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Reframing the Reset: From Post-Brexit Stabilisation to Strategic Partnership

Der bevorstehende EU–UK-Gipfel findet in einer geopolitisch zunehmend unsicheren Lage statt und erfordert eine weitere strategische Neuausrichtung der Beziehungen. Mittelfristig ist mehr Kooperation in den Bereichen demokratische und wirtschaftliche Resilienz, Technologie und Innovation, Handel und Regulierung, Kultur sowie Außen- und Sicherheitspolitik möglich. Langfristig bedarf es einer größeren Offenheit der EU gegenüber Nichtmitgliedern sowie einer Neubewertung der britischen „roten Linien“, um eine deutlich vertiefte Partnerschaft zu ermöglichen.

Der Policy Brief erfolgte in Kooperation mit dem European Policy Centre (EPC), Brüssel.

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Der bevorstehende EU-Großbritannien-Gipfel findet in einer Phase tiefgreifender geopolitischer Veränderungen statt. Trotz Fortschritten in einzelnen Bereichen der Zusammenarbeit bleibt die Beziehung bislang hinter einem echten strategischen Neustart zurück. Während neue Formate wie die E3 an Bedeutung gewinnen, fehlt es auf EU-UK-Ebene weiterhin an einer vergleichbar ambitionierten und langfristigen strategischen Agenda. Der Gipfel bietet daher die Gelegenheit, die Beziehungen neu auszurichten und gemeinsame Prioritäten klarer zu definieren.

Der Policy Brief entwickelt hierzu konkrete Vorschläge für eine schrittweise, zugleich strategisch ausgerichtete Vertiefung der Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt stehen praktische Maßnahmen in Bereichen wie wirtschaftliche und demokratische Resilienz, Technologie und Innovation, Handel und Regulierung, Vernetzung sowie Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Darüber hinaus wird angeregt, durch eine politische Absichtserklärung und die Einrichtung einer hochrangigen Verhandlungsgruppe neue, flexible Formen der Zusammenarbeit in strategisch wichtigen, zugleich aber politisch sensiblen Bereichen auszuloten.

Die weitere Entwicklung der Beziehungen wird jedoch zunehmend von politischen Dynamiken auf beiden Seiten abhängen. Im Vereinigten Königreich könnten wachsende Zweifel an den bisherigen Brexit-„roten Linien“ den Raum für eine breitere Debatte über künftige Integrationsoptionen mit der EU erweitern. Gleichzeitig könnte die EU ihre Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Nichtmitgliedern flexibler gestalten, insbesondere in Bereichen wie Verteidigung, Sicherheit und Resilienz, in denen europäische Fragmentierung zunehmend Kosten verursacht. Daraus ergeben sich konkrete Implikationen: Die EU müsste sich strategisch stärker für strukturierte Kooperationen mit handlungsfähigen Partnern außerhalb der Union öffnen, während das Vereinigte Königreich eine systematische und evidenzbasierte Debatte über die langfristige Tragfähigkeit seiner bisherigen Positionen und mögliche Formen einer vertieften Integration mit der EU anstoßen könnte.