Freiburg im Breisgau einen weiteren Use Case zur Nutzung externer Daten für die bedarfsorientierte Sozialplanung.

Das Projekt-Team

Das Explorationsprojekt “Kommunale Datenkooperationen für das Gemeinwohl” war eine gemeinsame Initiative des Programms Digitalisierung und Gemeinwohl, des Zentrums für Nachhaltige Kommunen und des Zentrums für Datenmanagement der Bertelsmann Stiftung. Es wurde zusammen mit den Umsetzungspartnern DKSR GmbH, Beyond Civic AG, Drees & Sommer Schweiz AG und Data Stewards GmbH sowie über 30 teilnehmenden Kommunen realisiert.

Mehr zum Prozess finden Sie in unserem Projektbericht und unseren Use Case-Steckbriefen.

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Wie geht es weiter?

Das Explorationsprojekt hat gezeigt: Datenkooperationen sind ein zentraler Hebel, um die Entscheidungsfähigkeit und Resilienz von Kommunen zu stärken. Gleichzeitig besteht weiterhin ein erheblicher Bedarf an Forschung, Aufklärung und Vernetzung, um ihre Potenziale gezielt für zukunftsfähige Städte, Landkreise und Gemeinden zu erschließen und echten gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Der konkrete Unterstützungsbedarf ist dabei ebenso vielfältig wie die Themenfelder und beteiligten Akteure.

Mit dem Urban Data [Gap] Lab werden Datenkooperationen und die Nutzung externer Daten auch zukünftig auf die kommunale Agenda gesetzt. Ziel ist es, Datenlücken weiter zu erforschen, Kommunen mit Datenhalter:innen aus Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu vernetzen und sie entlang konkreter Anwendungsfälle dabei zu unterstützen, Daten besser verfügbar und nutzbar zu machen. 

Kommunen, Fachexpert:innen und Interessierte sind eingeladen, sich einzubringen und Teil der Urban Data [Gap] Community zu werden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer neuen Website.

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