Eine junge Frau mit zwei Kindern auf dem Spielplatz

Kinder als Akteure der Qualitätsentwicklung in KiTas

Es existieren bereits zahlreiche Methoden, wie KiTa-Teams die Qualität in ihren Einrichtungen weiterentwickeln können – die Meinungen und Perspektiven der Kinder werden hierbei nur in den seltensten Fällen mit einbezogen.

Ansprechpartner:innen

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Kathrin Bock-Famulla
Senior Expert Frühkindliche Bildung, Educational Governance und Bildungsfinanzierung
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Anne Münchow
Project Manager

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Kinder haben ein Recht darauf, gesehen, gehört und gefragt zu werden. Sie haben ein Recht auf Beachtung und auf Achtung ihrer Menschenrechte und ein Recht "auf den heutigen Tag" (Janusz Korczak). Sie gestalten aktiv ihre Welt und die Beziehungen zu ihren Mitmenschen. Unsere Aufgabe ist es, die verschiedenen Ausdrucksformen der Kinder aufmerksam wahrzunehmen, ihre Perspektiven zu verstehen, sie gegebenenfalls zu ‚übersetzen‘ und Kinder systematisch bei der Entwicklung von Lebens- und KiTa-Qualität einzubeziehen.

Wie aber kann es gelingen, die Perspektiven und Relevanzen von Kindern systematisch nachzuvollziehen, sichtbar bzw. hörbar zu machen und in Qualitätsentwicklungsprozesse einzuspeisen?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich im Auftrag der Bertelsmann Stiftung das Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration (DESI) in dem Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekt "Kinder als Akteure der Qualitätsentwicklung in KiTas". Durchgeführt wurde das Projekt unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Iris Nentwig-Gesemann und ihren Mitarbeiter*innen Bastian Walther, Dr. Elena Bakels und Lisa-Marie Munk.

Das Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekt im Überblick

Das Projekt erstreckt sich über einen Zeitraum von Januar 2018 bis September 2021 und gliedert sich in drei Arbeitsstränge und eine Transferphase.

1. Arbeitsstrang: Forschung und Methodenentwicklung (Januar 2018 bis Dezember 2018)

Der Forschungs- und Methodenentwicklungsteil knüpft an die Ergebnisse der QuaKi Studie an, die im Auftrag der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Iris Nentwig-Gesemann durchgeführt wurde. Die in der QuaKi-Studie entwickelten Qualitätsdimensionen aus Kindersicht wurden in unserem Projekt durch eine Vergrößerung der Stichprobe überprüft, ausdifferenziert und erweitert. Insgesamt haben fast 200 KiTa-Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren mitgewirkt.

Darüber hinaus entwickelte das wissenschaftliche Projektteam "methodische Schlüssel", um die Kinderperspektiven im KiTa-Alltag kontinuierlich und systematisch zu erheben, auszuwerten und zu dokumentieren sowie diese in Teamreflexions- und Qualitätsentwicklungsprozessen einzubeziehen.

2. Arbeitsstrang: Weiterbildung und Beratung (Mai 2018 bis Oktober 2019)

Das wissenschaftliche Projektteam entwickelte die zertifizierungsfähige Weiterbildung "Mit Kindern KiTa-Qualität entwickeln: Fachkraft für Kinderperspektiven" und erprobte diese in zwei Weiterbildungszyklen mit pädagogischen Fachkräften aus zehn verschiedenen Bundesländern.

Mit der Weiterbildung wurden insgesamt 32 pädagogische Fachkräfte dazu befähigt, Kinderperspektiven kontinuierlich im KiTa-Alltag zu erheben, zu analysieren und zu dokumentieren sowie Reflexionsprozesse im Team und mit Eltern anzuregen.

3. Arbeitsstrang: Evaluation (September 2018 bis Dezember 2019)

Der Verlauf des zweiten Arbeitsstranges wurde prozessbegleitend evaluiert. So führte das wissenschaftliche Projektteam sowohl mit den weitergebildeten Fachkräften, als auch mit den KiTa-Teams, Eltern und Kindern Gruppendiskussionen durch. Darüber hinaus erfassten sie die Dokumentationspraxis der Fachkräfte in den KiTas und evaluierten jede Weiterbildungseinheit mit einem standardisierten Fragebogen.

Die Evaluationsergebnisse dienten zum einen dazu, die Wirkung der Weiterbildung auf der Fachkraft-, Team-, Eltern- und Kinderebene darzustellen. Zum anderen nutzte das wissenschaftliche Projektteam die Ergebnisse zur Weiterentwicklung des erarbeiteten Weiterbildungsleitfadens "Mit Kindern KiTa-Qualität entwickeln: Fachkraft für Kinderperspektiven".

Transferphase: Multiplikator*innenschulung für Fortbildner*innen (September 2020 bis Juni 2021)

In der Transferphase werden deutschlandweit 36 Fortbildner*innen in zwei Weiterbildungsdurchläufe in den entwickelten Methoden des Kinderperspektivenansatzes geschult. So können sie als Multiplikator*innen selbst die Weiterbildung "Mit Kindern KiTa-Qualität entwickeln: Fachkraft für Kinderperspektiven" anbieten, womit weitere Fachkräfte und Kinder von der Weiterbildung profitieren.

Weitere Informationen finden Sie unter 
www.achtung-kinderperspektiven.de/multiplikatoren

Praxis- und Weiterbildungsmaterialien im Überblick

Das Projektteam entwickelte zahlreiche Materialien, die nicht nur für die KiTa-Praxis, sondern auch für die Aus- und Weiterbildung sowie Forschung wichtige Impulse setzen, Kinderperspektiven kontinuierlich einzubeziehen.